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Quadrat Bottrop

 



 


Amerikanische Malerei 1950 bis 1970
Werke aus der Sammlung des Museum Folkwang im Josef Albers Museum

Das
Josef Albers Museum in Bottrop zeigt von Oktober 2007 bis Oktober 2009 Hauptwerke der
amerikanischen Kunst aus der Sammlung des Museum Folkwang.

Die 14 Gemälde und Skulpturen treten hier in direkten Dialog mit den Werken von Josef Albers, der in Bottrop geboren wurde, am Bauhaus unterrichtete und seit 1933 als Künstler und Lehrer in den USA prägenden Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Nachkriegskunst vom Abstrakten Expressionismus bis zur Minimal Art ausübte.

Beide Museen unterstreichen mit dieser Präsentation beispielhaft die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Kunstmuseen des Ruhrgebiets.

Raumansicht Josef Albers Museum, Bottrop © Josef Albers Museum, Bottrop


 

Zur Ausstellung


Computeranimation Neubau nach Plänen von David Chipperfield Architects

Das Museum Folkwang Essen besitzt eine der besten Sammlungen amerikanischer Kunst der Zeit zwischen 1950 und 1970 in Deutschland. Diese Werkgruppe, die unter Paul Vogt erworben wurde, umfasst bedeutende Gemälde und Skulpturen des Abstrakten Expressionismus und der Minimal Art von Mark Rothko, Barnett Newman, Franz Kline, Jackson Pollock, Morris Louis, Ad Reinhardt, Sam Francis, Kenneth Noland, Donald Judd, Dan Flavin und Frank Stella. Sie markiert in der Essener Sammlung diese entscheidende Zäsur in der Geschichte der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Das Museum Fokwang erhält bis 2010 nach Plänen von David Chipperfield Architects einen Neubau, den die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung als alleinige Förderin finanziert. Während der Bauzeit zeigt das Museum Folkwang in den Räumen des Altbaus nicht die eigene Sammlung sondern ein dichtes
Programm von Wechselausstellungen (ab Januar 2008).

So ergibt sich die einzigartige Gelegenheit, 14 Hauptwerke der amerikanischen Kunst aus Essen für etwa zwei Jahre im Josef Albers Museum zu zeigen. Sie sind hier gemeinsam mit Gemälden von Josef Albers zu sehen, dessen künstlerische Entwicklung im Bottroper Museum von seinen Anfängen am Bauhaus bis zu den „Homages to the Square“ vorgestellt wird. Die direkte Konfrontation von Albers mit seinen amerikanischen Zeitgenossen in dieser Ausstellung ist für beide Seiten erhellend.

Raumansicht2 Josef Albers Museum, Bottrop © Josef Albers Museum, Bottrop



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Albers, der Deutschland 1933 verließ, unterrichtete in den USA am Black Mountain College und an der Yale University und wurde zu einem Lehrer von eminenter Wirkung. In den vierziger Jahren entwickelte er zunehmend auch eine eigenständige künstlerische Position, die sich in wichtigen Aspekten mit den Interessen der Maler des Abstrakten Expressionismus berührt.

Dazu zählt insbesondere die Betonung der Farbe in ihrer Eigensprachlichkeit: Das Agieren der Farbe tritt an die Stelle eines traditionellen Kompositionsverständnisses, das geometrische Elemente in ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zueinander setzt. Nun kommt die Bildfläche als Totalität in den Blick, strukturiert durch wenige überschaubare Elemente.

Raumansicht1 Josef Albers Museum, Bottrop © Josef Albers Museum, Bottrop


Albers war dann auch, gemeinsam mit Piet Mondrian, derjenige europäische Maler, der am Beginn der 1960er Jahre für eine neue Generation amerikanischer Künstler, die unter dem Begriff ‚Minimal Art’ zusammengefasst wurden, Möglichkeiten entwickelt hatte, die über bestimmte Prämissen des Abstrakten Expressionismus hinausführten. In die ‚anonyme’ Komposition ist eine Eigenbewegung eingeschrieben. Die Vorstellung eines privilegierten Künstlerautors, der sich im Werk in seiner besonderen Individualität entäußert, verliert ihre Geltung.

Auch die Idee einer Ökonomie künstlerischen Handelns ist ein Aspekt von Albers’ Wirkung auf die Minimal Art, deren Interesse an industriellen Materialien und Prozessen charakteristisch ist. Albers’ ‚Homages to the Square’ sind die tendenziell unendliche Variation eines Themas, das aber durch das Spiel der Farbe immer neue Perspektiven offenbart. Die Farbe folgt ihrer eigenen Grammatik. So gewinnt bei Albers auch der konkrete Auftrag der Farbe mit einem Spachtel seinen Reiz aus der Spannung zwischen Anonymität und verhaltener Handschriftlichkeit. Die Werke von Stella, Judd und Flavin in der Ausstellung stehen unmittelbar für diese Berührung zwischen Albers und den jungen amerikanischen Künstlern der sechziger Jahre.

 

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