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Für alle Interessierten hat die Kulturkritik-Ruhr unter der Adresse htt://www.ruhr-theater-online.de ein Diskussionsforum eingerichtet. Für die Teilnahme ist nur eine einmalige Registrierung erforderlich. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit dem Diskussionsforum. [mehr] Das Museum Folkwang stellt in den kommenden zwei Jahren 14 Gemälde und Skulpturen amerikanischer Künstler im Bottroper Josef Albers Museum aus. Zu den Leihgaben gehören Werke des Abstrakten Expressionismus und der Minimal Art von Mark Rothko, Barnett Newman, Franz Kline, Jackson Pollock, Morris Louis, Ad Reinhardt, Sam Francis, Kenneth Noland, Donald Judd, Dan Flavin und Frank Stella. Das Museum Fokwang erhält bis 2010 nach Plänen von David Chipperfield Architects einen Neubau. Während der Bauzeit zeigt das Kunstmuseum nicht die eigene Sammlung, sondern ab Januar 2008 Wechselausstellungen. Die Essener Exponate sind in Bottrop gemeinsam mit Gemälden von Josef Albers zu sehen, der selbst lange Zeit in den USA lebte und arbeitete.
[mehr] Bunte Unterhaltung für trübe Tage: die idr-Tipps. Drei zeitgenössische Choreografien rund um die Metropole New York zeigt das Theater Dortmund. "In the mood" feiert am Samstag, 14. März, 19.30 Uhr, Premiere. Die Stücke von Benjamin Millepied, Cayeto Soto und William Forsythe sind drei Einblicke in die vielfältigen Ausdrucksformen der gegenwärtigen Tanzszene. * Wo steht Deutschland? Ihre ganz individuellen Sichten auf die Bundesrepublik haben mehr als ein Dutzend Regisseure in dem Film "Deutschland 09" vereint. Zur NRW-Premiere am Dienstag, 17. März, 20 Uhr, in der Essener Lichtburg werden Regisseur und Mit-Initiator Tom Tykwer und andere Beteiligte kommen. * Die Vorbereitungen für die Kulturhauptstadt laufen auch Hochtouren - auch in Bochum. Was die Besucher erwartet, das verkünden die RUHR.2010-Boten am Mittwoch, 11. März, 20 Uhr, im Schauspielhaus Bochum. Beim Botenabend treten Kulturdezernent Michael Townsend und die Organisatoren weiterer Projekte und Beiträge zum Kulturhaupstadt-Jahr auf. * Das Dortmunder "domicil" wird 40. Um diesen Geburtstag zu feiern, öffnet der Club nochmals an seinem alten Standort an der Leopoldstraße und lädt zur WDR 3 Jazznacht ein. Mit dabei sind u.a. Renaud Garcia-Fons und sein Ensemble Linea del sur und das Colin Vallon Trio. Infos: www.domicil-dortmund.de * Charlie Huston und Frank Goosen verschieben Drogen - natürlich rein fiktional. Am Dienstag, 17. März, 20 Uhr, lesen die beiden in der Bochumer riff-Halle aus Hustons Krimi "Killing Game". Im Mittelpunkt stehen die Teenager Paul, Hector, Andy und George, die so gut es geht die Zeit totschlagen. Bis Andys Rad von den berüchtigten Arroyo-Brüdern gestohlen wird. Die vier Freunde brechen in deren Haus ein - und stoßen auf eine Drogenküche. Als Ort gekennzeichnet "den man besucht haben muss"
Das Bottroper Museumszentrum Quadrat ist nun "offiziell" ein Ort, den Jeder in seinem Leben besucht haben sollte. Es wurde als eine der Sehenswürdigkeiten in das Buch "1000 Places To See Before You Die. Deutschland, Schweiz und Österreich" aufgenommen.
Das Quadrat ist mit seinen Abteilungen, dem Josef Albers Museum und dem Museum für Ur- und Ortsgeschichte, bei Bottroper Bürgern und über die Stadtgrenzen hinaus in der Kunstwelt und bei paläontologisch Interessierten bekannt. Dafür gibt es einige Gründe, die auch im Buch eine Rolle spielen: Die Architektur des Komplexes wird - nicht zuletzt durch die Verzahnung von Außen und Innen - viel beachtet. Der Grundriss greift in seiner Form das Hauptwerk von Josef Albers „Homage To The Square“, die ‚Ehrung an das Quadrat’, auf. Besucher sehen Quadrate im Quadrat.
Das Josef Albers Museum, im Jahr 2006 vom Internationalen Kunstkritikerverband aufgrund seines überzeugenden Konzepts zum Museum des Jahres gewählt, zeigt Werke des aus Bottrop stammenden Künstlers. Die Moderne Galerie präsentiert in wechselnden Ausstellungen bedeutende Künstler der europäischen und amerikanischen Gegenwart. Sehenswertes aus der Erd- und Stadtgeschichte, der heimischen Tierwelt und insbesondere der Eiszeit entdecken Besucher im Museum für Ur- und Ortsgeschichte. Wobei vieler dieser Funde bei Ausgrabungen vor Ort gemacht worden sind.
Die Vielfalt der großen Zahl an bedeutenden geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Zeugnissen innerhalb eines Museumszentrums ist selten zu finden. Welchen Stellenwert das Quadrat damit international einnimmt, belegt die Aufnahme in den Reiseführer für neugierige Reiselustige und Entdecker.
Das Buch "1000 Places To See Before You Die. Deutschland, Schweiz und Österreich" ist im vergangenen Jahr im Ullmann-Verlag erschienen.
Apfelbäume für die Metropole Ruhr: 53 alte Apfelsorten - einige bereits nahezu verschwunden - sollen auf einer zwei Hektar großen Streuobstwiese in Dorsten die Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets repräsentieren. Die Bäume werden innerhalb des Umrisses der Region gepflanzt, die Wege bilden die Flussläufe nach. Baumpaten aus allen Städten und Gemeinden werden werden am Samstag, 29. November (11 Uhr), zum Spaten greifen und die jungen Bäume setzen - darunter auch RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink. Initiiert wurde das Projekt als "Machbarkeitsstudie" für das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 von den Kunstvereinen Gelsenkirchen, Hattingen, Virtuell-Visuell Dorsten sowie der Bochumer galerie januar und dem Förderverein Zeche Unser Fritz 2/3 aus Herne. Für die RUHR.2010 GmbH wird Programmkoordinator Jürgen Fischer eine Baum-Patenschaft übernehmen. Nach der Pflanzaktion soll die Streuobstwiese mit Ausstellungen, Lesungen und Musik belebt werden. So soll ein Ruhr-Kultur-Garten entstehen. Der Garten ist Teil des RUHR.2010-Projekts "Der Gahlensche Kohlenweg - Kunststraße wird Straße der Kunst", mit dem die beteiligten Vereine eine Kunstachse entlang des historischen Transportweges von Hattingen über Bochum, Herne, Gelsenkirchen nach Dorsten schaffen wollen.
"Mutter Beimers" Herz gehört dem Ruhrgebiet - und vor allem dem Kulturhauptstadt-Projekt. Deshalb hat Schauspielerin Marie-Luise Marjan jetzt auch ein Buch herausgegeben "RUHR.2010. Kulturhauptstadt Europas". Es wird heute in Köln vorgestellt. Für den reich illustrierten Band hat sie namhafte Gastautoren gewinnen können, die von der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebiets berichten. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Essens Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger, Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, WDR-Moderator Manni Breuckmann, Kabarettist Ludger Stratmann, Bischof Franz Grave und viele andere werfen einen ganz persönlichen Blick auf die Region. Marie-Luise Marjan wurde 1940 in Essen geboren und wuchs in Hattingen auf. Zwölf Jahre lang stand sie im Schauspielhaus Bochum auf der Bühne. Das Buch erscheint im Lingen Verlag und ist ab dem 24. November für 14,95 Euro im Handel erhältlich.
Unter dem Motto "Macht!" steht das erste internationale Klangvokal Musikfestival Dortmund vom 28. Mai bis zum 16. Juni 2009. 40 Aufführungen mit rund 5.000 Mitwirkenden stehen auf dem Programm des Sparten übergreifenden Vokalmusik-Festivals. Das musikalische Spektrum reicht von der Oper und der klassischen Vokalkunst über den Jazz und die Weltmusik bis hin zur Popmusik. Festivalgäste sind die amerikanische Jazzikone und mehrfache Grammy-Preisträgerin Dianne Reeves am 29. Mai, der deutsche Sänger Andreas Scholl, der am 1. Juni in der Reinoldikirche erstmals ein Konzert mit spätmittelalterlicher Musik präsentiert, und der frisch gekürte Echopreisträger und Countertenor Philippe Jaroussky aus Frankreich (4. Juni). Auch open air gibt's reichlich Musik: Am 14. Juni findet eine italienische Operngala im Westfalenpark statt; das Chorfest am 6. Juni wird von mehr als 150 Chören aus Dortmund u.a. auf zehn Open-Air-Bühnen gestaltet. "Afrika im Park" lautet das Motto am 30. Mai. Zum Festivalausklang zelebrieren japanische Mönche am 16. Juni ein buddhistisches Musikritual. Weitere Infos unter www.klangvokal.de.
Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es gelungen, den umfangreichen Wilhelm Lehmbruck-Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern. „Damit ist die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, die bisher rund 165 Werke Lehmbrucks, vor allem seine Plastiken erworben hatte, weltweit zur alleinigen und einzigartigen Sammlungs- und Forschungsstätte dieses bedeutenden Künstlers der klassischen Moderne avanciert“, freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung.
Zu Jahresbeginn 2005 bot die Familie Lehmbruck der Stadt Duisburg, der Heimat des Künstlers, den Nachlass vorrangig und befristet zum Kauf an. Das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur bewertete sofort die dauerhafte Sicherung des Lehmbruck-Nachlasses als höchste Priorität. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff begriff den Erhalt des Nachlasses des Duisburger Künstlers Wilhelm Lehmbruck als „existentiell notwendig für die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum“ und engagierte sich in besonderer Weise, indem er mit einer Anschubfinanzierung bereits im Jahre 2006 ein deutliches Signal setzte. Die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen begleitete von Beginn an intensiv die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft und garantierte zusammen mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die kunsthistorische Expertise für das umfangreiche Nachlass-Konvolut.
Unter der Moderation von Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl Janssen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, und Thomas Hüttemann, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, wurde ein Public-Private-Partnership-Modell zur Finanzierung entwickelt und zum Erfolg geführt. Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit 6 Millionen Euro, die Stadt Duisburg mit 5 Millionen Euro und - vermittelt durch Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstandsmitglied der Franz Haniel & Cie GmbH sowie Jutta Stolle, Abteilungsdirektorin bei Franz Haniel & Cie. GmbH - drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE (mit Dr. Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender) sowie ThyssenKrupp Steel AG (mit Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender) mit 4 Millionen Euro.
Die Erbengemeinschaft Lehmbruck hat einen großzügigen Preisnachlass gewährt und ist dem Lehmbruck Museum durch Gewährung von Ratenzahlungen bis zum Jahre 2011 entgegengekommen.
Für Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Direktor der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, kann die seit langem angestrebte Sicherung des gesamten Lebenswerkes von Wilhelm Lehmbruck als Basis der herausragenden internationalen Skulpturensammlung des 20. Jahrhunderts nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darum wird das Museum auch - mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr RUHR 2010 – das Schaffen Wilhelm Lehmbrucks unter betonter Einbeziehung der Neuerwerbungen in den Jahren 2009/10 in einer Folge von wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Reihe hat bereits mit der derzeitigen Ausstellung der Zeichnungen von Lehmbruck und Beuys begonnen (bis 11.1.2009). Außerdem werden zahlreiche Hauptwerke Lehmbrucks im Zentrum einer Ausstellung stehen, die unter dem Titel „Oublier Rodin? La sculpture entre 1905 et 1914“ von März bis Mai 2009 im Musée d’Orsay in Paris und von Juni bis Oktober 2009 in der Fundación Mapfre in Madrid präsentiert wird.
Zeitgleich mit dem erfolgreichen Abschluss über den Erwerb des Wilhelm Lehmbruck-Nachlasses konnten auch zwei weitere, für die Zukunft des Lehmbruck Museums in höchstem Maße wichtige Entscheidungen getroffen werden: die Aufstockung des Siftungskapitals um 4,6 Millionen Euro durch das große Engagement der drei genannten Duisburger Großunternehmen und der Ratsbeschluss der Stadt Duisburg, dem Museum in den Jahren 2009-2013 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2 Millionen Euro zu sichern. Damit gewinnt das Lehmbruck Museum mittelfristig eine stabile finanzielle Grundlage für seine weitere Entwicklung.
II Geschichte des Werkes von Wilhelm Lehmbruck in Duisburg
Mit diesem Ankauf dokumentiert Duisburg erneut sein Bekenntnis zu Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), dem bedeutendsten Künstler in der Geschichte der Stadt.
Das Verhältnis von Lehmbruck und Duisburg ist durch eine bewegte Geschichte gekennzeichnet. Auf den einzigen Lebzeitankauf, die „Duisburgerin“ 1912, finanziert von der Familie Böninger, folgt die Absage des Künstlers für eine „Heldenfigur“ auf dem Ehrenfriedhof des Kaiserbergs 1915. Erst 1925, sechs Jahre nach dem frühen Freitod des Künstlers, gelingt es August Hoff als Direktor des Museumsvereins, einen großen Teil des Nachlasses als Leihgabe von der Witwe des Künstlers, Anita Lehmbruck, zu gewinnen. 1927 findet bereits der präfaschistische Angriff auf die Bronze der „Knienden“ statt. Die Nazis verfolgen das Lehmbrucksche Werk als „entartet“, weshalb der Nachlass an die Familie zurückgegeben werden muss. Nur unter größtem und gefährlichem Einsatz sowie unter Hinnahme einiger Kriegsverluste kann die Familie Lehmbruck das Lebenswerk des Künstlers über die NS-Zeit retten. Wegen dieser Erfahrungen erst spät und unter erheblichen Mühen gelingt es der Stadt Duisburg 1964, mit der Eröffnung des von Manfred Lehmbruck geplanten Lehmbruck Museums auch den Lehmbruck-Nachlass leihweise von der Familie zurückzugewinnen, ohne ihn vertraglich sichern zu können. Im Gegenzug präsentiert das Museum seitdem das Lebenswerk des Künstlers im architektonisch herausragenden Lehmbruck-Trakt und organisiert zahlreiche Lehmbruck-Ausstellungen im In- und Ausland.
III Die künstlerische Bedeutung Wilhelm Lehmbrucks
Ernst Barlach (1870-1938) und Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) dürfen aus heutiger Sicht als die wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne bezeichnet werden. Das Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck ist national wertvolles Kulturgut von internationaler Bedeutung. Es bildet darüber hinaus die historische Grundlage, den künstlerischen Maßstab und die konzeptionelle Perspektive für die internationale Skulpturensammlung der Moderne in Duisburg bis in die Gegenwart hinein.
Das plastische Frühwerk von 1898 bis 1906 spiegelt im wesentlichen Lehmbrucks stilpluralistische, gründerzeitliche, durch seinen Lehrer Carl Janssen vermittelte, sozial und neoklassizistisch orientierten Anfänge der Ausbildungsjahre in Düsseldorf. Vor allem über Rodin und dessen Gegenpol Maillol findet Lehmbruck bis 1910, bis zum Beginn seiner Pariser Jahre, zu seinem eigenen plastischen Stil und Ausdruck: in introvertierten, vergeistigten Figuren, die strenger als bei Maillol architektonisch gebaut sind, die von Maß und Proportion bestimmt sind und in schönliniger Silhouette zusammengehalten werden. Durch Streckung und Verräumlichung der Figur steigert Lehmbruck bis 1914 den Ausdruck seiner Idealgestalten von Mann und Frau. Mit seiner „übersinnlichen Tektonik“ hat er den Durchbruch zur Moderne in Bronze-, Steinguss- und Terrakottafiguren erreicht. Die erzwungene Rückkehr nach Berlin 1914 und die Erfahrung des Weltkrieges wenden das Tektonische ins Expressive, Fragmentarische und Reduzierte. Es entstehen in den Berliner und Züricher Jahren bis 1918/19 die existenziellen Antikriegsplastiken des „Gestürzten“ und des „Sitzenden Jünglings“, innige und erschütternde Menschenbilder voller Melancholie und Einsamkeit, die eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit, Transzendenz, innerem Frieden und gereinigter, lichter Welt zum Ausdruck bringen.
Parallel zu seinem plastischen Werk entwickelt Lehmbruck in seinen Pariser Jahren ein malerisches Schaffen, das über Bildnisse und Akte, paradiesische Gruppenbilder und konfliktgeladene Beziehungsthemen von Mann und Frau in den bewegten, zeichnerischen Expressionismus der letzen Jahre einmündet. Ebenfalls in den Pariser Jahren entwickelt Lehmbruck schließlich sein druckgrafisches Werk, vor allem in Radierungen, die eine eigene Ikonografie beinhalten, aber auch Themen seiner Plastik aufgreifen. Zupackend und unkonventionell geht der Künstler mit dem Grabstichel wie mit den Papieren beim Drucken um und verändert wiederholt die Zustände dieser Blätter.
Bindeglied zwischen allen Kunstgattungen und doch immer wieder auch autonom ist die Zeichnung, die in reichlicher Fülle den entschiedenen Formwillen mit der Zartheit des Ausdrucks verbindet und wiederholt Vergleiche mit dem frühen Werk von Joseph Beuys ermöglicht. Zusammenfassend darf man für das Schaffen ab 1910 behaupten, dass Lehmbruck durch seine „übersinnliche Tektonik“ und „abstrahierte Expressivität“ einen frühen und wesentlichen Beitrag zum modernen Menschenbild in der Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet hat.
Die Anrainer-Kommunen des Rhein-Herne-Kanals haben die Fortführung des Gemeinschaftsprojekts "KulturKanal" vereinbart. Eine entsprechende Verwaltungvereinbarung wurde jetzt von Herne, Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln unterschrieben. Gemeinsam wollen sie mit einem vielfältigen Kulturprogramm auf dem Rhein-Herne-Kanal einen Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten. 2010 sollen u.a. "Kulturschiffe" die Kulturstandorte der Anrainerkommunen verbinden. Zudem soll ein Projekt des Klangkünstlers Christof Schläger realisiert werden, bei dem Schiffshörner und Sirenen als Klangmaschinen entlang des Kanals positioniert ertönen.
Für die Kulturhauptstadt Europas wird der "Emscherschnellweg", die A 42, zur "Parkautobahn" umgestaltet. Nicht nur Begleitgrün und Lärmschutzwände werden "frisiert" - in den Autobahnkreuzen entstehen auch sogenannte "Ohren-Parks". Das Projekt, das im Rahmen einer Werkstatt entwickelt und prämiert wurde, wird am kommenden Dienstag, 16. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die "Parkautobahn" ist ein beispielhaftes Vernetzungsprojekt für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, das zwei Ministerien, den Landesbetrieb Straßen.NRW, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie sieben Anliegerstädte (Bottrop, Castrop-Rauxel, Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen) vereint. HINWEIS FÜR DIE REDAKTIONEN: Präsentiert wird das Projekt bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember, um 13.30 Uhr, im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, Düsseldorf. (Anfahrtshinweise unter www.mbv.nrw.de/Ministerium/Der_Weg_zu_uns/Mit_dem_Auto/index.php) Rede und Antwort stehen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, Umweltminister Eckhard Uhlenberg, Bernd Tischler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Parkautobahn sowie Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor der RUHR.2010 GmbH.
