ruhr-theater-online.de
                        die Community der kulturkritik-ruhr.de

Rebecca Horn

 



 


Seit dem Beginn der siebziger Jahre hat die im Odenwald geborene Künstlerin Rebecca Horn ein Werk geschaffen, das sich zu einem immer weiter anwachsenden Strom aus Performances, Filmen, skulpturalen Raum-Installationen, Zeichnungen und Fotoübermalungen zusammenfügt.

Die Unverwechselbarkeit dieser Bildwelt besteht in der höchst präzisen physischen und technischen Funktionalität, mit der die Künstlerin ihre Skulpturen und deren Bewegungsabläufe in Räumen in Szene setzt.
In den ersten Performances, den Körper-Extensionen, lotet sie das Gleichgewicht zwischen Mensch und Raum aus. In den späteren Raumkompositionen ersetzt sie den menschlichen Körper durch minimalistisch agierende kinetische Skulpturen. Gänzlich immateriell spannen ihre neuen Arbeiten das Energiefeld eines Raumes durch Spiegelreflexe, Licht und Musik auf.

Fundstücke und selbst konstruierte Gegenstände wie Geigen, Koffer, Taktstöcke, Leitern, Pianos, Metronome, Federfächer, Metallhämmerchen, schwarze Wasserbäder, raumverbindende Spiralzeichner, große Trichter und Pumpstationen sind die Bauelemente für kinetische Skulpturen, die aus ihrer definierten Materialität gelöst und in eine immaterielle Metaphorik der ständigen Transformation überführt werden. So bieten sie dem Betrachter die Möglichkeit, mythische Bilder zu assoziieren und kulturgeschichtliche, literarische und geistige Bezüge herzustellen.

Dabei wird ihr Werk von einer unverwechselbaren konsequenten Logik zusammengehalten. Jede neue Arbeit scheint sich stringent aus der vorherigen zu entwickeln. Dabei können Elemente wieder aufgegriffen werden, die aber in verschiedenen Kontexten völlig verwandelt neu erscheinen.

So sind nach den Körpererfahrungen ihrer Performances mit Körpererweiterungen, Masken und Federgewändern in den siebziger Jahren ihre ersten kinetischen Skulpturen in Filmen wie Der Eintänzer (1978) oder La Ferdinanda (1981) zu sehen: Die sanfte Gefangene (1978) und Die Pfauenmaschine (1979/82).
In den achtziger und neunziger Jahren entstehen große Raumarbeiten, die einen historisch und politisch aufgeladenen Ort zum Ausgang haben.

Mit ihren kinetischen Skulpturen legt die Künstlerin jetzt die Wunden dieser Orte frei: so zum Beispiel mit Das gegenläufige Konzert (1997) in Münster, wo sie einen Turm in der Stadt als Ort der Hinrichtung im Dritten Reich entlarvt; oder mit dem Turm der Namenlosen (1994) in Wien, wo sie den Kriegsflüchtlingen aus dem Balkan ein ephemeres Denkmal aus mechanisch spielenden Geigen konstruiert. In Weimar, der Kulturstadt Europas 1999, entsteht das Konzert für Buchenwald.

In einem alten Straßenbahndepot schüttet die Künstlerin hinter Glas 40 Meter lange Wände aus Asche auf, eine Bibliothek der Versteinerungen. In Spiegel der Nacht (1998) setzt sie in einer verlassenen Synagoge bei Köln die Energie des Schreibens als ein Weben gegen das Vergessen von Geschichte ein.


Auszug aus der Biografie.

Der Text wurde der Seite von Rebecca Horn entnommen,
http://www.rebecca-horn.de/index.html

 


zum Seitenanfang

 

Rebecca Horn Seit dem Beginn der siebziger Jahre hat die im Odenwald geborene Künstlerin Rebecca Horn ein Werk geschaffen, das sich zu einem immer weiter anwachsenden Strom aus Performances, Filmen...

 

Dauerausstellung Die Künstler der Dauer-Ausstellung International renommierte Lichtkünstlerinnen und -künstler sind mit ihren Arbeiten in der Dauerausstellung zu sehen.

 

Informationen Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna Öffnungszeiten: Besuche erfolgen stets in geführter Begleitung Di - Fr um 14.00 Uhr, um 15.30 Uhr, um 17.00 Uhr, Do auch um 18.30 Uhr




Druckbare Version