Neue Ausstellung ab dem 18. Januar im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop
Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop präsentiert ab dem 18. Januar 2009 die Ausstellung „John Szarkowski. Photographs“, eine Ausstellung des San Francisco Museum of Modern Art.
Die Ausstellung zeigt 60 Photographien von John Szarkowski (1925 - 2007). Rund dreißig Jahre war John Szarkowski Kurator für Photographie am Museum of Modern Art, New York. Vor und nach dieser Tätigkeit hat Szarkowski selbst fotografiert. In einer retrospektiv angelegten Schau werden diese Werke - als einziger Station in Deutschland - im Josef Albers Museum in Bottrop gezeigt. Die Werke des Fotografen sind bis zum 5. April .2009 zu sehen.
Das Buch zur Ausstellung, "John Szarkowski. Photographs", ist bei Bullfinch Press erschienen und zum Preis von 48 Euro erhältlich. [mehr]
Simon Rummel wird "Improviser in Residence" 2009 der Stadt Moers.
Mit dem 30-jährigen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Simon Rummel hält der zweite "Improviser in Residence" der Stadt Moers nun Einzug in die Grafenstadt. Vergleichbar einem "Stadtschreiber" oder "Stadtmusikant" wird Simon Rummel in 2009 ein Jahr lang seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Moers verlegen, um auf vielfältige Weise das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Er tritt damit die Nachfolge der Saxophonistin Angelika Niescier an, die die Aufgabe 2008 als erster "Improviser in Residence" mehr als erfolgreich ausfüllte.
Der aus Trier stammende und derzeit in Köln lebende Simon Rummel studierte Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln, später noch freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble - u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika - unterschiedlichste musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten sowie die Tätigkeit als Kantor und Organist. 2008 war Simon Rummel Stipendiat für experimentelle Komposition des Künstlerdorfes Schöppingen.
Am 1. Februar 2009 gibt Simon Rummel sein erstes Gespräckskonzert als "Improviser in Residence", das Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festival, moderieren wird. Zuvor ist er bereits als Gast bei dem Abschlusskonzert von Angelika Niescier am 16. Januar 2009 in Moers zu hören.
Ermöglicht wird die Einrichtung des "Impoviser in Residence" durch die Kunststiftung NRW und das Netzwerk Neue Musik, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Der "Improviser in Residence" ist wichtiger Bestandteil des Projektes "nimm! - Netzwerk Improvisierte Musik Moers ", welches über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren neue und experimentelle Formen improvisierter Musik im Kulturleben der Stadt Moers verankern soll.
Um das Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks zu präsentieren, startet das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg jetzt eine vierteilige Ausstellungsreihe, in der auch die Neuererwerbungen aus dem Nachlass zu sehen sind. Vom 18. Januar bis zum 26. April zeigt das Museum 55 Skulpturen und rund 90 Zeichnungen aus allen Werkphasen Lehmbrucks. Es folgen die Präsentationen "Skulptur, Material Technik" vom 30. August bis zum 10. Januar 2010, "Skulptur und Malerei" (19. Januar - 25. Juli 2010) und "Skulptur und Druckgrafik" (15. August - 14. November 2010). Mit der Reihe wird der Ankauf des 1.141 Werke umfassenden Künstler-Nachlasses gewürdigt. In Public-Private-Partnership werden diese bis 2011 erworben.
Unter dem Leitthema "Nordlichter" wollen die Ruhrfestspiele Recklinghausen dem Publikum in diesem Jahr das Theater aus dem europäischen Norden näher bringen. Vom 1. Mai bis zum 14. Juni werden Stücke bekannter skandinavischer Autoren wie Henrik Ibsen, August Strindberg, Ingmar Bergman, Per Olov Enquist und Jon Fosse auf die Bühne gebracht. Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist das "Bridge Project", eine transatlantische Theaterinitiative, die die Ruhrfestspiele in Kooperation mit BAM New York und The Old Vic Theatre London nach Recklinghausen bringen. Oscarpreisträger Sam Mendes inszeniert das Projekt mit Tschechows "Kirschgarten" und Shakespeares "Wintermärchen". Zum Ensemble gehören Ethan Hawke, Rebecca Hall und Josh Hamilton ("The Bourne Identity"). Auch sonst können die Ruhrfestspiele mit bekannten Namen aufwarten, z.B. Maximilian Schell, Harald Schmidt, Eva Mattes, Hannelore Elsner, Nina Hoss und Otto Sander. Im Festival der Uraufführungen werden zahlreiche Neuentdeckungen im eigenen Theaterzelt vorgestellt. Das Fringe Festival vom 26. Mai bis zum 12. Juni kommt in die Innenstadt und bezieht dort ein eigenes Zelt. Weitere Infos: www.ruhrfestspiele.de. [mehr] Zum 100. Geburtstag des Holzschneiders HAP Grieshaber (1909_- 1981) zeigen die Kunsthalle Recklinghausen und das Museum Bochum im Haus Kemnade vom 15. Februar bis zum 13. April eine Auswahl seines umfangreichen künstlerischen Schaffens. Die beiden sich ergänzenden Ausstellungen, die auf den jeweiligen Sammlungsbeständen der Häuser basieren, stellen den Menschenrechtler Grieshaber in den Mittelpunkt. In seinen Werken tritt er gegen die Diktatoren der Welt an. Er zeigt aber auch sein familiäres Umfeld und feiert die Zyklen der Natur. Seine Holzschnitte zeichnen sich durch kühne Farben und einer unbändigen Gestaltenfülle aus, die bislang der Malerei vorbehalten waren.
Investigativer TV-Journalismus, dreimal „Tatort“ und Neues bei der Unterhaltung
Große Bandbreite bei der Fiktion / politökonomische Themen prägen das Informationsgenre im Fernsehjahr 2008
(Marl) Die Nominierungen stehen fest: Aus 695 eingereichten Vorschlägen in den drei Wettbewerbskontingenten des Adolf-Grimme-Preises haben drei Vorauswahl-Kommissionen in mehrwöchigen Sitzungen insgesamt 60 nominierte Beiträge gefiltert. In der jetzt anstehenden Endrunde werden die Jurys über zwölf Grimme-Preise in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung entscheiden.
Erneut glänzten im TV-Jahr 2008 die Fernsehfilme durch stilsichere Regie, herausragende Darsteller-Leistungen und packende Drehbücher. Die Spannbreite der nominierten Beiträge reicht dabei von „Hurenkinder“ (ARD/NDR, Regie: Andreas Kleinert) mit Nina Kunzendorf über „Mütter, Väter, Kinder“ mit Katja Flint und Matthias Brandt bis hin zu „Mogadischu“ (ARD/SWR/BR) von Regisseur Roland Suso Richter. Auch Regisseur Dominik Graf, mit bislang sieben Trophäen der am häufigsten ausgezeichnete Grimme-Preisträger, ist mit „Das Gelübde“ (WDR/arte) im Rennen.
„Auch der aktuelle Jahrgang bestätigt: Viele Fernsehfilme haben in Deutschland ein sehr hohes Niveau“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann zum Wettbewerbskontingent „Fiktion“. Ebenfalls bestätige sich, dass Krimis dabei sehr präsent seien, „als spannende Verhandlung zeitkritischer Stoffe.“ Allein drei Ausgaben des ARD-„Tatortes“, darunter auch die Folge „Auf der Sonnenseite“ (ARD/NDR) mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (gespielt von Mehmet Kurtulus), haben eine Chance auf einen Grimme-Preis.
Bei den Serien konnten sich die Nominierungskommissionen über einige neue, preiswürdige Formate freuen. So wurden „Doctor’s Diary“ (RTL), „Dr. Molly und Karl“ (Sat.1) und „Mord mit Aussicht“ (ARD/WDR) für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert.
Die Nominierungskommission „Information & Kultur“ benannte unter anderem zwei Filme der Reihe „die story“ für die Endrunde: „Und plötzlich ist das Haus weg“ (ARD/WDR/SWR) thematisiert dubiose Kreditgeschäfte; „Gigant Gazprom“ (ARD/WDR/NDR) beleuchtet das Projekt um die sieben Milliarden teure Ostseepipeline und die Einbindung des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. „Komplexe politökonomische Themen und investigative journalistische Recherchen kennzeichnen maßgeblich das Informationsgenre des TV-Jahres 2008“, fasst Dr. Ulrich Spies, verantwortlicher Referent für den Adolf-Grimme-Preis, die Trends bei den Informationssendungen im Jahr 2008 zusammen.
Bei vielen der nominierten Beiträge spielt der Blick ins Ausland eine zentrale Rolle: „Ein Artikel zuviel – Anna Politkowskaja und das System Putin“ (3sat/ZDF/SF/MDR/rbb), „Die Jungs von Bagdad High“ (BBC/ZDF/arte), „Rubljovka – Straße der Glückseligkeit“ (rbb/arte/WDR), „Die Weggeworfenen“ (ZDF) oder „Losers and Winners“ (WDR/arte) zeigen die enorme Bandbreite der internationalen Themen.
Im Wettbewerbskontingent Unterhaltung ist zum zweiten Mal „Switch Reloaded“ (ProSieben) nominiert, ebenso wie die Reihe „Guildo und seine Gäste“ (SWR), in diesem Jahr mit der Folge „Hausbesuch“. „Leider gilt weiter: In der Unterhaltung gibt es nicht viel Neues oder Innovatives“, fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann die Diskussionen der Nominierungskommission zusammen.
Die Nominierungen zeigen allerdings eine große Bandbreite bei den Möglichkeiten des Genres. Der Kinder-Klassiker „Die Sendung mit der Maus“ ist mit einem Spezial zur Türkei ebenso im Rennen wie die Coaching-Serie „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ (RTL), „Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt“ (WDR) oder die satirische Reisedokumentation „Unterwegs nach woanders“ (3sat). Für seine „authentische, engagierte und uneitle Coaching-Tätigkeit als Schuldnerberater in ‚Raus aus den Schulden’ (RTL)“ ist Peter Zwegat nominiert.
Alle Nominierungen sind im Netz unter www.grimme-institut.de nachzulesen. Nachdem nun feststeht, welche Produktionen die Endrunde erreicht haben, werden drei Jurys in den Wettbewerbskategorien Unterhaltung, Information & Kultur sowie Fiktion vom 31. Januar bis zum 5. Februar über die insgesamt zwölf Grimme-Preise entscheiden. Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen auf einer Pressekonferenz am 25. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) bekannt. Die Preisverleihung findet am 3. April im Theater der Stadt Marl statt.
[mehr] Die Metropolregion Rhein-Ruhr umfasst ein Gebiet von etwa 7000 km_ mit ungefähr 10 Mio. Einwohnern. Der Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen 53 Kommunen und über 5 Millionen Einwohnern bildet das Herz unseres Landes Nordrhein-Westfalen. Das Bedürfnis nach Heimat und Identifikation als kausalen Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung beinhaltet somit die Suche nach Identität.
Essen und das gesamte Ruhrgebiet, zusammen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewählt, sind nun gefragt und gefordert, ein möglichst homogenes Wir-Gefühl der Bewohner des Ruhrgebiets, der "Ruhris" nach außen – und innen – zu fördern und zu transportieren. Ein Baustein dazu ist die Ruhri-Kultkampagne: Die Motivauswahl umfasst die touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Schätze und Besonderheiten der Region. Eine Kampagne, die dem Bewohner des Ruhrgebiets, dem Ruhri, mit Stolz und Überzeugung aus dem Herzen spricht. Das Ziel ist genau dieses Gefühl aufzugreifen, und zu transportieren.
In den Motiven spiegelt sich der innovative und zugleich bodenständige Ansatz, das strukturgewandelte Revier mit all seinen einmaligen Facetten zugleich stolz und witzig zu bewerben, wider: Da wird aus dem Bottroper Tetraeder "Dem Ruhri sein Gizeh", dem Gasometer Oberhausen "Dem Ruhri sein Louvre" und der Duisburger Hafen "Dem Ruhri sein Tor zur Welt".
Die Kampagne soll die Bewohner des Ruhrgebiets auf die Reise zu dem spannenden Großereignis Ruhr 2010 einstimmen, begleiten und begeistern. Jeder kann ein Botschafter dieser Region sein, dass ist zugleich Grundmotiv und Ziel dieser Kampagne. Ein legitimes, stolzes Bewusstsein für diese Region zu fördern und zu kultivieren, dazu wollen die Macher der Kampagne – Rudi Grande (Freier Redakteur und Autor), Rainer Rettinger (Inhaber des Redaktionsbüros Ruhrie!) und Ralph Lueger (Fotograf aus Essen) einen Beitrag leisten.
DEM RUHRI SEINE KAMPAGNE 23.01.-17.04.2009 Mo-Sa 8-22 Uhr, So 8-12 Uhr
ALTE LOHNHALLE Kultur- und Tagungshotel Rotthauser Str. 40 45309 Essen Fon 0201 | 384 57-0 www.Alte-Lohnhalle.de [mehr] Lang Lang trifft Herbie Hancock, Händel und Haydn "kooperieren" mit Mendelsohn und Alfred Brendel kehrt zurück - das sind die "Top-Begegnungen" des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr. Insgesamt 77 Konzerte mit mehr als 80 Pianisten aus 18 Nationen stehen auf dem Programm des renommierten Festivals, das in diesem Jahr vom 8. Mai bis zum 17. Juli durch die Metropole Ruhr tourt. Heute wurde das Programm vorgestellt, der Vorverkauf startet morgn (31. Januar). Mit Vorträgen und Konzerten ehrt das Festival u.a. den Pianisten Alfred Brendel, der sich eigentlich Ende 2008 offiziell vom Konzertleben verabschiedet hatte. Für das Klavier-Festival kehrt Brendel mit drei "Lectures" auf die Bühne zurück. Dabei gibt er Einblick in seine Gedanken über Musik und Interpretation. Daneben präsentiert er in vier Konzerten junge Pianisten, die ihm besonders nahe stehen: Paul Lewis, Till Fellner, Tim Horton und Kit Armstrong gestalten in der Reihe "Die großen Klavierschulen der Gegenwart" jeweils ihre ganz persönliche Hommage. Mit Blick auf den 250. Todestag von Georg Friedrich Händel hat das Festival erstmals auch Cembalisten eingeladen: Pascal Dubreuil und Léon Berben sind mit Solo-Programmen zu erleben. Weitere Konzertschwerpunkte widmen sich Haydn und Mendelsohn. Fünf exklusive Konzerte bietet die "JazzLine" des Klavier-Festivals Ruhr 2009. Dazu zählt das Eröffnungskonzert in der Jahrhunderthalle Bochum, bei dem der amerikanische Shootingstar Gerald Clayton von der SWR Big Band begleitet wird. Dazu geben Lang Lang und Herbie Hancock beim Klavier-Festival Ruhr 2009 ihr einziges Konzert in Deutschland. Das Klavier-Festival Ruhr beteiligt sich mit dem traditionellen Pianisten-Marathon in der Bochumer Jahrhunderthalle wieder an der ExtraSchicht (27. Juni). Begleitet wird das Festival wieder von einem Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit den Schwerpunkten "Entdeckungen - Discovery Projects", "Begegnungen - Encounters" und "Abenteuer Klavier - Little Piano School". Weitere Informationen zum Programm und zum Vorverkauf unter www.klavierfestival.de. [mehr] Wissenschaftliche Forschungen, Vortragsreihen, Initiativen und Projekte in Bezug auf RUHR.2010 wie auch ein Veranstaltungskalender sind ab dem 30. Januar im Wissenschaftsportal Kulturhauptstadt 2010 zu finden. Das Portal bietet damit eine Informationsquelle für die geplanten und laufenden wissenschaftlichen Aktivitäten und Termine rund um die Kulturhauptstadt Europas 2010 in der Metropole Ruhr. Weitere Informationen unter www.wissenschaft2010.de und www.ruhr2010.de/wissenschaft2010 [mehr] In Bochum wird wieder der Rote Teppich ausgerollt: Am 28. März werden in der Bochumer Jahrhunderthalle zum mittlerweile fünften Mal die Steiger Awards verliehen. Auch diesmal geben sich wieder zahlreiche Prominente die Ehre, darunter z.B. der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi und frühere polnische Staatspräsident Aleksander Kwasinewski, die in der Kategorie "Europa" ausgezeichnet werden oder auch Sir Bob Geldorf (Musik). Weitere Steiger Awards gehen an Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (Toleranz), Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (Charity), Veronica Ferres (Film), Sir David Frost (Medien) und Dieter Hallervorden (Entertainment). Der Schauspieler, Autor und Regisseur Maximilian Schell wird für sein Lebenswerk geehrt. Der Steiger Award ehrt Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die sich in der Tradition des Steigers verdient gemacht haben.
Die Berliner Symphoniker gastieren am Samstag, dem 14. Februar, mit Valery Oistrach in Bottrop. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Lichthof der Berufsschule. Dirigent Christian Simonis widmet das Programm David Oistrach zum 100. Geburtstag und Felix Mendelssohn-Bartholdy zum 200. Geburtstag. Auf dem Programm stehen „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert D-Dur op. 35 von P.I. Tschaikowsky und die Symphonie Nr. 8 „Die Englische“ von Antonin Dvorak – ein rundum attraktives Programm.
Der gebürtige Wiener Christian Simonis war Wiener Sängerknabe und bekam nach seinem Musikstudium zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Als Gast arbeitet er regelmäßig mit renommierten Orchestern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Türkei zusammen. Konzertreisen führten ihn nach Italien, Estland, Tschechien und Japan. Nach seinem Debüt in der Philharmonie Berlin im vergangenen Herbst wurde er gemeinsam mit den Berliner Symphonikern auf einer Spanien-Tournee vom Publikum begeistert gefeiert.
Seit mehr als vier Jahrzehnten sind die Berliner Symphoniker ein fester Bestandteil der Orchesterlandschaft dieser Stadt und besitzen eine kontinuierlich gewachsene musikalische Tradition. Sie sind als musikalische Botschafter für Berlin tätig und haben durch die kulturelle Breitenarbeit weit über ihre Heimatstadt hinaus Popularität und Ansehen gefunden. Konzerte führen nach Frankreich, Spanien, Schweiz, Großbritannien und Argentinien. Außerdem führten Konzertreisen nach Japan und China.
Valery Oistrach repräsentiert nach seinem Großvater David Oistrach und seinem Vater Igor Oistrach in nunmehr dritter Generation die große und legendäre Geigentradition der Familie Oistrach. In Moskau geboren, erhielt er den ersten Geigenunterricht von seinem Großvater. Mit seinem Vater Igor musizierte er das umfangreiche Repertoire für zwei Violinen. Valerys tiefes Verständnis des Violinrepertoires sowie sein fesselnder Ton haben seinen Interpretationen zu hoher Anerkennung bei Kritikern und beim Publikum verholfen.
Film ab und willkommen in der Kulturhauptstadt RUHR.2010: In der VeltinsArena in Gelsenkirchen werden die Fußballfans von Schalke 04 und Werder Bremen am kommenden Samstag erstmals als Gäste in der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 begrüßt. Zur Einstimmung auf das Spiel und die Kulturmetropole Ruhr läuft auf dem großen Stadion-Videowürfel der Imagefilm in einer neu geschnittenen Kurzfassung der Kulturhauptstadt gleich kurz vor Spielbeginn und in der Halbzeitpause. Die Begrüßung der Fans durch den Stadionsprecher und die Vorführung des Imagefilms sind erste konkrete Aktionen der Kooperation zwischen RUHR.2010 und dem FC Schalke 04. Dass Fußball als ein wichtiger Teil der Alltagskultur in der Metropole Ruhr untrennbar zusammengehören, zeigte sich bereits im Oktober 2008 beim UEFA-Cup-Spiel FC Schalke 04 gegen Paris Saint-Germain als in der VeltinsArena in Gelsenkirchen ein 240 Meter lange LED-Bandenwerbung für die Kulturhauptstadt Europas 2010 während der Live-Übertragung zu sehen war. Die RUHR.2010 GmbH ist auch mit den anderen großen Fußballvereinen in der Region im Gespräch, um ähnliche Aktionen zu initiieren. Die Kölner Agentur "Zeitsprung" hatte im Spätsommer 2008 an diversen Plätzen in der Metropole Ruhr gedreht. Der fünfminütige Film stellt mit emotionalen Bildern und schnellen Schnitten alle Facetten des Kulturlebens in der neuen Metropole Europas vor. Die VeltinsArena in Gelsenkirchen wird im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 mehrfach zum großen Schauplatz: Zum Beispiel gleich zum Auftakt bei der abendlichen Eröffnungsveranstaltung am 9. Januar 2010 und beim Finale des Day of Songs am 5. Juni 2010.
Erfolgreicher Auftakt fürs Ruhr Museum: 40.000 Besucher sahen die Ausstellung "Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein", die erste reguläre Sonderausstellung des Museums, die gestern endete. Damit gehört die Ausstellung zu den erfolgreichsten kulturhistorischen Ausstellungen der letzten Jahre im Ruhrgebiet. Als nächste Ausstellung folgt vom 16. März bis 28. Juni die naturkundliche Präsentation "Living Stones. Die Natur als Künstlerin".
Die weltweit erste Biennale für Internationale Lichtkunst nimmt Gestalt an. Das Kulturhauptstadt-Projekt präsentiert vom 28. März bis 27. Mai 2010 Werke der Lichtkunst in privaten Wohnungen und Häusern der Städte Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna. Unter dem Motto "open light in private spaces" sind rund 60 internationale Künstler eingeladen, die privaten Räume ins rechte künstlerische Licht zu setzen und Kunst zwischen Wohnzimmer und Keller zu inszenieren. Darunter sind u.a. Angela Bulloch, Tracey Emin, Jenny Holzer, Mischa Kuball, Pipilotti Rist, Saburo Teshigawara, Rosemarie Trockel und Jun Yang. Die Biennale für Internationale Lichtkunst soll in Zukunft alle zwei Jahre in NRW stattfinden. Thema und Ort sollen wechseln. Die Tickets für die 1. Biennale für Internationale Lichtkunst sind limitiert. Vorbestellungen sind möglich im Internet unter www.biennale-lichtkunst.de. [mehr] Mit mehr als 2,5 Millionen Euro fördert RWE als einer der RUHR.2010-Hauptsponsoren zahlreiche Projekte der Kulturhauptstadt Europas. Einen Überblick über sein Engagement gab der Energiekonzern heute anlässlich des Baustarts des ersten Ruhr-Atolls, das 2010 auf dem Baldeneysee schwimmen soll und ebenfalls von RWE gesponsert wird. Unter dem Motto "EnergieKulturRuhr" will RWE den Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen, z.B. mit dem MUS-E Labor, das zusammen mit der Yehudi-Menuhin-Stiftung auf einem Ruhr-Atoll realisiert wird. Dort lernen und experimentieren Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammen mit Künstlern und Wissenschaftlern. Neben den Ruhr-Atollen bildet die Ausstellung "A star is born" im Folkwang-Museum einen weiteren Schwerpunkt. Die große Sonderausstellung der Fotografischen Sammlung des Museums zeigt rund 250 Objekte zum Thema "Fotografie und Rock seit Elvis Presley". Desweiteren gefördert werden u.a. der Umbau des Dortmunder U für die Kreativ-Wirtschaft, die Schaffung künstlerische Wegmarken auf dem RuhrtalRadweg, das Jugendprojekt "Ruhr Nation" sowie die Dauerausstellung "Virtuelles Wasser" im Mülheimer Museum "Aquarius".
Das Römermuseum in Haltern ist vom 2. März bis zum 15. Mai geschlossen. In dieser Zeit wird das Haus für die Ausstellung "Imperium, Konflikt, Mythos" umgebaut, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe anlässlich des 2.000 Jahrestags der Varusschlacht präsentiert. Die Schau eröffnet am 16. Mai. Schon jetzt ist das Interesse an der Ausstellung groß: 400 Führungen wurden bereits gebucht.
Die Unterschriftenaktion des Betriebsrates für eine gesicherte Zukunft und den Erhalt aller künstlerischen Sparten der Theater und Philharmonie (TUP) erzielte einen enormen Erfolg: Mehr als 8.000 Freunde und Förderer bekundeten bislang durch ihre Unterschrift ihre Solidarität mit der größten Kulturinstitution des Ruhrgebiets.
Vor etwa einer Woche startete der Betriebsrat in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eine Unterschriftenaktion für eine gesicherte Zukunft der TUP und den Erhalt ihrer Sparten (Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Theater, Essener Philharmoniker, Philharmonie Essen und Schauspiel Essen). Schon jetzt ist die Resonanz von Freunden und Förderern, die sich solidarisch zeigen, enorm. Über 8.000 Unterschriften gingen in den vergangenen Tagen im Büro des Betriebsrates ein, und jeden Tag kommen weitere hinzu.
Die gesammelten Stimmen zeigen ein klares Bekenntnis der Bürger der Stadt und der Region zum größten Theaterbetrieb in Nordrhein-Westfalen, das die Mitarbeiter der TUP nun auch von den Politikern insbesondere der Landesbezirksregierung fordern.
Solange von der Bezirksregierung Einsparungen im Kulturbereich beabsichtigt sind, muss die TUP um ihre Zukunft fürchten. Deswegen wird auch nach der Ratssitzung die Unterschriftensammlung fortgesetzt. Interessierte sind weiterhin aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen: Bei den Abendveranstaltungen im Grillo Theater, Aalto-Theater und in der Philharmonie sowie an allen Vorverkaufsstellen der TUP liegen Unterschriftenlisten aus.
Das Netzwerk der European Capitals of Culture (ECOC) sagt sein für März geplantes Treffen im litauischen Vilnius ab. Es reagiert damit auf die Entscheidung der litauischen Regierung, die Direktorin der Kulturhauptstadt Europas Vilnius 09 zu entlassen und das Budget fürs Kulturhauptstadtjahr drastisch zu kürzen. Das ECOC-Netzwerk entstand auf besondere Initiative von RUHR.2010, Istanbul 2010 und Liverpool 2008. Es vereint die aktuellen und künftigen Kulturhauptstädte Europas. Bereits seit mehreren Jahren finden regelmäßig Treffen in jährlich wechselnden Städten statt.
Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es gelungen, den umfangreichen Wilhelm Lehmbruck-Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern. „Damit ist die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, die bisher rund 165 Werke Lehmbrucks, vor allem seine Plastiken erworben hatte, weltweit zur alleinigen und einzigartigen Sammlungs- und Forschungsstätte dieses bedeutenden Künstlers der klassischen Moderne avanciert“, freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung.
Zu Jahresbeginn 2005 bot die Familie Lehmbruck der Stadt Duisburg, der Heimat des Künstlers, den Nachlass vorrangig und befristet zum Kauf an. Das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur bewertete sofort die dauerhafte Sicherung des Lehmbruck-Nachlasses als höchste Priorität. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff begriff den Erhalt des Nachlasses des Duisburger Künstlers Wilhelm Lehmbruck als „existentiell notwendig für die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum“ und engagierte sich in besonderer Weise, indem er mit einer Anschubfinanzierung bereits im Jahre 2006 ein deutliches Signal setzte. Die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen begleitete von Beginn an intensiv die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft und garantierte zusammen mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die kunsthistorische Expertise für das umfangreiche Nachlass-Konvolut.
Unter der Moderation von Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl Janssen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, und Thomas Hüttemann, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, wurde ein Public-Private-Partnership-Modell zur Finanzierung entwickelt und zum Erfolg geführt. Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit 6 Millionen Euro, die Stadt Duisburg mit 5 Millionen Euro und - vermittelt durch Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstandsmitglied der Franz Haniel & Cie GmbH sowie Jutta Stolle, Abteilungsdirektorin bei Franz Haniel & Cie. GmbH - drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE (mit Dr. Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender) sowie ThyssenKrupp Steel AG (mit Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender) mit 4 Millionen Euro.
Die Erbengemeinschaft Lehmbruck hat einen großzügigen Preisnachlass gewährt und ist dem Lehmbruck Museum durch Gewährung von Ratenzahlungen bis zum Jahre 2011 entgegengekommen.
Für Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Direktor der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, kann die seit langem angestrebte Sicherung des gesamten Lebenswerkes von Wilhelm Lehmbruck als Basis der herausragenden internationalen Skulpturensammlung des 20. Jahrhunderts nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darum wird das Museum auch - mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr RUHR 2010 – das Schaffen Wilhelm Lehmbrucks unter betonter Einbeziehung der Neuerwerbungen in den Jahren 2009/10 in einer Folge von wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Reihe hat bereits mit der derzeitigen Ausstellung der Zeichnungen von Lehmbruck und Beuys begonnen (bis 11.1.2009). Außerdem werden zahlreiche Hauptwerke Lehmbrucks im Zentrum einer Ausstellung stehen, die unter dem Titel „Oublier Rodin? La sculpture entre 1905 et 1914“ von März bis Mai 2009 im Musée d’Orsay in Paris und von Juni bis Oktober 2009 in der Fundación Mapfre in Madrid präsentiert wird.
Zeitgleich mit dem erfolgreichen Abschluss über den Erwerb des Wilhelm Lehmbruck-Nachlasses konnten auch zwei weitere, für die Zukunft des Lehmbruck Museums in höchstem Maße wichtige Entscheidungen getroffen werden: die Aufstockung des Siftungskapitals um 4,6 Millionen Euro durch das große Engagement der drei genannten Duisburger Großunternehmen und der Ratsbeschluss der Stadt Duisburg, dem Museum in den Jahren 2009-2013 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2 Millionen Euro zu sichern. Damit gewinnt das Lehmbruck Museum mittelfristig eine stabile finanzielle Grundlage für seine weitere Entwicklung.
II Geschichte des Werkes von Wilhelm Lehmbruck in Duisburg
Mit diesem Ankauf dokumentiert Duisburg erneut sein Bekenntnis zu Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), dem bedeutendsten Künstler in der Geschichte der Stadt.
Das Verhältnis von Lehmbruck und Duisburg ist durch eine bewegte Geschichte gekennzeichnet. Auf den einzigen Lebzeitankauf, die „Duisburgerin“ 1912, finanziert von der Familie Böninger, folgt die Absage des Künstlers für eine „Heldenfigur“ auf dem Ehrenfriedhof des Kaiserbergs 1915. Erst 1925, sechs Jahre nach dem frühen Freitod des Künstlers, gelingt es August Hoff als Direktor des Museumsvereins, einen großen Teil des Nachlasses als Leihgabe von der Witwe des Künstlers, Anita Lehmbruck, zu gewinnen. 1927 findet bereits der präfaschistische Angriff auf die Bronze der „Knienden“ statt. Die Nazis verfolgen das Lehmbrucksche Werk als „entartet“, weshalb der Nachlass an die Familie zurückgegeben werden muss. Nur unter größtem und gefährlichem Einsatz sowie unter Hinnahme einiger Kriegsverluste kann die Familie Lehmbruck das Lebenswerk des Künstlers über die NS-Zeit retten. Wegen dieser Erfahrungen erst spät und unter erheblichen Mühen gelingt es der Stadt Duisburg 1964, mit der Eröffnung des von Manfred Lehmbruck geplanten Lehmbruck Museums auch den Lehmbruck-Nachlass leihweise von der Familie zurückzugewinnen, ohne ihn vertraglich sichern zu können. Im Gegenzug präsentiert das Museum seitdem das Lebenswerk des Künstlers im architektonisch herausragenden Lehmbruck-Trakt und organisiert zahlreiche Lehmbruck-Ausstellungen im In- und Ausland.
III Die künstlerische Bedeutung Wilhelm Lehmbrucks
Ernst Barlach (1870-1938) und Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) dürfen aus heutiger Sicht als die wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne bezeichnet werden. Das Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck ist national wertvolles Kulturgut von internationaler Bedeutung. Es bildet darüber hinaus die historische Grundlage, den künstlerischen Maßstab und die konzeptionelle Perspektive für die internationale Skulpturensammlung der Moderne in Duisburg bis in die Gegenwart hinein.
Das plastische Frühwerk von 1898 bis 1906 spiegelt im wesentlichen Lehmbrucks stilpluralistische, gründerzeitliche, durch seinen Lehrer Carl Janssen vermittelte, sozial und neoklassizistisch orientierten Anfänge der Ausbildungsjahre in Düsseldorf. Vor allem über Rodin und dessen Gegenpol Maillol findet Lehmbruck bis 1910, bis zum Beginn seiner Pariser Jahre, zu seinem eigenen plastischen Stil und Ausdruck: in introvertierten, vergeistigten Figuren, die strenger als bei Maillol architektonisch gebaut sind, die von Maß und Proportion bestimmt sind und in schönliniger Silhouette zusammengehalten werden. Durch Streckung und Verräumlichung der Figur steigert Lehmbruck bis 1914 den Ausdruck seiner Idealgestalten von Mann und Frau. Mit seiner „übersinnlichen Tektonik“ hat er den Durchbruch zur Moderne in Bronze-, Steinguss- und Terrakottafiguren erreicht. Die erzwungene Rückkehr nach Berlin 1914 und die Erfahrung des Weltkrieges wenden das Tektonische ins Expressive, Fragmentarische und Reduzierte. Es entstehen in den Berliner und Züricher Jahren bis 1918/19 die existenziellen Antikriegsplastiken des „Gestürzten“ und des „Sitzenden Jünglings“, innige und erschütternde Menschenbilder voller Melancholie und Einsamkeit, die eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit, Transzendenz, innerem Frieden und gereinigter, lichter Welt zum Ausdruck bringen.
Parallel zu seinem plastischen Werk entwickelt Lehmbruck in seinen Pariser Jahren ein malerisches Schaffen, das über Bildnisse und Akte, paradiesische Gruppenbilder und konfliktgeladene Beziehungsthemen von Mann und Frau in den bewegten, zeichnerischen Expressionismus der letzen Jahre einmündet. Ebenfalls in den Pariser Jahren entwickelt Lehmbruck schließlich sein druckgrafisches Werk, vor allem in Radierungen, die eine eigene Ikonografie beinhalten, aber auch Themen seiner Plastik aufgreifen. Zupackend und unkonventionell geht der Künstler mit dem Grabstichel wie mit den Papieren beim Drucken um und verändert wiederholt die Zustände dieser Blätter.
Bindeglied zwischen allen Kunstgattungen und doch immer wieder auch autonom ist die Zeichnung, die in reichlicher Fülle den entschiedenen Formwillen mit der Zartheit des Ausdrucks verbindet und wiederholt Vergleiche mit dem frühen Werk von Joseph Beuys ermöglicht. Zusammenfassend darf man für das Schaffen ab 1910 behaupten, dass Lehmbruck durch seine „übersinnliche Tektonik“ und „abstrahierte Expressivität“ einen frühen und wesentlichen Beitrag zum modernen Menschenbild in der Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet hat.
Die Anrainer-Kommunen des Rhein-Herne-Kanals haben die Fortführung des Gemeinschaftsprojekts "KulturKanal" vereinbart. Eine entsprechende Verwaltungvereinbarung wurde jetzt von Herne, Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln unterschrieben. Gemeinsam wollen sie mit einem vielfältigen Kulturprogramm auf dem Rhein-Herne-Kanal einen Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten. 2010 sollen u.a. "Kulturschiffe" die Kulturstandorte der Anrainerkommunen verbinden. Zudem soll ein Projekt des Klangkünstlers Christof Schläger realisiert werden, bei dem Schiffshörner und Sirenen als Klangmaschinen entlang des Kanals positioniert ertönen.
Für die Kulturhauptstadt Europas wird der "Emscherschnellweg", die A 42, zur "Parkautobahn" umgestaltet. Nicht nur Begleitgrün und Lärmschutzwände werden "frisiert" - in den Autobahnkreuzen entstehen auch sogenannte "Ohren-Parks". Das Projekt, das im Rahmen einer Werkstatt entwickelt und prämiert wurde, wird am kommenden Dienstag, 16. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die "Parkautobahn" ist ein beispielhaftes Vernetzungsprojekt für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, das zwei Ministerien, den Landesbetrieb Straßen.NRW, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie sieben Anliegerstädte (Bottrop, Castrop-Rauxel, Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen) vereint. HINWEIS FÜR DIE REDAKTIONEN: Präsentiert wird das Projekt bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember, um 13.30 Uhr, im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, Düsseldorf. (Anfahrtshinweise unter www.mbv.nrw.de/Ministerium/Der_Weg_zu_uns/Mit_dem_Auto/index.php) Rede und Antwort stehen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, Umweltminister Eckhard Uhlenberg, Bernd Tischler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Parkautobahn sowie Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor der RUHR.2010 GmbH.
Neue Ausstellung ab dem 18. Januar im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop
Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop präsentiert ab dem 18. Januar 2009 die Ausstellung „John Szarkowski. Photographs“, eine Ausstellung des San Francisco Museum of Modern Art.
Die Ausstellung zeigt 60 Photographien von John Szarkowski (1925 - 2007). Rund dreißig Jahre war John Szarkowski Kurator für Photographie am Museum of Modern Art, New York. Vor und nach dieser Tätigkeit hat Szarkowski selbst fotografiert. In einer retrospektiv angelegten Schau werden diese Werke - als einziger Station in Deutschland - im Josef Albers Museum in Bottrop gezeigt. Die Werke des Fotografen sind bis zum 5. April .2009 zu sehen.
Das Buch zur Ausstellung, "John Szarkowski. Photographs", ist bei Bullfinch Press erschienen und zum Preis von 48 Euro erhältlich. [mehr]
Simon Rummel wird "Improviser in Residence" 2009 der Stadt Moers.
Mit dem 30-jährigen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Simon Rummel hält der zweite "Improviser in Residence" der Stadt Moers nun Einzug in die Grafenstadt. Vergleichbar einem "Stadtschreiber" oder "Stadtmusikant" wird Simon Rummel in 2009 ein Jahr lang seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Moers verlegen, um auf vielfältige Weise das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Er tritt damit die Nachfolge der Saxophonistin Angelika Niescier an, die die Aufgabe 2008 als erster "Improviser in Residence" mehr als erfolgreich ausfüllte.
Der aus Trier stammende und derzeit in Köln lebende Simon Rummel studierte Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln, später noch freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble - u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika - unterschiedlichste musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten sowie die Tätigkeit als Kantor und Organist. 2008 war Simon Rummel Stipendiat für experimentelle Komposition des Künstlerdorfes Schöppingen.
Am 1. Februar 2009 gibt Simon Rummel sein erstes Gespräckskonzert als "Improviser in Residence", das Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festival, moderieren wird. Zuvor ist er bereits als Gast bei dem Abschlusskonzert von Angelika Niescier am 16. Januar 2009 in Moers zu hören.
Ermöglicht wird die Einrichtung des "Impoviser in Residence" durch die Kunststiftung NRW und das Netzwerk Neue Musik, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Der "Improviser in Residence" ist wichtiger Bestandteil des Projektes "nimm! - Netzwerk Improvisierte Musik Moers ", welches über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren neue und experimentelle Formen improvisierter Musik im Kulturleben der Stadt Moers verankern soll.
Um das Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks zu präsentieren, startet das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg jetzt eine vierteilige Ausstellungsreihe, in der auch die Neuererwerbungen aus dem Nachlass zu sehen sind. Vom 18. Januar bis zum 26. April zeigt das Museum 55 Skulpturen und rund 90 Zeichnungen aus allen Werkphasen Lehmbrucks. Es folgen die Präsentationen "Skulptur, Material Technik" vom 30. August bis zum 10. Januar 2010, "Skulptur und Malerei" (19. Januar - 25. Juli 2010) und "Skulptur und Druckgrafik" (15. August - 14. November 2010). Mit der Reihe wird der Ankauf des 1.141 Werke umfassenden Künstler-Nachlasses gewürdigt. In Public-Private-Partnership werden diese bis 2011 erworben.
Unter dem Leitthema "Nordlichter" wollen die Ruhrfestspiele Recklinghausen dem Publikum in diesem Jahr das Theater aus dem europäischen Norden näher bringen. Vom 1. Mai bis zum 14. Juni werden Stücke bekannter skandinavischer Autoren wie Henrik Ibsen, August Strindberg, Ingmar Bergman, Per Olov Enquist und Jon Fosse auf die Bühne gebracht. Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist das "Bridge Project", eine transatlantische Theaterinitiative, die die Ruhrfestspiele in Kooperation mit BAM New York und The Old Vic Theatre London nach Recklinghausen bringen. Oscarpreisträger Sam Mendes inszeniert das Projekt mit Tschechows "Kirschgarten" und Shakespeares "Wintermärchen". Zum Ensemble gehören Ethan Hawke, Rebecca Hall und Josh Hamilton ("The Bourne Identity"). Auch sonst können die Ruhrfestspiele mit bekannten Namen aufwarten, z.B. Maximilian Schell, Harald Schmidt, Eva Mattes, Hannelore Elsner, Nina Hoss und Otto Sander. Im Festival der Uraufführungen werden zahlreiche Neuentdeckungen im eigenen Theaterzelt vorgestellt. Das Fringe Festival vom 26. Mai bis zum 12. Juni kommt in die Innenstadt und bezieht dort ein eigenes Zelt. Weitere Infos: www.ruhrfestspiele.de. [mehr] Zum 100. Geburtstag des Holzschneiders HAP Grieshaber (1909_- 1981) zeigen die Kunsthalle Recklinghausen und das Museum Bochum im Haus Kemnade vom 15. Februar bis zum 13. April eine Auswahl seines umfangreichen künstlerischen Schaffens. Die beiden sich ergänzenden Ausstellungen, die auf den jeweiligen Sammlungsbeständen der Häuser basieren, stellen den Menschenrechtler Grieshaber in den Mittelpunkt. In seinen Werken tritt er gegen die Diktatoren der Welt an. Er zeigt aber auch sein familiäres Umfeld und feiert die Zyklen der Natur. Seine Holzschnitte zeichnen sich durch kühne Farben und einer unbändigen Gestaltenfülle aus, die bislang der Malerei vorbehalten waren.
Investigativer TV-Journalismus, dreimal „Tatort“ und Neues bei der Unterhaltung
Große Bandbreite bei der Fiktion / politökonomische Themen prägen das Informationsgenre im Fernsehjahr 2008
(Marl) Die Nominierungen stehen fest: Aus 695 eingereichten Vorschlägen in den drei Wettbewerbskontingenten des Adolf-Grimme-Preises haben drei Vorauswahl-Kommissionen in mehrwöchigen Sitzungen insgesamt 60 nominierte Beiträge gefiltert. In der jetzt anstehenden Endrunde werden die Jurys über zwölf Grimme-Preise in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung entscheiden.
Erneut glänzten im TV-Jahr 2008 die Fernsehfilme durch stilsichere Regie, herausragende Darsteller-Leistungen und packende Drehbücher. Die Spannbreite der nominierten Beiträge reicht dabei von „Hurenkinder“ (ARD/NDR, Regie: Andreas Kleinert) mit Nina Kunzendorf über „Mütter, Väter, Kinder“ mit Katja Flint und Matthias Brandt bis hin zu „Mogadischu“ (ARD/SWR/BR) von Regisseur Roland Suso Richter. Auch Regisseur Dominik Graf, mit bislang sieben Trophäen der am häufigsten ausgezeichnete Grimme-Preisträger, ist mit „Das Gelübde“ (WDR/arte) im Rennen.
„Auch der aktuelle Jahrgang bestätigt: Viele Fernsehfilme haben in Deutschland ein sehr hohes Niveau“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann zum Wettbewerbskontingent „Fiktion“. Ebenfalls bestätige sich, dass Krimis dabei sehr präsent seien, „als spannende Verhandlung zeitkritischer Stoffe.“ Allein drei Ausgaben des ARD-„Tatortes“, darunter auch die Folge „Auf der Sonnenseite“ (ARD/NDR) mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (gespielt von Mehmet Kurtulus), haben eine Chance auf einen Grimme-Preis.
Bei den Serien konnten sich die Nominierungskommissionen über einige neue, preiswürdige Formate freuen. So wurden „Doctor’s Diary“ (RTL), „Dr. Molly und Karl“ (Sat.1) und „Mord mit Aussicht“ (ARD/WDR) für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert.
Die Nominierungskommission „Information & Kultur“ benannte unter anderem zwei Filme der Reihe „die story“ für die Endrunde: „Und plötzlich ist das Haus weg“ (ARD/WDR/SWR) thematisiert dubiose Kreditgeschäfte; „Gigant Gazprom“ (ARD/WDR/NDR) beleuchtet das Projekt um die sieben Milliarden teure Ostseepipeline und die Einbindung des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. „Komplexe politökonomische Themen und investigative journalistische Recherchen kennzeichnen maßgeblich das Informationsgenre des TV-Jahres 2008“, fasst Dr. Ulrich Spies, verantwortlicher Referent für den Adolf-Grimme-Preis, die Trends bei den Informationssendungen im Jahr 2008 zusammen.
Bei vielen der nominierten Beiträge spielt der Blick ins Ausland eine zentrale Rolle: „Ein Artikel zuviel – Anna Politkowskaja und das System Putin“ (3sat/ZDF/SF/MDR/rbb), „Die Jungs von Bagdad High“ (BBC/ZDF/arte), „Rubljovka – Straße der Glückseligkeit“ (rbb/arte/WDR), „Die Weggeworfenen“ (ZDF) oder „Losers and Winners“ (WDR/arte) zeigen die enorme Bandbreite der internationalen Themen.
Im Wettbewerbskontingent Unterhaltung ist zum zweiten Mal „Switch Reloaded“ (ProSieben) nominiert, ebenso wie die Reihe „Guildo und seine Gäste“ (SWR), in diesem Jahr mit der Folge „Hausbesuch“. „Leider gilt weiter: In der Unterhaltung gibt es nicht viel Neues oder Innovatives“, fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann die Diskussionen der Nominierungskommission zusammen.
Die Nominierungen zeigen allerdings eine große Bandbreite bei den Möglichkeiten des Genres. Der Kinder-Klassiker „Die Sendung mit der Maus“ ist mit einem Spezial zur Türkei ebenso im Rennen wie die Coaching-Serie „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ (RTL), „Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt“ (WDR) oder die satirische Reisedokumentation „Unterwegs nach woanders“ (3sat). Für seine „authentische, engagierte und uneitle Coaching-Tätigkeit als Schuldnerberater in ‚Raus aus den Schulden’ (RTL)“ ist Peter Zwegat nominiert.
Alle Nominierungen sind im Netz unter www.grimme-institut.de nachzulesen. Nachdem nun feststeht, welche Produktionen die Endrunde erreicht haben, werden drei Jurys in den Wettbewerbskategorien Unterhaltung, Information & Kultur sowie Fiktion vom 31. Januar bis zum 5. Februar über die insgesamt zwölf Grimme-Preise entscheiden. Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen auf einer Pressekonferenz am 25. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) bekannt. Die Preisverleihung findet am 3. April im Theater der Stadt Marl statt.
[mehr] Die Metropolregion Rhein-Ruhr umfasst ein Gebiet von etwa 7000 km_ mit ungefähr 10 Mio. Einwohnern. Der Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen 53 Kommunen und über 5 Millionen Einwohnern bildet das Herz unseres Landes Nordrhein-Westfalen. Das Bedürfnis nach Heimat und Identifikation als kausalen Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung beinhaltet somit die Suche nach Identität.
Essen und das gesamte Ruhrgebiet, zusammen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewählt, sind nun gefragt und gefordert, ein möglichst homogenes Wir-Gefühl der Bewohner des Ruhrgebiets, der "Ruhris" nach außen – und innen – zu fördern und zu transportieren. Ein Baustein dazu ist die Ruhri-Kultkampagne: Die Motivauswahl umfasst die touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Schätze und Besonderheiten der Region. Eine Kampagne, die dem Bewohner des Ruhrgebiets, dem Ruhri, mit Stolz und Überzeugung aus dem Herzen spricht. Das Ziel ist genau dieses Gefühl aufzugreifen, und zu transportieren.
In den Motiven spiegelt sich der innovative und zugleich bodenständige Ansatz, das strukturgewandelte Revier mit all seinen einmaligen Facetten zugleich stolz und witzig zu bewerben, wider: Da wird aus dem Bottroper Tetraeder "Dem Ruhri sein Gizeh", dem Gasometer Oberhausen "Dem Ruhri sein Louvre" und der Duisburger Hafen "Dem Ruhri sein Tor zur Welt".
Die Kampagne soll die Bewohner des Ruhrgebiets auf die Reise zu dem spannenden Großereignis Ruhr 2010 einstimmen, begleiten und begeistern. Jeder kann ein Botschafter dieser Region sein, dass ist zugleich Grundmotiv und Ziel dieser Kampagne. Ein legitimes, stolzes Bewusstsein für diese Region zu fördern und zu kultivieren, dazu wollen die Macher der Kampagne – Rudi Grande (Freier Redakteur und Autor), Rainer Rettinger (Inhaber des Redaktionsbüros Ruhrie!) und Ralph Lueger (Fotograf aus Essen) einen Beitrag leisten.
DEM RUHRI SEINE KAMPAGNE 23.01.-17.04.2009 Mo-Sa 8-22 Uhr, So 8-12 Uhr
ALTE LOHNHALLE Kultur- und Tagungshotel Rotthauser Str. 40 45309 Essen Fon 0201 | 384 57-0 www.Alte-Lohnhalle.de [mehr] Lang Lang trifft Herbie Hancock, Händel und Haydn "kooperieren" mit Mendelsohn und Alfred Brendel kehrt zurück - das sind die "Top-Begegnungen" des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr. Insgesamt 77 Konzerte mit mehr als 80 Pianisten aus 18 Nationen stehen auf dem Programm des renommierten Festivals, das in diesem Jahr vom 8. Mai bis zum 17. Juli durch die Metropole Ruhr tourt. Heute wurde das Programm vorgestellt, der Vorverkauf startet morgn (31. Januar). Mit Vorträgen und Konzerten ehrt das Festival u.a. den Pianisten Alfred Brendel, der sich eigentlich Ende 2008 offiziell vom Konzertleben verabschiedet hatte. Für das Klavier-Festival kehrt Brendel mit drei "Lectures" auf die Bühne zurück. Dabei gibt er Einblick in seine Gedanken über Musik und Interpretation. Daneben präsentiert er in vier Konzerten junge Pianisten, die ihm besonders nahe stehen: Paul Lewis, Till Fellner, Tim Horton und Kit Armstrong gestalten in der Reihe "Die großen Klavierschulen der Gegenwart" jeweils ihre ganz persönliche Hommage. Mit Blick auf den 250. Todestag von Georg Friedrich Händel hat das Festival erstmals auch Cembalisten eingeladen: Pascal Dubreuil und Léon Berben sind mit Solo-Programmen zu erleben. Weitere Konzertschwerpunkte widmen sich Haydn und Mendelsohn. Fünf exklusive Konzerte bietet die "JazzLine" des Klavier-Festivals Ruhr 2009. Dazu zählt das Eröffnungskonzert in der Jahrhunderthalle Bochum, bei dem der amerikanische Shootingstar Gerald Clayton von der SWR Big Band begleitet wird. Dazu geben Lang Lang und Herbie Hancock beim Klavier-Festival Ruhr 2009 ihr einziges Konzert in Deutschland. Das Klavier-Festival Ruhr beteiligt sich mit dem traditionellen Pianisten-Marathon in der Bochumer Jahrhunderthalle wieder an der ExtraSchicht (27. Juni). Begleitet wird das Festival wieder von einem Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit den Schwerpunkten "Entdeckungen - Discovery Projects", "Begegnungen - Encounters" und "Abenteuer Klavier - Little Piano School". Weitere Informationen zum Programm und zum Vorverkauf unter www.klavierfestival.de. [mehr] Wissenschaftliche Forschungen, Vortragsreihen, Initiativen und Projekte in Bezug auf RUHR.2010 wie auch ein Veranstaltungskalender sind ab dem 30. Januar im Wissenschaftsportal Kulturhauptstadt 2010 zu finden. Das Portal bietet damit eine Informationsquelle für die geplanten und laufenden wissenschaftlichen Aktivitäten und Termine rund um die Kulturhauptstadt Europas 2010 in der Metropole Ruhr. Weitere Informationen unter www.wissenschaft2010.de und www.ruhr2010.de/wissenschaft2010 [mehr] In Bochum wird wieder der Rote Teppich ausgerollt: Am 28. März werden in der Bochumer Jahrhunderthalle zum mittlerweile fünften Mal die Steiger Awards verliehen. Auch diesmal geben sich wieder zahlreiche Prominente die Ehre, darunter z.B. der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi und frühere polnische Staatspräsident Aleksander Kwasinewski, die in der Kategorie "Europa" ausgezeichnet werden oder auch Sir Bob Geldorf (Musik). Weitere Steiger Awards gehen an Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (Toleranz), Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (Charity), Veronica Ferres (Film), Sir David Frost (Medien) und Dieter Hallervorden (Entertainment). Der Schauspieler, Autor und Regisseur Maximilian Schell wird für sein Lebenswerk geehrt. Der Steiger Award ehrt Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die sich in der Tradition des Steigers verdient gemacht haben.
Die Berliner Symphoniker gastieren am Samstag, dem 14. Februar, mit Valery Oistrach in Bottrop. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Lichthof der Berufsschule. Dirigent Christian Simonis widmet das Programm David Oistrach zum 100. Geburtstag und Felix Mendelssohn-Bartholdy zum 200. Geburtstag. Auf dem Programm stehen „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert D-Dur op. 35 von P.I. Tschaikowsky und die Symphonie Nr. 8 „Die Englische“ von Antonin Dvorak – ein rundum attraktives Programm.
Der gebürtige Wiener Christian Simonis war Wiener Sängerknabe und bekam nach seinem Musikstudium zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Als Gast arbeitet er regelmäßig mit renommierten Orchestern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Türkei zusammen. Konzertreisen führten ihn nach Italien, Estland, Tschechien und Japan. Nach seinem Debüt in der Philharmonie Berlin im vergangenen Herbst wurde er gemeinsam mit den Berliner Symphonikern auf einer Spanien-Tournee vom Publikum begeistert gefeiert.
Seit mehr als vier Jahrzehnten sind die Berliner Symphoniker ein fester Bestandteil der Orchesterlandschaft dieser Stadt und besitzen eine kontinuierlich gewachsene musikalische Tradition. Sie sind als musikalische Botschafter für Berlin tätig und haben durch die kulturelle Breitenarbeit weit über ihre Heimatstadt hinaus Popularität und Ansehen gefunden. Konzerte führen nach Frankreich, Spanien, Schweiz, Großbritannien und Argentinien. Außerdem führten Konzertreisen nach Japan und China.
Valery Oistrach repräsentiert nach seinem Großvater David Oistrach und seinem Vater Igor Oistrach in nunmehr dritter Generation die große und legendäre Geigentradition der Familie Oistrach. In Moskau geboren, erhielt er den ersten Geigenunterricht von seinem Großvater. Mit seinem Vater Igor musizierte er das umfangreiche Repertoire für zwei Violinen. Valerys tiefes Verständnis des Violinrepertoires sowie sein fesselnder Ton haben seinen Interpretationen zu hoher Anerkennung bei Kritikern und beim Publikum verholfen.
Film ab und willkommen in der Kulturhauptstadt RUHR.2010: In der VeltinsArena in Gelsenkirchen werden die Fußballfans von Schalke 04 und Werder Bremen am kommenden Samstag erstmals als Gäste in der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 begrüßt. Zur Einstimmung auf das Spiel und die Kulturmetropole Ruhr läuft auf dem großen Stadion-Videowürfel der Imagefilm in einer neu geschnittenen Kurzfassung der Kulturhauptstadt gleich kurz vor Spielbeginn und in der Halbzeitpause. Die Begrüßung der Fans durch den Stadionsprecher und die Vorführung des Imagefilms sind erste konkrete Aktionen der Kooperation zwischen RUHR.2010 und dem FC Schalke 04. Dass Fußball als ein wichtiger Teil der Alltagskultur in der Metropole Ruhr untrennbar zusammengehören, zeigte sich bereits im Oktober 2008 beim UEFA-Cup-Spiel FC Schalke 04 gegen Paris Saint-Germain als in der VeltinsArena in Gelsenkirchen ein 240 Meter lange LED-Bandenwerbung für die Kulturhauptstadt Europas 2010 während der Live-Übertragung zu sehen war. Die RUHR.2010 GmbH ist auch mit den anderen großen Fußballvereinen in der Region im Gespräch, um ähnliche Aktionen zu initiieren. Die Kölner Agentur "Zeitsprung" hatte im Spätsommer 2008 an diversen Plätzen in der Metropole Ruhr gedreht. Der fünfminütige Film stellt mit emotionalen Bildern und schnellen Schnitten alle Facetten des Kulturlebens in der neuen Metropole Europas vor. Die VeltinsArena in Gelsenkirchen wird im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 mehrfach zum großen Schauplatz: Zum Beispiel gleich zum Auftakt bei der abendlichen Eröffnungsveranstaltung am 9. Januar 2010 und beim Finale des Day of Songs am 5. Juni 2010.
Erfolgreicher Auftakt fürs Ruhr Museum: 40.000 Besucher sahen die Ausstellung "Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein", die erste reguläre Sonderausstellung des Museums, die gestern endete. Damit gehört die Ausstellung zu den erfolgreichsten kulturhistorischen Ausstellungen der letzten Jahre im Ruhrgebiet. Als nächste Ausstellung folgt vom 16. März bis 28. Juni die naturkundliche Präsentation "Living Stones. Die Natur als Künstlerin".
Die weltweit erste Biennale für Internationale Lichtkunst nimmt Gestalt an. Das Kulturhauptstadt-Projekt präsentiert vom 28. März bis 27. Mai 2010 Werke der Lichtkunst in privaten Wohnungen und Häusern der Städte Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna. Unter dem Motto "open light in private spaces" sind rund 60 internationale Künstler eingeladen, die privaten Räume ins rechte künstlerische Licht zu setzen und Kunst zwischen Wohnzimmer und Keller zu inszenieren. Darunter sind u.a. Angela Bulloch, Tracey Emin, Jenny Holzer, Mischa Kuball, Pipilotti Rist, Saburo Teshigawara, Rosemarie Trockel und Jun Yang. Die Biennale für Internationale Lichtkunst soll in Zukunft alle zwei Jahre in NRW stattfinden. Thema und Ort sollen wechseln. Die Tickets für die 1. Biennale für Internationale Lichtkunst sind limitiert. Vorbestellungen sind möglich im Internet unter www.biennale-lichtkunst.de. [mehr] Mit mehr als 2,5 Millionen Euro fördert RWE als einer der RUHR.2010-Hauptsponsoren zahlreiche Projekte der Kulturhauptstadt Europas. Einen Überblick über sein Engagement gab der Energiekonzern heute anlässlich des Baustarts des ersten Ruhr-Atolls, das 2010 auf dem Baldeneysee schwimmen soll und ebenfalls von RWE gesponsert wird. Unter dem Motto "EnergieKulturRuhr" will RWE den Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen, z.B. mit dem MUS-E Labor, das zusammen mit der Yehudi-Menuhin-Stiftung auf einem Ruhr-Atoll realisiert wird. Dort lernen und experimentieren Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammen mit Künstlern und Wissenschaftlern. Neben den Ruhr-Atollen bildet die Ausstellung "A star is born" im Folkwang-Museum einen weiteren Schwerpunkt. Die große Sonderausstellung der Fotografischen Sammlung des Museums zeigt rund 250 Objekte zum Thema "Fotografie und Rock seit Elvis Presley". Desweiteren gefördert werden u.a. der Umbau des Dortmunder U für die Kreativ-Wirtschaft, die Schaffung künstlerische Wegmarken auf dem RuhrtalRadweg, das Jugendprojekt "Ruhr Nation" sowie die Dauerausstellung "Virtuelles Wasser" im Mülheimer Museum "Aquarius".
Das Römermuseum in Haltern ist vom 2. März bis zum 15. Mai geschlossen. In dieser Zeit wird das Haus für die Ausstellung "Imperium, Konflikt, Mythos" umgebaut, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe anlässlich des 2.000 Jahrestags der Varusschlacht präsentiert. Die Schau eröffnet am 16. Mai. Schon jetzt ist das Interesse an der Ausstellung groß: 400 Führungen wurden bereits gebucht.
Die Unterschriftenaktion des Betriebsrates für eine gesicherte Zukunft und den Erhalt aller künstlerischen Sparten der Theater und Philharmonie (TUP) erzielte einen enormen Erfolg: Mehr als 8.000 Freunde und Förderer bekundeten bislang durch ihre Unterschrift ihre Solidarität mit der größten Kulturinstitution des Ruhrgebiets.
Vor etwa einer Woche startete der Betriebsrat in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eine Unterschriftenaktion für eine gesicherte Zukunft der TUP und den Erhalt ihrer Sparten (Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Theater, Essener Philharmoniker, Philharmonie Essen und Schauspiel Essen). Schon jetzt ist die Resonanz von Freunden und Förderern, die sich solidarisch zeigen, enorm. Über 8.000 Unterschriften gingen in den vergangenen Tagen im Büro des Betriebsrates ein, und jeden Tag kommen weitere hinzu.
Die gesammelten Stimmen zeigen ein klares Bekenntnis der Bürger der Stadt und der Region zum größten Theaterbetrieb in Nordrhein-Westfalen, das die Mitarbeiter der TUP nun auch von den Politikern insbesondere der Landesbezirksregierung fordern.
Solange von der Bezirksregierung Einsparungen im Kulturbereich beabsichtigt sind, muss die TUP um ihre Zukunft fürchten. Deswegen wird auch nach der Ratssitzung die Unterschriftensammlung fortgesetzt. Interessierte sind weiterhin aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen: Bei den Abendveranstaltungen im Grillo Theater, Aalto-Theater und in der Philharmonie sowie an allen Vorverkaufsstellen der TUP liegen Unterschriftenlisten aus.
Apfelbäume für die Metropole Ruhr: 53 alte Apfelsorten - einige bereits nahezu verschwunden - sollen auf einer zwei Hektar großen Streuobstwiese in Dorsten die Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets repräsentieren. Die Bäume werden innerhalb des Umrisses der Region gepflanzt, die Wege bilden die Flussläufe nach. Baumpaten aus allen Städten und Gemeinden werden werden am Samstag, 29. November (11 Uhr), zum Spaten greifen und die jungen Bäume setzen - darunter auch RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink. Initiiert wurde das Projekt als "Machbarkeitsstudie" für das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 von den Kunstvereinen Gelsenkirchen, Hattingen, Virtuell-Visuell Dorsten sowie der Bochumer galerie januar und dem Förderverein Zeche Unser Fritz 2/3 aus Herne. Für die RUHR.2010 GmbH wird Programmkoordinator Jürgen Fischer eine Baum-Patenschaft übernehmen. Nach der Pflanzaktion soll die Streuobstwiese mit Ausstellungen, Lesungen und Musik belebt werden. So soll ein Ruhr-Kultur-Garten entstehen. Der Garten ist Teil des RUHR.2010-Projekts "Der Gahlensche Kohlenweg - Kunststraße wird Straße der Kunst", mit dem die beteiligten Vereine eine Kunstachse entlang des historischen Transportweges von Hattingen über Bochum, Herne, Gelsenkirchen nach Dorsten schaffen wollen.
"Mutter Beimers" Herz gehört dem Ruhrgebiet - und vor allem dem Kulturhauptstadt-Projekt. Deshalb hat Schauspielerin Marie-Luise Marjan jetzt auch ein Buch herausgegeben "RUHR.2010. Kulturhauptstadt Europas". Es wird heute in Köln vorgestellt. Für den reich illustrierten Band hat sie namhafte Gastautoren gewinnen können, die von der kulturellen Vielfalt des Ruhrgebiets berichten. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Essens Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger, Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, WDR-Moderator Manni Breuckmann, Kabarettist Ludger Stratmann, Bischof Franz Grave und viele andere werfen einen ganz persönlichen Blick auf die Region. Marie-Luise Marjan wurde 1940 in Essen geboren und wuchs in Hattingen auf. Zwölf Jahre lang stand sie im Schauspielhaus Bochum auf der Bühne. Das Buch erscheint im Lingen Verlag und ist ab dem 24. November für 14,95 Euro im Handel erhältlich.
Unter dem Motto "Macht!" steht das erste internationale Klangvokal Musikfestival Dortmund vom 28. Mai bis zum 16. Juni 2009. 40 Aufführungen mit rund 5.000 Mitwirkenden stehen auf dem Programm des Sparten übergreifenden Vokalmusik-Festivals. Das musikalische Spektrum reicht von der Oper und der klassischen Vokalkunst über den Jazz und die Weltmusik bis hin zur Popmusik. Festivalgäste sind die amerikanische Jazzikone und mehrfache Grammy-Preisträgerin Dianne Reeves am 29. Mai, der deutsche Sänger Andreas Scholl, der am 1. Juni in der Reinoldikirche erstmals ein Konzert mit spätmittelalterlicher Musik präsentiert, und der frisch gekürte Echopreisträger und Countertenor Philippe Jaroussky aus Frankreich (4. Juni). Auch open air gibt's reichlich Musik: Am 14. Juni findet eine italienische Operngala im Westfalenpark statt; das Chorfest am 6. Juni wird von mehr als 150 Chören aus Dortmund u.a. auf zehn Open-Air-Bühnen gestaltet. "Afrika im Park" lautet das Motto am 30. Mai. Zum Festivalausklang zelebrieren japanische Mönche am 16. Juni ein buddhistisches Musikritual. Weitere Infos unter www.klangvokal.de.
Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es gelungen, den umfangreichen Wilhelm Lehmbruck-Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern. „Damit ist die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, die bisher rund 165 Werke Lehmbrucks, vor allem seine Plastiken erworben hatte, weltweit zur alleinigen und einzigartigen Sammlungs- und Forschungsstätte dieses bedeutenden Künstlers der klassischen Moderne avanciert“, freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung.
Zu Jahresbeginn 2005 bot die Familie Lehmbruck der Stadt Duisburg, der Heimat des Künstlers, den Nachlass vorrangig und befristet zum Kauf an. Das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur bewertete sofort die dauerhafte Sicherung des Lehmbruck-Nachlasses als höchste Priorität. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff begriff den Erhalt des Nachlasses des Duisburger Künstlers Wilhelm Lehmbruck als „existentiell notwendig für die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum“ und engagierte sich in besonderer Weise, indem er mit einer Anschubfinanzierung bereits im Jahre 2006 ein deutliches Signal setzte. Die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen begleitete von Beginn an intensiv die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft und garantierte zusammen mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die kunsthistorische Expertise für das umfangreiche Nachlass-Konvolut.
Unter der Moderation von Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl Janssen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, und Thomas Hüttemann, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, wurde ein Public-Private-Partnership-Modell zur Finanzierung entwickelt und zum Erfolg geführt. Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit 6 Millionen Euro, die Stadt Duisburg mit 5 Millionen Euro und - vermittelt durch Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstandsmitglied der Franz Haniel & Cie GmbH sowie Jutta Stolle, Abteilungsdirektorin bei Franz Haniel & Cie. GmbH - drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE (mit Dr. Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender) sowie ThyssenKrupp Steel AG (mit Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender) mit 4 Millionen Euro.
Die Erbengemeinschaft Lehmbruck hat einen großzügigen Preisnachlass gewährt und ist dem Lehmbruck Museum durch Gewährung von Ratenzahlungen bis zum Jahre 2011 entgegengekommen.
Für Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Direktor der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, kann die seit langem angestrebte Sicherung des gesamten Lebenswerkes von Wilhelm Lehmbruck als Basis der herausragenden internationalen Skulpturensammlung des 20. Jahrhunderts nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darum wird das Museum auch - mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr RUHR 2010 – das Schaffen Wilhelm Lehmbrucks unter betonter Einbeziehung der Neuerwerbungen in den Jahren 2009/10 in einer Folge von wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Reihe hat bereits mit der derzeitigen Ausstellung der Zeichnungen von Lehmbruck und Beuys begonnen (bis 11.1.2009). Außerdem werden zahlreiche Hauptwerke Lehmbrucks im Zentrum einer Ausstellung stehen, die unter dem Titel „Oublier Rodin? La sculpture entre 1905 et 1914“ von März bis Mai 2009 im Musée d’Orsay in Paris und von Juni bis Oktober 2009 in der Fundación Mapfre in Madrid präsentiert wird.
Zeitgleich mit dem erfolgreichen Abschluss über den Erwerb des Wilhelm Lehmbruck-Nachlasses konnten auch zwei weitere, für die Zukunft des Lehmbruck Museums in höchstem Maße wichtige Entscheidungen getroffen werden: die Aufstockung des Siftungskapitals um 4,6 Millionen Euro durch das große Engagement der drei genannten Duisburger Großunternehmen und der Ratsbeschluss der Stadt Duisburg, dem Museum in den Jahren 2009-2013 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2 Millionen Euro zu sichern. Damit gewinnt das Lehmbruck Museum mittelfristig eine stabile finanzielle Grundlage für seine weitere Entwicklung.
II Geschichte des Werkes von Wilhelm Lehmbruck in Duisburg
Mit diesem Ankauf dokumentiert Duisburg erneut sein Bekenntnis zu Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), dem bedeutendsten Künstler in der Geschichte der Stadt.
Das Verhältnis von Lehmbruck und Duisburg ist durch eine bewegte Geschichte gekennzeichnet. Auf den einzigen Lebzeitankauf, die „Duisburgerin“ 1912, finanziert von der Familie Böninger, folgt die Absage des Künstlers für eine „Heldenfigur“ auf dem Ehrenfriedhof des Kaiserbergs 1915. Erst 1925, sechs Jahre nach dem frühen Freitod des Künstlers, gelingt es August Hoff als Direktor des Museumsvereins, einen großen Teil des Nachlasses als Leihgabe von der Witwe des Künstlers, Anita Lehmbruck, zu gewinnen. 1927 findet bereits der präfaschistische Angriff auf die Bronze der „Knienden“ statt. Die Nazis verfolgen das Lehmbrucksche Werk als „entartet“, weshalb der Nachlass an die Familie zurückgegeben werden muss. Nur unter größtem und gefährlichem Einsatz sowie unter Hinnahme einiger Kriegsverluste kann die Familie Lehmbruck das Lebenswerk des Künstlers über die NS-Zeit retten. Wegen dieser Erfahrungen erst spät und unter erheblichen Mühen gelingt es der Stadt Duisburg 1964, mit der Eröffnung des von Manfred Lehmbruck geplanten Lehmbruck Museums auch den Lehmbruck-Nachlass leihweise von der Familie zurückzugewinnen, ohne ihn vertraglich sichern zu können. Im Gegenzug präsentiert das Museum seitdem das Lebenswerk des Künstlers im architektonisch herausragenden Lehmbruck-Trakt und organisiert zahlreiche Lehmbruck-Ausstellungen im In- und Ausland.
III Die künstlerische Bedeutung Wilhelm Lehmbrucks
Ernst Barlach (1870-1938) und Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) dürfen aus heutiger Sicht als die wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne bezeichnet werden. Das Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck ist national wertvolles Kulturgut von internationaler Bedeutung. Es bildet darüber hinaus die historische Grundlage, den künstlerischen Maßstab und die konzeptionelle Perspektive für die internationale Skulpturensammlung der Moderne in Duisburg bis in die Gegenwart hinein.
Das plastische Frühwerk von 1898 bis 1906 spiegelt im wesentlichen Lehmbrucks stilpluralistische, gründerzeitliche, durch seinen Lehrer Carl Janssen vermittelte, sozial und neoklassizistisch orientierten Anfänge der Ausbildungsjahre in Düsseldorf. Vor allem über Rodin und dessen Gegenpol Maillol findet Lehmbruck bis 1910, bis zum Beginn seiner Pariser Jahre, zu seinem eigenen plastischen Stil und Ausdruck: in introvertierten, vergeistigten Figuren, die strenger als bei Maillol architektonisch gebaut sind, die von Maß und Proportion bestimmt sind und in schönliniger Silhouette zusammengehalten werden. Durch Streckung und Verräumlichung der Figur steigert Lehmbruck bis 1914 den Ausdruck seiner Idealgestalten von Mann und Frau. Mit seiner „übersinnlichen Tektonik“ hat er den Durchbruch zur Moderne in Bronze-, Steinguss- und Terrakottafiguren erreicht. Die erzwungene Rückkehr nach Berlin 1914 und die Erfahrung des Weltkrieges wenden das Tektonische ins Expressive, Fragmentarische und Reduzierte. Es entstehen in den Berliner und Züricher Jahren bis 1918/19 die existenziellen Antikriegsplastiken des „Gestürzten“ und des „Sitzenden Jünglings“, innige und erschütternde Menschenbilder voller Melancholie und Einsamkeit, die eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit, Transzendenz, innerem Frieden und gereinigter, lichter Welt zum Ausdruck bringen.
Parallel zu seinem plastischen Werk entwickelt Lehmbruck in seinen Pariser Jahren ein malerisches Schaffen, das über Bildnisse und Akte, paradiesische Gruppenbilder und konfliktgeladene Beziehungsthemen von Mann und Frau in den bewegten, zeichnerischen Expressionismus der letzen Jahre einmündet. Ebenfalls in den Pariser Jahren entwickelt Lehmbruck schließlich sein druckgrafisches Werk, vor allem in Radierungen, die eine eigene Ikonografie beinhalten, aber auch Themen seiner Plastik aufgreifen. Zupackend und unkonventionell geht der Künstler mit dem Grabstichel wie mit den Papieren beim Drucken um und verändert wiederholt die Zustände dieser Blätter.
Bindeglied zwischen allen Kunstgattungen und doch immer wieder auch autonom ist die Zeichnung, die in reichlicher Fülle den entschiedenen Formwillen mit der Zartheit des Ausdrucks verbindet und wiederholt Vergleiche mit dem frühen Werk von Joseph Beuys ermöglicht. Zusammenfassend darf man für das Schaffen ab 1910 behaupten, dass Lehmbruck durch seine „übersinnliche Tektonik“ und „abstrahierte Expressivität“ einen frühen und wesentlichen Beitrag zum modernen Menschenbild in der Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet hat.
Die Anrainer-Kommunen des Rhein-Herne-Kanals haben die Fortführung des Gemeinschaftsprojekts "KulturKanal" vereinbart. Eine entsprechende Verwaltungvereinbarung wurde jetzt von Herne, Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln unterschrieben. Gemeinsam wollen sie mit einem vielfältigen Kulturprogramm auf dem Rhein-Herne-Kanal einen Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten. 2010 sollen u.a. "Kulturschiffe" die Kulturstandorte der Anrainerkommunen verbinden. Zudem soll ein Projekt des Klangkünstlers Christof Schläger realisiert werden, bei dem Schiffshörner und Sirenen als Klangmaschinen entlang des Kanals positioniert ertönen.
Für die Kulturhauptstadt Europas wird der "Emscherschnellweg", die A 42, zur "Parkautobahn" umgestaltet. Nicht nur Begleitgrün und Lärmschutzwände werden "frisiert" - in den Autobahnkreuzen entstehen auch sogenannte "Ohren-Parks". Das Projekt, das im Rahmen einer Werkstatt entwickelt und prämiert wurde, wird am kommenden Dienstag, 16. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die "Parkautobahn" ist ein beispielhaftes Vernetzungsprojekt für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, das zwei Ministerien, den Landesbetrieb Straßen.NRW, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie sieben Anliegerstädte (Bottrop, Castrop-Rauxel, Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen) vereint. HINWEIS FÜR DIE REDAKTIONEN: Präsentiert wird das Projekt bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember, um 13.30 Uhr, im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, Düsseldorf. (Anfahrtshinweise unter www.mbv.nrw.de/Ministerium/Der_Weg_zu_uns/Mit_dem_Auto/index.php) Rede und Antwort stehen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, Umweltminister Eckhard Uhlenberg, Bernd Tischler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Parkautobahn sowie Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor der RUHR.2010 GmbH.
Neue Ausstellung ab dem 18. Januar im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop
Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop präsentiert ab dem 18. Januar 2009 die Ausstellung „John Szarkowski. Photographs“, eine Ausstellung des San Francisco Museum of Modern Art.
Die Ausstellung zeigt 60 Photographien von John Szarkowski (1925 - 2007). Rund dreißig Jahre war John Szarkowski Kurator für Photographie am Museum of Modern Art, New York. Vor und nach dieser Tätigkeit hat Szarkowski selbst fotografiert. In einer retrospektiv angelegten Schau werden diese Werke - als einziger Station in Deutschland - im Josef Albers Museum in Bottrop gezeigt. Die Werke des Fotografen sind bis zum 5. April .2009 zu sehen.
Das Buch zur Ausstellung, "John Szarkowski. Photographs", ist bei Bullfinch Press erschienen und zum Preis von 48 Euro erhältlich. [mehr]
Simon Rummel wird "Improviser in Residence" 2009 der Stadt Moers.
Mit dem 30-jährigen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Simon Rummel hält der zweite "Improviser in Residence" der Stadt Moers nun Einzug in die Grafenstadt. Vergleichbar einem "Stadtschreiber" oder "Stadtmusikant" wird Simon Rummel in 2009 ein Jahr lang seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Moers verlegen, um auf vielfältige Weise das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Er tritt damit die Nachfolge der Saxophonistin Angelika Niescier an, die die Aufgabe 2008 als erster "Improviser in Residence" mehr als erfolgreich ausfüllte.
Der aus Trier stammende und derzeit in Köln lebende Simon Rummel studierte Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln, später noch freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble - u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika - unterschiedlichste musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten sowie die Tätigkeit als Kantor und Organist. 2008 war Simon Rummel Stipendiat für experimentelle Komposition des Künstlerdorfes Schöppingen.
Am 1. Februar 2009 gibt Simon Rummel sein erstes Gespräckskonzert als "Improviser in Residence", das Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festival, moderieren wird. Zuvor ist er bereits als Gast bei dem Abschlusskonzert von Angelika Niescier am 16. Januar 2009 in Moers zu hören.
Ermöglicht wird die Einrichtung des "Impoviser in Residence" durch die Kunststiftung NRW und das Netzwerk Neue Musik, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Der "Improviser in Residence" ist wichtiger Bestandteil des Projektes "nimm! - Netzwerk Improvisierte Musik Moers ", welches über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren neue und experimentelle Formen improvisierter Musik im Kulturleben der Stadt Moers verankern soll.
Um das Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks zu präsentieren, startet das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg jetzt eine vierteilige Ausstellungsreihe, in der auch die Neuererwerbungen aus dem Nachlass zu sehen sind. Vom 18. Januar bis zum 26. April zeigt das Museum 55 Skulpturen und rund 90 Zeichnungen aus allen Werkphasen Lehmbrucks. Es folgen die Präsentationen "Skulptur, Material Technik" vom 30. August bis zum 10. Januar 2010, "Skulptur und Malerei" (19. Januar - 25. Juli 2010) und "Skulptur und Druckgrafik" (15. August - 14. November 2010). Mit der Reihe wird der Ankauf des 1.141 Werke umfassenden Künstler-Nachlasses gewürdigt. In Public-Private-Partnership werden diese bis 2011 erworben.
Unter dem Leitthema "Nordlichter" wollen die Ruhrfestspiele Recklinghausen dem Publikum in diesem Jahr das Theater aus dem europäischen Norden näher bringen. Vom 1. Mai bis zum 14. Juni werden Stücke bekannter skandinavischer Autoren wie Henrik Ibsen, August Strindberg, Ingmar Bergman, Per Olov Enquist und Jon Fosse auf die Bühne gebracht. Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist das "Bridge Project", eine transatlantische Theaterinitiative, die die Ruhrfestspiele in Kooperation mit BAM New York und The Old Vic Theatre London nach Recklinghausen bringen. Oscarpreisträger Sam Mendes inszeniert das Projekt mit Tschechows "Kirschgarten" und Shakespeares "Wintermärchen". Zum Ensemble gehören Ethan Hawke, Rebecca Hall und Josh Hamilton ("The Bourne Identity"). Auch sonst können die Ruhrfestspiele mit bekannten Namen aufwarten, z.B. Maximilian Schell, Harald Schmidt, Eva Mattes, Hannelore Elsner, Nina Hoss und Otto Sander. Im Festival der Uraufführungen werden zahlreiche Neuentdeckungen im eigenen Theaterzelt vorgestellt. Das Fringe Festival vom 26. Mai bis zum 12. Juni kommt in die Innenstadt und bezieht dort ein eigenes Zelt. Weitere Infos: www.ruhrfestspiele.de. [mehr] Zum 100. Geburtstag des Holzschneiders HAP Grieshaber (1909_- 1981) zeigen die Kunsthalle Recklinghausen und das Museum Bochum im Haus Kemnade vom 15. Februar bis zum 13. April eine Auswahl seines umfangreichen künstlerischen Schaffens. Die beiden sich ergänzenden Ausstellungen, die auf den jeweiligen Sammlungsbeständen der Häuser basieren, stellen den Menschenrechtler Grieshaber in den Mittelpunkt. In seinen Werken tritt er gegen die Diktatoren der Welt an. Er zeigt aber auch sein familiäres Umfeld und feiert die Zyklen der Natur. Seine Holzschnitte zeichnen sich durch kühne Farben und einer unbändigen Gestaltenfülle aus, die bislang der Malerei vorbehalten waren.
Investigativer TV-Journalismus, dreimal „Tatort“ und Neues bei der Unterhaltung
Große Bandbreite bei der Fiktion / politökonomische Themen prägen das Informationsgenre im Fernsehjahr 2008
(Marl) Die Nominierungen stehen fest: Aus 695 eingereichten Vorschlägen in den drei Wettbewerbskontingenten des Adolf-Grimme-Preises haben drei Vorauswahl-Kommissionen in mehrwöchigen Sitzungen insgesamt 60 nominierte Beiträge gefiltert. In der jetzt anstehenden Endrunde werden die Jurys über zwölf Grimme-Preise in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung entscheiden.
Erneut glänzten im TV-Jahr 2008 die Fernsehfilme durch stilsichere Regie, herausragende Darsteller-Leistungen und packende Drehbücher. Die Spannbreite der nominierten Beiträge reicht dabei von „Hurenkinder“ (ARD/NDR, Regie: Andreas Kleinert) mit Nina Kunzendorf über „Mütter, Väter, Kinder“ mit Katja Flint und Matthias Brandt bis hin zu „Mogadischu“ (ARD/SWR/BR) von Regisseur Roland Suso Richter. Auch Regisseur Dominik Graf, mit bislang sieben Trophäen der am häufigsten ausgezeichnete Grimme-Preisträger, ist mit „Das Gelübde“ (WDR/arte) im Rennen.
„Auch der aktuelle Jahrgang bestätigt: Viele Fernsehfilme haben in Deutschland ein sehr hohes Niveau“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann zum Wettbewerbskontingent „Fiktion“. Ebenfalls bestätige sich, dass Krimis dabei sehr präsent seien, „als spannende Verhandlung zeitkritischer Stoffe.“ Allein drei Ausgaben des ARD-„Tatortes“, darunter auch die Folge „Auf der Sonnenseite“ (ARD/NDR) mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (gespielt von Mehmet Kurtulus), haben eine Chance auf einen Grimme-Preis.
Bei den Serien konnten sich die Nominierungskommissionen über einige neue, preiswürdige Formate freuen. So wurden „Doctor’s Diary“ (RTL), „Dr. Molly und Karl“ (Sat.1) und „Mord mit Aussicht“ (ARD/WDR) für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert.
Die Nominierungskommission „Information & Kultur“ benannte unter anderem zwei Filme der Reihe „die story“ für die Endrunde: „Und plötzlich ist das Haus weg“ (ARD/WDR/SWR) thematisiert dubiose Kreditgeschäfte; „Gigant Gazprom“ (ARD/WDR/NDR) beleuchtet das Projekt um die sieben Milliarden teure Ostseepipeline und die Einbindung des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. „Komplexe politökonomische Themen und investigative journalistische Recherchen kennzeichnen maßgeblich das Informationsgenre des TV-Jahres 2008“, fasst Dr. Ulrich Spies, verantwortlicher Referent für den Adolf-Grimme-Preis, die Trends bei den Informationssendungen im Jahr 2008 zusammen.
Bei vielen der nominierten Beiträge spielt der Blick ins Ausland eine zentrale Rolle: „Ein Artikel zuviel – Anna Politkowskaja und das System Putin“ (3sat/ZDF/SF/MDR/rbb), „Die Jungs von Bagdad High“ (BBC/ZDF/arte), „Rubljovka – Straße der Glückseligkeit“ (rbb/arte/WDR), „Die Weggeworfenen“ (ZDF) oder „Losers and Winners“ (WDR/arte) zeigen die enorme Bandbreite der internationalen Themen.
Im Wettbewerbskontingent Unterhaltung ist zum zweiten Mal „Switch Reloaded“ (ProSieben) nominiert, ebenso wie die Reihe „Guildo und seine Gäste“ (SWR), in diesem Jahr mit der Folge „Hausbesuch“. „Leider gilt weiter: In der Unterhaltung gibt es nicht viel Neues oder Innovatives“, fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann die Diskussionen der Nominierungskommission zusammen.
Die Nominierungen zeigen allerdings eine große Bandbreite bei den Möglichkeiten des Genres. Der Kinder-Klassiker „Die Sendung mit der Maus“ ist mit einem Spezial zur Türkei ebenso im Rennen wie die Coaching-Serie „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ (RTL), „Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt“ (WDR) oder die satirische Reisedokumentation „Unterwegs nach woanders“ (3sat). Für seine „authentische, engagierte und uneitle Coaching-Tätigkeit als Schuldnerberater in ‚Raus aus den Schulden’ (RTL)“ ist Peter Zwegat nominiert.
Alle Nominierungen sind im Netz unter www.grimme-institut.de nachzulesen. Nachdem nun feststeht, welche Produktionen die Endrunde erreicht haben, werden drei Jurys in den Wettbewerbskategorien Unterhaltung, Information & Kultur sowie Fiktion vom 31. Januar bis zum 5. Februar über die insgesamt zwölf Grimme-Preise entscheiden. Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen auf einer Pressekonferenz am 25. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) bekannt. Die Preisverleihung findet am 3. April im Theater der Stadt Marl statt.
[mehr] Die Metropolregion Rhein-Ruhr umfasst ein Gebiet von etwa 7000 km_ mit ungefähr 10 Mio. Einwohnern. Der Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen 53 Kommunen und über 5 Millionen Einwohnern bildet das Herz unseres Landes Nordrhein-Westfalen. Das Bedürfnis nach Heimat und Identifikation als kausalen Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung beinhaltet somit die Suche nach Identität.
Essen und das gesamte Ruhrgebiet, zusammen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewählt, sind nun gefragt und gefordert, ein möglichst homogenes Wir-Gefühl der Bewohner des Ruhrgebiets, der "Ruhris" nach außen – und innen – zu fördern und zu transportieren. Ein Baustein dazu ist die Ruhri-Kultkampagne: Die Motivauswahl umfasst die touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Schätze und Besonderheiten der Region. Eine Kampagne, die dem Bewohner des Ruhrgebiets, dem Ruhri, mit Stolz und Überzeugung aus dem Herzen spricht. Das Ziel ist genau dieses Gefühl aufzugreifen, und zu transportieren.
In den Motiven spiegelt sich der innovative und zugleich bodenständige Ansatz, das strukturgewandelte Revier mit all seinen einmaligen Facetten zugleich stolz und witzig zu bewerben, wider: Da wird aus dem Bottroper Tetraeder "Dem Ruhri sein Gizeh", dem Gasometer Oberhausen "Dem Ruhri sein Louvre" und der Duisburger Hafen "Dem Ruhri sein Tor zur Welt".
Die Kampagne soll die Bewohner des Ruhrgebiets auf die Reise zu dem spannenden Großereignis Ruhr 2010 einstimmen, begleiten und begeistern. Jeder kann ein Botschafter dieser Region sein, dass ist zugleich Grundmotiv und Ziel dieser Kampagne. Ein legitimes, stolzes Bewusstsein für diese Region zu fördern und zu kultivieren, dazu wollen die Macher der Kampagne – Rudi Grande (Freier Redakteur und Autor), Rainer Rettinger (Inhaber des Redaktionsbüros Ruhrie!) und Ralph Lueger (Fotograf aus Essen) einen Beitrag leisten.
DEM RUHRI SEINE KAMPAGNE 23.01.-17.04.2009 Mo-Sa 8-22 Uhr, So 8-12 Uhr
ALTE LOHNHALLE Kultur- und Tagungshotel Rotthauser Str. 40 45309 Essen Fon 0201 | 384 57-0 www.Alte-Lohnhalle.de [mehr] Lang Lang trifft Herbie Hancock, Händel und Haydn "kooperieren" mit Mendelsohn und Alfred Brendel kehrt zurück - das sind die "Top-Begegnungen" des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr. Insgesamt 77 Konzerte mit mehr als 80 Pianisten aus 18 Nationen stehen auf dem Programm des renommierten Festivals, das in diesem Jahr vom 8. Mai bis zum 17. Juli durch die Metropole Ruhr tourt. Heute wurde das Programm vorgestellt, der Vorverkauf startet morgn (31. Januar). Mit Vorträgen und Konzerten ehrt das Festival u.a. den Pianisten Alfred Brendel, der sich eigentlich Ende 2008 offiziell vom Konzertleben verabschiedet hatte. Für das Klavier-Festival kehrt Brendel mit drei "Lectures" auf die Bühne zurück. Dabei gibt er Einblick in seine Gedanken über Musik und Interpretation. Daneben präsentiert er in vier Konzerten junge Pianisten, die ihm besonders nahe stehen: Paul Lewis, Till Fellner, Tim Horton und Kit Armstrong gestalten in der Reihe "Die großen Klavierschulen der Gegenwart" jeweils ihre ganz persönliche Hommage. Mit Blick auf den 250. Todestag von Georg Friedrich Händel hat das Festival erstmals auch Cembalisten eingeladen: Pascal Dubreuil und Léon Berben sind mit Solo-Programmen zu erleben. Weitere Konzertschwerpunkte widmen sich Haydn und Mendelsohn. Fünf exklusive Konzerte bietet die "JazzLine" des Klavier-Festivals Ruhr 2009. Dazu zählt das Eröffnungskonzert in der Jahrhunderthalle Bochum, bei dem der amerikanische Shootingstar Gerald Clayton von der SWR Big Band begleitet wird. Dazu geben Lang Lang und Herbie Hancock beim Klavier-Festival Ruhr 2009 ihr einziges Konzert in Deutschland. Das Klavier-Festival Ruhr beteiligt sich mit dem traditionellen Pianisten-Marathon in der Bochumer Jahrhunderthalle wieder an der ExtraSchicht (27. Juni). Begleitet wird das Festival wieder von einem Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit den Schwerpunkten "Entdeckungen - Discovery Projects", "Begegnungen - Encounters" und "Abenteuer Klavier - Little Piano School". Weitere Informationen zum Programm und zum Vorverkauf unter www.klavierfestival.de. [mehr] Wissenschaftliche Forschungen, Vortragsreihen, Initiativen und Projekte in Bezug auf RUHR.2010 wie auch ein Veranstaltungskalender sind ab dem 30. Januar im Wissenschaftsportal Kulturhauptstadt 2010 zu finden. Das Portal bietet damit eine Informationsquelle für die geplanten und laufenden wissenschaftlichen Aktivitäten und Termine rund um die Kulturhauptstadt Europas 2010 in der Metropole Ruhr. Weitere Informationen unter www.wissenschaft2010.de und www.ruhr2010.de/wissenschaft2010 [mehr] In Bochum wird wieder der Rote Teppich ausgerollt: Am 28. März werden in der Bochumer Jahrhunderthalle zum mittlerweile fünften Mal die Steiger Awards verliehen. Auch diesmal geben sich wieder zahlreiche Prominente die Ehre, darunter z.B. der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi und frühere polnische Staatspräsident Aleksander Kwasinewski, die in der Kategorie "Europa" ausgezeichnet werden oder auch Sir Bob Geldorf (Musik). Weitere Steiger Awards gehen an Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (Toleranz), Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (Charity), Veronica Ferres (Film), Sir David Frost (Medien) und Dieter Hallervorden (Entertainment). Der Schauspieler, Autor und Regisseur Maximilian Schell wird für sein Lebenswerk geehrt. Der Steiger Award ehrt Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die sich in der Tradition des Steigers verdient gemacht haben.
Die Berliner Symphoniker gastieren am Samstag, dem 14. Februar, mit Valery Oistrach in Bottrop. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Lichthof der Berufsschule. Dirigent Christian Simonis widmet das Programm David Oistrach zum 100. Geburtstag und Felix Mendelssohn-Bartholdy zum 200. Geburtstag. Auf dem Programm stehen „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert D-Dur op. 35 von P.I. Tschaikowsky und die Symphonie Nr. 8 „Die Englische“ von Antonin Dvorak – ein rundum attraktives Programm.
Der gebürtige Wiener Christian Simonis war Wiener Sängerknabe und bekam nach seinem Musikstudium zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Als Gast arbeitet er regelmäßig mit renommierten Orchestern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Türkei zusammen. Konzertreisen führten ihn nach Italien, Estland, Tschechien und Japan. Nach seinem Debüt in der Philharmonie Berlin im vergangenen Herbst wurde er gemeinsam mit den Berliner Symphonikern auf einer Spanien-Tournee vom Publikum begeistert gefeiert.
Seit mehr als vier Jahrzehnten sind die Berliner Symphoniker ein fester Bestandteil der Orchesterlandschaft dieser Stadt und besitzen eine kontinuierlich gewachsene musikalische Tradition. Sie sind als musikalische Botschafter für Berlin tätig und haben durch die kulturelle Breitenarbeit weit über ihre Heimatstadt hinaus Popularität und Ansehen gefunden. Konzerte führen nach Frankreich, Spanien, Schweiz, Großbritannien und Argentinien. Außerdem führten Konzertreisen nach Japan und China.
Valery Oistrach repräsentiert nach seinem Großvater David Oistrach und seinem Vater Igor Oistrach in nunmehr dritter Generation die große und legendäre Geigentradition der Familie Oistrach. In Moskau geboren, erhielt er den ersten Geigenunterricht von seinem Großvater. Mit seinem Vater Igor musizierte er das umfangreiche Repertoire für zwei Violinen. Valerys tiefes Verständnis des Violinrepertoires sowie sein fesselnder Ton haben seinen Interpretationen zu hoher Anerkennung bei Kritikern und beim Publikum verholfen.
Film ab und willkommen in der Kulturhauptstadt RUHR.2010: In der VeltinsArena in Gelsenkirchen werden die Fußballfans von Schalke 04 und Werder Bremen am kommenden Samstag erstmals als Gäste in der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 begrüßt. Zur Einstimmung auf das Spiel und die Kulturmetropole Ruhr läuft auf dem großen Stadion-Videowürfel der Imagefilm in einer neu geschnittenen Kurzfassung der Kulturhauptstadt gleich kurz vor Spielbeginn und in der Halbzeitpause. Die Begrüßung der Fans durch den Stadionsprecher und die Vorführung des Imagefilms sind erste konkrete Aktionen der Kooperation zwischen RUHR.2010 und dem FC Schalke 04. Dass Fußball als ein wichtiger Teil der Alltagskultur in der Metropole Ruhr untrennbar zusammengehören, zeigte sich bereits im Oktober 2008 beim UEFA-Cup-Spiel FC Schalke 04 gegen Paris Saint-Germain als in der VeltinsArena in Gelsenkirchen ein 240 Meter lange LED-Bandenwerbung für die Kulturhauptstadt Europas 2010 während der Live-Übertragung zu sehen war. Die RUHR.2010 GmbH ist auch mit den anderen großen Fußballvereinen in der Region im Gespräch, um ähnliche Aktionen zu initiieren. Die Kölner Agentur "Zeitsprung" hatte im Spätsommer 2008 an diversen Plätzen in der Metropole Ruhr gedreht. Der fünfminütige Film stellt mit emotionalen Bildern und schnellen Schnitten alle Facetten des Kulturlebens in der neuen Metropole Europas vor. Die VeltinsArena in Gelsenkirchen wird im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 mehrfach zum großen Schauplatz: Zum Beispiel gleich zum Auftakt bei der abendlichen Eröffnungsveranstaltung am 9. Januar 2010 und beim Finale des Day of Songs am 5. Juni 2010.
Erfolgreicher Auftakt fürs Ruhr Museum: 40.000 Besucher sahen die Ausstellung "Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein", die erste reguläre Sonderausstellung des Museums, die gestern endete. Damit gehört die Ausstellung zu den erfolgreichsten kulturhistorischen Ausstellungen der letzten Jahre im Ruhrgebiet. Als nächste Ausstellung folgt vom 16. März bis 28. Juni die naturkundliche Präsentation "Living Stones. Die Natur als Künstlerin".
Die weltweit erste Biennale für Internationale Lichtkunst nimmt Gestalt an. Das Kulturhauptstadt-Projekt präsentiert vom 28. März bis 27. Mai 2010 Werke der Lichtkunst in privaten Wohnungen und Häusern der Städte Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna. Unter dem Motto "open light in private spaces" sind rund 60 internationale Künstler eingeladen, die privaten Räume ins rechte künstlerische Licht zu setzen und Kunst zwischen Wohnzimmer und Keller zu inszenieren. Darunter sind u.a. Angela Bulloch, Tracey Emin, Jenny Holzer, Mischa Kuball, Pipilotti Rist, Saburo Teshigawara, Rosemarie Trockel und Jun Yang. Die Biennale für Internationale Lichtkunst soll in Zukunft alle zwei Jahre in NRW stattfinden. Thema und Ort sollen wechseln. Die Tickets für die 1. Biennale für Internationale Lichtkunst sind limitiert. Vorbestellungen sind möglich im Internet unter www.biennale-lichtkunst.de. [mehr] Mit mehr als 2,5 Millionen Euro fördert RWE als einer der RUHR.2010-Hauptsponsoren zahlreiche Projekte der Kulturhauptstadt Europas. Einen Überblick über sein Engagement gab der Energiekonzern heute anlässlich des Baustarts des ersten Ruhr-Atolls, das 2010 auf dem Baldeneysee schwimmen soll und ebenfalls von RWE gesponsert wird. Unter dem Motto "EnergieKulturRuhr" will RWE den Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen, z.B. mit dem MUS-E Labor, das zusammen mit der Yehudi-Menuhin-Stiftung auf einem Ruhr-Atoll realisiert wird. Dort lernen und experimentieren Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammen mit Künstlern und Wissenschaftlern. Neben den Ruhr-Atollen bildet die Ausstellung "A star is born" im Folkwang-Museum einen weiteren Schwerpunkt. Die große Sonderausstellung der Fotografischen Sammlung des Museums zeigt rund 250 Objekte zum Thema "Fotografie und Rock seit Elvis Presley". Desweiteren gefördert werden u.a. der Umbau des Dortmunder U für die Kreativ-Wirtschaft, die Schaffung künstlerische Wegmarken auf dem RuhrtalRadweg, das Jugendprojekt "Ruhr Nation" sowie die Dauerausstellung "Virtuelles Wasser" im Mülheimer Museum "Aquarius".
Das Römermuseum in Haltern ist vom 2. März bis zum 15. Mai geschlossen. In dieser Zeit wird das Haus für die Ausstellung "Imperium, Konflikt, Mythos" umgebaut, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe anlässlich des 2.000 Jahrestags der Varusschlacht präsentiert. Die Schau eröffnet am 16. Mai. Schon jetzt ist das Interesse an der Ausstellung groß: 400 Führungen wurden bereits gebucht.
Die Unterschriftenaktion des Betriebsrates für eine gesicherte Zukunft und den Erhalt aller künstlerischen Sparten der Theater und Philharmonie (TUP) erzielte einen enormen Erfolg: Mehr als 8.000 Freunde und Förderer bekundeten bislang durch ihre Unterschrift ihre Solidarität mit der größten Kulturinstitution des Ruhrgebiets.
Vor etwa einer Woche startete der Betriebsrat in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eine Unterschriftenaktion für eine gesicherte Zukunft der TUP und den Erhalt ihrer Sparten (Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Theater, Essener Philharmoniker, Philharmonie Essen und Schauspiel Essen). Schon jetzt ist die Resonanz von Freunden und Förderern, die sich solidarisch zeigen, enorm. Über 8.000 Unterschriften gingen in den vergangenen Tagen im Büro des Betriebsrates ein, und jeden Tag kommen weitere hinzu.
Die gesammelten Stimmen zeigen ein klares Bekenntnis der Bürger der Stadt und der Region zum größten Theaterbetrieb in Nordrhein-Westfalen, das die Mitarbeiter der TUP nun auch von den Politikern insbesondere der Landesbezirksregierung fordern.
Solange von der Bezirksregierung Einsparungen im Kulturbereich beabsichtigt sind, muss die TUP um ihre Zukunft fürchten. Deswegen wird auch nach der Ratssitzung die Unterschriftensammlung fortgesetzt. Interessierte sind weiterhin aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen: Bei den Abendveranstaltungen im Grillo Theater, Aalto-Theater und in der Philharmonie sowie an allen Vorverkaufsstellen der TUP liegen Unterschriftenlisten aus.
Das Netzwerk der European Capitals of Culture (ECOC) sagt sein für März geplantes Treffen im litauischen Vilnius ab. Es reagiert damit auf die Entscheidung der litauischen Regierung, die Direktorin der Kulturhauptstadt Europas Vilnius 09 zu entlassen und das Budget fürs Kulturhauptstadtjahr drastisch zu kürzen. Das ECOC-Netzwerk entstand auf besondere Initiative von RUHR.2010, Istanbul 2010 und Liverpool 2008. Es vereint die aktuellen und künftigen Kulturhauptstädte Europas. Bereits seit mehreren Jahren finden regelmäßig Treffen in jährlich wechselnden Städten statt.
Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es gelungen, den umfangreichen Wilhelm Lehmbruck-Nachlass dauerhaft für Duisburg zu sichern. „Damit ist die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, die bisher rund 165 Werke Lehmbrucks, vor allem seine Plastiken erworben hatte, weltweit zur alleinigen und einzigartigen Sammlungs- und Forschungsstätte dieses bedeutenden Künstlers der klassischen Moderne avanciert“, freut sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung.
Zu Jahresbeginn 2005 bot die Familie Lehmbruck der Stadt Duisburg, der Heimat des Künstlers, den Nachlass vorrangig und befristet zum Kauf an. Das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum – Zentrum Internationaler Skulptur bewertete sofort die dauerhafte Sicherung des Lehmbruck-Nachlasses als höchste Priorität. Der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff begriff den Erhalt des Nachlasses des Duisburger Künstlers Wilhelm Lehmbruck als „existentiell notwendig für die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum“ und engagierte sich in besonderer Weise, indem er mit einer Anschubfinanzierung bereits im Jahre 2006 ein deutliches Signal setzte. Die Kulturstiftung der Länder mit ihrer Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen begleitete von Beginn an intensiv die Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft und garantierte zusammen mit der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum die kunsthistorische Expertise für das umfangreiche Nachlass-Konvolut.
Unter der Moderation von Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Karl Janssen, Kulturdezernent der Stadt Duisburg, und Thomas Hüttemann, Präsident der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, wurde ein Public-Private-Partnership-Modell zur Finanzierung entwickelt und zum Erfolg geführt. Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit 6 Millionen Euro, die Stadt Duisburg mit 5 Millionen Euro und - vermittelt durch Prof. Dr. Klaus Trützschler, Vorstandsmitglied der Franz Haniel & Cie GmbH sowie Jutta Stolle, Abteilungsdirektorin bei Franz Haniel & Cie. GmbH - drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE (mit Dr. Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender) sowie ThyssenKrupp Steel AG (mit Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender) mit 4 Millionen Euro.
Die Erbengemeinschaft Lehmbruck hat einen großzügigen Preisnachlass gewährt und ist dem Lehmbruck Museum durch Gewährung von Ratenzahlungen bis zum Jahre 2011 entgegengekommen.
Für Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Direktor der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, kann die seit langem angestrebte Sicherung des gesamten Lebenswerkes von Wilhelm Lehmbruck als Basis der herausragenden internationalen Skulpturensammlung des 20. Jahrhunderts nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darum wird das Museum auch - mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr RUHR 2010 – das Schaffen Wilhelm Lehmbrucks unter betonter Einbeziehung der Neuerwerbungen in den Jahren 2009/10 in einer Folge von wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Reihe hat bereits mit der derzeitigen Ausstellung der Zeichnungen von Lehmbruck und Beuys begonnen (bis 11.1.2009). Außerdem werden zahlreiche Hauptwerke Lehmbrucks im Zentrum einer Ausstellung stehen, die unter dem Titel „Oublier Rodin? La sculpture entre 1905 et 1914“ von März bis Mai 2009 im Musée d’Orsay in Paris und von Juni bis Oktober 2009 in der Fundación Mapfre in Madrid präsentiert wird.
Zeitgleich mit dem erfolgreichen Abschluss über den Erwerb des Wilhelm Lehmbruck-Nachlasses konnten auch zwei weitere, für die Zukunft des Lehmbruck Museums in höchstem Maße wichtige Entscheidungen getroffen werden: die Aufstockung des Siftungskapitals um 4,6 Millionen Euro durch das große Engagement der drei genannten Duisburger Großunternehmen und der Ratsbeschluss der Stadt Duisburg, dem Museum in den Jahren 2009-2013 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2 Millionen Euro zu sichern. Damit gewinnt das Lehmbruck Museum mittelfristig eine stabile finanzielle Grundlage für seine weitere Entwicklung.
II Geschichte des Werkes von Wilhelm Lehmbruck in Duisburg
Mit diesem Ankauf dokumentiert Duisburg erneut sein Bekenntnis zu Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), dem bedeutendsten Künstler in der Geschichte der Stadt.
Das Verhältnis von Lehmbruck und Duisburg ist durch eine bewegte Geschichte gekennzeichnet. Auf den einzigen Lebzeitankauf, die „Duisburgerin“ 1912, finanziert von der Familie Böninger, folgt die Absage des Künstlers für eine „Heldenfigur“ auf dem Ehrenfriedhof des Kaiserbergs 1915. Erst 1925, sechs Jahre nach dem frühen Freitod des Künstlers, gelingt es August Hoff als Direktor des Museumsvereins, einen großen Teil des Nachlasses als Leihgabe von der Witwe des Künstlers, Anita Lehmbruck, zu gewinnen. 1927 findet bereits der präfaschistische Angriff auf die Bronze der „Knienden“ statt. Die Nazis verfolgen das Lehmbrucksche Werk als „entartet“, weshalb der Nachlass an die Familie zurückgegeben werden muss. Nur unter größtem und gefährlichem Einsatz sowie unter Hinnahme einiger Kriegsverluste kann die Familie Lehmbruck das Lebenswerk des Künstlers über die NS-Zeit retten. Wegen dieser Erfahrungen erst spät und unter erheblichen Mühen gelingt es der Stadt Duisburg 1964, mit der Eröffnung des von Manfred Lehmbruck geplanten Lehmbruck Museums auch den Lehmbruck-Nachlass leihweise von der Familie zurückzugewinnen, ohne ihn vertraglich sichern zu können. Im Gegenzug präsentiert das Museum seitdem das Lebenswerk des Künstlers im architektonisch herausragenden Lehmbruck-Trakt und organisiert zahlreiche Lehmbruck-Ausstellungen im In- und Ausland.
III Die künstlerische Bedeutung Wilhelm Lehmbrucks
Ernst Barlach (1870-1938) und Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) dürfen aus heutiger Sicht als die wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne bezeichnet werden. Das Lebenswerk von Wilhelm Lehmbruck ist national wertvolles Kulturgut von internationaler Bedeutung. Es bildet darüber hinaus die historische Grundlage, den künstlerischen Maßstab und die konzeptionelle Perspektive für die internationale Skulpturensammlung der Moderne in Duisburg bis in die Gegenwart hinein.
Das plastische Frühwerk von 1898 bis 1906 spiegelt im wesentlichen Lehmbrucks stilpluralistische, gründerzeitliche, durch seinen Lehrer Carl Janssen vermittelte, sozial und neoklassizistisch orientierten Anfänge der Ausbildungsjahre in Düsseldorf. Vor allem über Rodin und dessen Gegenpol Maillol findet Lehmbruck bis 1910, bis zum Beginn seiner Pariser Jahre, zu seinem eigenen plastischen Stil und Ausdruck: in introvertierten, vergeistigten Figuren, die strenger als bei Maillol architektonisch gebaut sind, die von Maß und Proportion bestimmt sind und in schönliniger Silhouette zusammengehalten werden. Durch Streckung und Verräumlichung der Figur steigert Lehmbruck bis 1914 den Ausdruck seiner Idealgestalten von Mann und Frau. Mit seiner „übersinnlichen Tektonik“ hat er den Durchbruch zur Moderne in Bronze-, Steinguss- und Terrakottafiguren erreicht. Die erzwungene Rückkehr nach Berlin 1914 und die Erfahrung des Weltkrieges wenden das Tektonische ins Expressive, Fragmentarische und Reduzierte. Es entstehen in den Berliner und Züricher Jahren bis 1918/19 die existenziellen Antikriegsplastiken des „Gestürzten“ und des „Sitzenden Jünglings“, innige und erschütternde Menschenbilder voller Melancholie und Einsamkeit, die eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit, Transzendenz, innerem Frieden und gereinigter, lichter Welt zum Ausdruck bringen.
Parallel zu seinem plastischen Werk entwickelt Lehmbruck in seinen Pariser Jahren ein malerisches Schaffen, das über Bildnisse und Akte, paradiesische Gruppenbilder und konfliktgeladene Beziehungsthemen von Mann und Frau in den bewegten, zeichnerischen Expressionismus der letzen Jahre einmündet. Ebenfalls in den Pariser Jahren entwickelt Lehmbruck schließlich sein druckgrafisches Werk, vor allem in Radierungen, die eine eigene Ikonografie beinhalten, aber auch Themen seiner Plastik aufgreifen. Zupackend und unkonventionell geht der Künstler mit dem Grabstichel wie mit den Papieren beim Drucken um und verändert wiederholt die Zustände dieser Blätter.
Bindeglied zwischen allen Kunstgattungen und doch immer wieder auch autonom ist die Zeichnung, die in reichlicher Fülle den entschiedenen Formwillen mit der Zartheit des Ausdrucks verbindet und wiederholt Vergleiche mit dem frühen Werk von Joseph Beuys ermöglicht. Zusammenfassend darf man für das Schaffen ab 1910 behaupten, dass Lehmbruck durch seine „übersinnliche Tektonik“ und „abstrahierte Expressivität“ einen frühen und wesentlichen Beitrag zum modernen Menschenbild in der Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet hat.
Die Anrainer-Kommunen des Rhein-Herne-Kanals haben die Fortführung des Gemeinschaftsprojekts "KulturKanal" vereinbart. Eine entsprechende Verwaltungvereinbarung wurde jetzt von Herne, Oberhausen, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln unterschrieben. Gemeinsam wollen sie mit einem vielfältigen Kulturprogramm auf dem Rhein-Herne-Kanal einen Beitrag zur Kulturhauptstadt leisten. 2010 sollen u.a. "Kulturschiffe" die Kulturstandorte der Anrainerkommunen verbinden. Zudem soll ein Projekt des Klangkünstlers Christof Schläger realisiert werden, bei dem Schiffshörner und Sirenen als Klangmaschinen entlang des Kanals positioniert ertönen.
Für die Kulturhauptstadt Europas wird der "Emscherschnellweg", die A 42, zur "Parkautobahn" umgestaltet. Nicht nur Begleitgrün und Lärmschutzwände werden "frisiert" - in den Autobahnkreuzen entstehen auch sogenannte "Ohren-Parks". Das Projekt, das im Rahmen einer Werkstatt entwickelt und prämiert wurde, wird am kommenden Dienstag, 16. Dezember, der Öffentlichkeit vorgestellt. Die "Parkautobahn" ist ein beispielhaftes Vernetzungsprojekt für die Kulturhauptstadt RUHR.2010, das zwei Ministerien, den Landesbetrieb Straßen.NRW, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie sieben Anliegerstädte (Bottrop, Castrop-Rauxel, Duisburg, Dortmund, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen) vereint. HINWEIS FÜR DIE REDAKTIONEN: Präsentiert wird das Projekt bei einer Pressekonferenz am 16. Dezember, um 13.30 Uhr, im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, Düsseldorf. (Anfahrtshinweise unter www.mbv.nrw.de/Ministerium/Der_Weg_zu_uns/Mit_dem_Auto/index.php) Rede und Antwort stehen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, Umweltminister Eckhard Uhlenberg, Bernd Tischler, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Parkautobahn sowie Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor der RUHR.2010 GmbH.
Neue Ausstellung ab dem 18. Januar im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop
Das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop präsentiert ab dem 18. Januar 2009 die Ausstellung „John Szarkowski. Photographs“, eine Ausstellung des San Francisco Museum of Modern Art.
Die Ausstellung zeigt 60 Photographien von John Szarkowski (1925 - 2007). Rund dreißig Jahre war John Szarkowski Kurator für Photographie am Museum of Modern Art, New York. Vor und nach dieser Tätigkeit hat Szarkowski selbst fotografiert. In einer retrospektiv angelegten Schau werden diese Werke - als einziger Station in Deutschland - im Josef Albers Museum in Bottrop gezeigt. Die Werke des Fotografen sind bis zum 5. April .2009 zu sehen.
Das Buch zur Ausstellung, "John Szarkowski. Photographs", ist bei Bullfinch Press erschienen und zum Preis von 48 Euro erhältlich. [mehr]
Simon Rummel wird "Improviser in Residence" 2009 der Stadt Moers.
Mit dem 30-jährigen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Simon Rummel hält der zweite "Improviser in Residence" der Stadt Moers nun Einzug in die Grafenstadt. Vergleichbar einem "Stadtschreiber" oder "Stadtmusikant" wird Simon Rummel in 2009 ein Jahr lang seinen Arbeits- und Lebensmittelpunkt nach Moers verlegen, um auf vielfältige Weise das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern. Er tritt damit die Nachfolge der Saxophonistin Angelika Niescier an, die die Aufgabe 2008 als erster "Improviser in Residence" mehr als erfolgreich ausfüllte.
Der aus Trier stammende und derzeit in Köln lebende Simon Rummel studierte Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln, später noch freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble - u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika - unterschiedlichste musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten sowie die Tätigkeit als Kantor und Organist. 2008 war Simon Rummel Stipendiat für experimentelle Komposition des Künstlerdorfes Schöppingen.
Am 1. Februar 2009 gibt Simon Rummel sein erstes Gespräckskonzert als "Improviser in Residence", das Reiner Michalke, Künstlerischer Leiter des moers festival, moderieren wird. Zuvor ist er bereits als Gast bei dem Abschlusskonzert von Angelika Niescier am 16. Januar 2009 in Moers zu hören.
Ermöglicht wird die Einrichtung des "Impoviser in Residence" durch die Kunststiftung NRW und das Netzwerk Neue Musik, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Der "Improviser in Residence" ist wichtiger Bestandteil des Projektes "nimm! - Netzwerk Improvisierte Musik Moers ", welches über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren neue und experimentelle Formen improvisierter Musik im Kulturleben der Stadt Moers verankern soll.
Um das Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks zu präsentieren, startet das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg jetzt eine vierteilige Ausstellungsreihe, in der auch die Neuererwerbungen aus dem Nachlass zu sehen sind. Vom 18. Januar bis zum 26. April zeigt das Museum 55 Skulpturen und rund 90 Zeichnungen aus allen Werkphasen Lehmbrucks. Es folgen die Präsentationen "Skulptur, Material Technik" vom 30. August bis zum 10. Januar 2010, "Skulptur und Malerei" (19. Januar - 25. Juli 2010) und "Skulptur und Druckgrafik" (15. August - 14. November 2010). Mit der Reihe wird der Ankauf des 1.141 Werke umfassenden Künstler-Nachlasses gewürdigt. In Public-Private-Partnership werden diese bis 2011 erworben.
Unter dem Leitthema "Nordlichter" wollen die Ruhrfestspiele Recklinghausen dem Publikum in diesem Jahr das Theater aus dem europäischen Norden näher bringen. Vom 1. Mai bis zum 14. Juni werden Stücke bekannter skandinavischer Autoren wie Henrik Ibsen, August Strindberg, Ingmar Bergman, Per Olov Enquist und Jon Fosse auf die Bühne gebracht. Höhepunkt des diesjährigen Festivals ist das "Bridge Project", eine transatlantische Theaterinitiative, die die Ruhrfestspiele in Kooperation mit BAM New York und The Old Vic Theatre London nach Recklinghausen bringen. Oscarpreisträger Sam Mendes inszeniert das Projekt mit Tschechows "Kirschgarten" und Shakespeares "Wintermärchen". Zum Ensemble gehören Ethan Hawke, Rebecca Hall und Josh Hamilton ("The Bourne Identity"). Auch sonst können die Ruhrfestspiele mit bekannten Namen aufwarten, z.B. Maximilian Schell, Harald Schmidt, Eva Mattes, Hannelore Elsner, Nina Hoss und Otto Sander. Im Festival der Uraufführungen werden zahlreiche Neuentdeckungen im eigenen Theaterzelt vorgestellt. Das Fringe Festival vom 26. Mai bis zum 12. Juni kommt in die Innenstadt und bezieht dort ein eigenes Zelt. Weitere Infos: www.ruhrfestspiele.de. [mehr] Zum 100. Geburtstag des Holzschneiders HAP Grieshaber (1909_- 1981) zeigen die Kunsthalle Recklinghausen und das Museum Bochum im Haus Kemnade vom 15. Februar bis zum 13. April eine Auswahl seines umfangreichen künstlerischen Schaffens. Die beiden sich ergänzenden Ausstellungen, die auf den jeweiligen Sammlungsbeständen der Häuser basieren, stellen den Menschenrechtler Grieshaber in den Mittelpunkt. In seinen Werken tritt er gegen die Diktatoren der Welt an. Er zeigt aber auch sein familiäres Umfeld und feiert die Zyklen der Natur. Seine Holzschnitte zeichnen sich durch kühne Farben und einer unbändigen Gestaltenfülle aus, die bislang der Malerei vorbehalten waren.
Investigativer TV-Journalismus, dreimal „Tatort“ und Neues bei der Unterhaltung
Große Bandbreite bei der Fiktion / politökonomische Themen prägen das Informationsgenre im Fernsehjahr 2008
(Marl) Die Nominierungen stehen fest: Aus 695 eingereichten Vorschlägen in den drei Wettbewerbskontingenten des Adolf-Grimme-Preises haben drei Vorauswahl-Kommissionen in mehrwöchigen Sitzungen insgesamt 60 nominierte Beiträge gefiltert. In der jetzt anstehenden Endrunde werden die Jurys über zwölf Grimme-Preise in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung entscheiden.
Erneut glänzten im TV-Jahr 2008 die Fernsehfilme durch stilsichere Regie, herausragende Darsteller-Leistungen und packende Drehbücher. Die Spannbreite der nominierten Beiträge reicht dabei von „Hurenkinder“ (ARD/NDR, Regie: Andreas Kleinert) mit Nina Kunzendorf über „Mütter, Väter, Kinder“ mit Katja Flint und Matthias Brandt bis hin zu „Mogadischu“ (ARD/SWR/BR) von Regisseur Roland Suso Richter. Auch Regisseur Dominik Graf, mit bislang sieben Trophäen der am häufigsten ausgezeichnete Grimme-Preisträger, ist mit „Das Gelübde“ (WDR/arte) im Rennen.
„Auch der aktuelle Jahrgang bestätigt: Viele Fernsehfilme haben in Deutschland ein sehr hohes Niveau“, so Grimme-Direktor Uwe Kammann zum Wettbewerbskontingent „Fiktion“. Ebenfalls bestätige sich, dass Krimis dabei sehr präsent seien, „als spannende Verhandlung zeitkritischer Stoffe.“ Allein drei Ausgaben des ARD-„Tatortes“, darunter auch die Folge „Auf der Sonnenseite“ (ARD/NDR) mit dem neuen Hamburger Kommissar Cenk Batu (gespielt von Mehmet Kurtulus), haben eine Chance auf einen Grimme-Preis.
Bei den Serien konnten sich die Nominierungskommissionen über einige neue, preiswürdige Formate freuen. So wurden „Doctor’s Diary“ (RTL), „Dr. Molly und Karl“ (Sat.1) und „Mord mit Aussicht“ (ARD/WDR) für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert.
Die Nominierungskommission „Information & Kultur“ benannte unter anderem zwei Filme der Reihe „die story“ für die Endrunde: „Und plötzlich ist das Haus weg“ (ARD/WDR/SWR) thematisiert dubiose Kreditgeschäfte; „Gigant Gazprom“ (ARD/WDR/NDR) beleuchtet das Projekt um die sieben Milliarden teure Ostseepipeline und die Einbindung des Alt-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. „Komplexe politökonomische Themen und investigative journalistische Recherchen kennzeichnen maßgeblich das Informationsgenre des TV-Jahres 2008“, fasst Dr. Ulrich Spies, verantwortlicher Referent für den Adolf-Grimme-Preis, die Trends bei den Informationssendungen im Jahr 2008 zusammen.
Bei vielen der nominierten Beiträge spielt der Blick ins Ausland eine zentrale Rolle: „Ein Artikel zuviel – Anna Politkowskaja und das System Putin“ (3sat/ZDF/SF/MDR/rbb), „Die Jungs von Bagdad High“ (BBC/ZDF/arte), „Rubljovka – Straße der Glückseligkeit“ (rbb/arte/WDR), „Die Weggeworfenen“ (ZDF) oder „Losers and Winners“ (WDR/arte) zeigen die enorme Bandbreite der internationalen Themen.
Im Wettbewerbskontingent Unterhaltung ist zum zweiten Mal „Switch Reloaded“ (ProSieben) nominiert, ebenso wie die Reihe „Guildo und seine Gäste“ (SWR), in diesem Jahr mit der Folge „Hausbesuch“. „Leider gilt weiter: In der Unterhaltung gibt es nicht viel Neues oder Innovatives“, fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann die Diskussionen der Nominierungskommission zusammen.
Die Nominierungen zeigen allerdings eine große Bandbreite bei den Möglichkeiten des Genres. Der Kinder-Klassiker „Die Sendung mit der Maus“ ist mit einem Spezial zur Türkei ebenso im Rennen wie die Coaching-Serie „Die Ausreißer – Der Weg zurück“ (RTL), „Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt“ (WDR) oder die satirische Reisedokumentation „Unterwegs nach woanders“ (3sat). Für seine „authentische, engagierte und uneitle Coaching-Tätigkeit als Schuldnerberater in ‚Raus aus den Schulden’ (RTL)“ ist Peter Zwegat nominiert.
Alle Nominierungen sind im Netz unter www.grimme-institut.de nachzulesen. Nachdem nun feststeht, welche Produktionen die Endrunde erreicht haben, werden drei Jurys in den Wettbewerbskategorien Unterhaltung, Information & Kultur sowie Fiktion vom 31. Januar bis zum 5. Februar über die insgesamt zwölf Grimme-Preise entscheiden. Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen auf einer Pressekonferenz am 25. März in Düsseldorf bei der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) bekannt. Die Preisverleihung findet am 3. April im Theater der Stadt Marl statt.
[mehr] Die Metropolregion Rhein-Ruhr umfasst ein Gebiet von etwa 7000 km_ mit ungefähr 10 Mio. Einwohnern. Der Ballungsraum Ruhrgebiet mit seinen 53 Kommunen und über 5 Millionen Einwohnern bildet das Herz unseres Landes Nordrhein-Westfalen. Das Bedürfnis nach Heimat und Identifikation als kausalen Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung beinhaltet somit die Suche nach Identität.
Essen und das gesamte Ruhrgebiet, zusammen zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewählt, sind nun gefragt und gefordert, ein möglichst homogenes Wir-Gefühl der Bewohner des Ruhrgebiets, der "Ruhris" nach außen – und innen – zu fördern und zu transportieren. Ein Baustein dazu ist die Ruhri-Kultkampagne: Die Motivauswahl umfasst die touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Schätze und Besonderheiten der Region. Eine Kampagne, die dem Bewohner des Ruhrgebiets, dem Ruhri, mit Stolz und Überzeugung aus dem Herzen spricht. Das Ziel ist genau dieses Gefühl aufzugreifen, und zu transportieren.
In den Motiven spiegelt sich der innovative und zugleich bodenständige Ansatz, das strukturgewandelte Revier mit all seinen einmaligen Facetten zugleich stolz und witzig zu bewerben, wider: Da wird aus dem Bottroper Tetraeder "Dem Ruhri sein Gizeh", dem Gasometer Oberhausen "Dem Ruhri sein Louvre" und der Duisburger Hafen "Dem Ruhri sein Tor zur Welt".
Die Kampagne soll die Bewohner des Ruhrgebiets auf die Reise zu dem spannenden Großereignis Ruhr 2010 einstimmen, begleiten und begeistern. Jeder kann ein Botschafter dieser Region sein, dass ist zugleich Grundmotiv und Ziel dieser Kampagne. Ein legitimes, stolzes Bewusstsein für diese Region zu fördern und zu kultivieren, dazu wollen die Macher der Kampagne – Rudi Grande (Freier Redakteur und Autor), Rainer Rettinger (Inhaber des Redaktionsbüros Ruhrie!) und Ralph Lueger (Fotograf aus Essen) einen Beitrag leisten.
DEM RUHRI SEINE KAMPAGNE 23.01.-17.04.2009 Mo-Sa 8-22 Uhr, So 8-12 Uhr
ALTE LOHNHALLE Kultur- und Tagungshotel Rotthauser Str. 40 45309 Essen Fon 0201 | 384 57-0 www.Alte-Lohnhalle.de [mehr] Lang Lang trifft Herbie Hancock, Händel und Haydn "kooperieren" mit Mendelsohn und Alfred Brendel kehrt zurück - das sind die "Top-Begegnungen" des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr. Insgesamt 77 Konzerte mit mehr als 80 Pianisten aus 18 Nationen stehen auf dem Programm des renommierten Festivals, das in diesem Jahr vom 8. Mai bis zum 17. Juli durch die Metropole Ruhr tourt. Heute wurde das Programm vorgestellt, der Vorverkauf startet morgn (31. Januar). Mit Vorträgen und Konzerten ehrt das Festival u.a. den Pianisten Alfred Brendel, der sich eigentlich Ende 2008 offiziell vom Konzertleben verabschiedet hatte. Für das Klavier-Festival kehrt Brendel mit drei "Lectures" auf die Bühne zurück. Dabei gibt er Einblick in seine Gedanken über Musik und Interpretation. Daneben präsentiert er in vier Konzerten junge Pianisten, die ihm besonders nahe stehen: Paul Lewis, Till Fellner, Tim Horton und Kit Armstrong gestalten in der Reihe "Die großen Klavierschulen der Gegenwart" jeweils ihre ganz persönliche Hommage. Mit Blick auf den 250. Todestag von Georg Friedrich Händel hat das Festival erstmals auch Cembalisten eingeladen: Pascal Dubreuil und Léon Berben sind mit Solo-Programmen zu erleben. Weitere Konzertschwerpunkte widmen sich Haydn und Mendelsohn. Fünf exklusive Konzerte bietet die "JazzLine" des Klavier-Festivals Ruhr 2009. Dazu zählt das Eröffnungskonzert in der Jahrhunderthalle Bochum, bei dem der amerikanische Shootingstar Gerald Clayton von der SWR Big Band begleitet wird. Dazu geben Lang Lang und Herbie Hancock beim Klavier-Festival Ruhr 2009 ihr einziges Konzert in Deutschland. Das Klavier-Festival Ruhr beteiligt sich mit dem traditionellen Pianisten-Marathon in der Bochumer Jahrhunderthalle wieder an der ExtraSchicht (27. Juni). Begleitet wird das Festival wieder von einem Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit den Schwerpunkten "Entdeckungen - Discovery Projects", "Begegnungen - Encounters" und "Abenteuer Klavier - Little Piano School". Weitere Informationen zum Programm und zum Vorverkauf unter www.klavierfestival.de. [mehr] Wissenschaftliche Forschungen, Vortragsreihen, Initiativen und Projekte in Bezug auf RUHR.2010 wie auch ein Veranstaltungskalender sind ab dem 30. Januar im Wissenschaftsportal Kulturhauptstadt 2010 zu finden. Das Portal bietet damit eine Informationsquelle für die geplanten und laufenden wissenschaftlichen Aktivitäten und Termine rund um die Kulturhauptstadt Europas 2010 in der Metropole Ruhr. Weitere Informationen unter www.wissenschaft2010.de und www.ruhr2010.de/wissenschaft2010 [mehr] In Bochum wird wieder der Rote Teppich ausgerollt: Am 28. März werden in der Bochumer Jahrhunderthalle zum mittlerweile fünften Mal die Steiger Awards verliehen. Auch diesmal geben sich wieder zahlreiche Prominente die Ehre, darunter z.B. der ehemalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi und frühere polnische Staatspräsident Aleksander Kwasinewski, die in der Kategorie "Europa" ausgezeichnet werden oder auch Sir Bob Geldorf (Musik). Weitere Steiger Awards gehen an Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog (Toleranz), Großherzogin Maria Teresa von Luxemburg (Charity), Veronica Ferres (Film), Sir David Frost (Medien) und Dieter Hallervorden (Entertainment). Der Schauspieler, Autor und Regisseur Maximilian Schell wird für sein Lebenswerk geehrt. Der Steiger Award ehrt Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, die sich in der Tradition des Steigers verdient gemacht haben.
Die Berliner Symphoniker gastieren am Samstag, dem 14. Februar, mit Valery Oistrach in Bottrop. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr im Lichthof der Berufsschule. Dirigent Christian Simonis widmet das Programm David Oistrach zum 100. Geburtstag und Felix Mendelssohn-Bartholdy zum 200. Geburtstag. Auf dem Programm stehen „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert D-Dur op. 35 von P.I. Tschaikowsky und die Symphonie Nr. 8 „Die Englische“ von Antonin Dvorak – ein rundum attraktives Programm.
Der gebürtige Wiener Christian Simonis war Wiener Sängerknabe und bekam nach seinem Musikstudium zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Als Gast arbeitet er regelmäßig mit renommierten Orchestern aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Türkei zusammen. Konzertreisen führten ihn nach Italien, Estland, Tschechien und Japan. Nach seinem Debüt in der Philharmonie Berlin im vergangenen Herbst wurde er gemeinsam mit den Berliner Symphonikern auf einer Spanien-Tournee vom Publikum begeistert gefeiert.
Seit mehr als vier Jahrzehnten sind die Berliner Symphoniker ein fester Bestandteil der Orchesterlandschaft dieser Stadt und besitzen eine kontinuierlich gewachsene musikalische Tradition. Sie sind als musikalische Botschafter für Berlin tätig und haben durch die kulturelle Breitenarbeit weit über ihre Heimatstadt hinaus Popularität und Ansehen gefunden. Konzerte führen nach Frankreich, Spanien, Schweiz, Großbritannien und Argentinien. Außerdem führten Konzertreisen nach Japan und China.
Valery Oistrach repräsentiert nach seinem Großvater David Oistrach und seinem Vater Igor Oistrach in nunmehr dritter Generation die große und legendäre Geigentradition der Familie Oistrach. In Moskau geboren, erhielt er den ersten Geigenunterricht von seinem Großvater. Mit seinem Vater Igor musizierte er das umfangreiche Repertoire für zwei Violinen. Valerys tiefes Verständnis des Violinrepertoires sowie sein fesselnder Ton haben seinen Interpretationen zu hoher Anerkennung bei Kritikern und beim Publikum verholfen.
Film ab und willkommen in der Kulturhauptstadt RUHR.2010: In der VeltinsArena in Gelsenkirchen werden die Fußballfans von Schalke 04 und Werder Bremen am kommenden Samstag erstmals als Gäste in der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 begrüßt. Zur Einstimmung auf das Spiel und die Kulturmetropole Ruhr läuft auf dem großen Stadion-Videowürfel der Imagefilm in einer neu geschnittenen Kurzfassung der Kulturhauptstadt gleich kurz vor Spielbeginn und in der Halbzeitpause. Die Begrüßung der Fans durch den Stadionsprecher und die Vorführung des Imagefilms sind erste konkrete Aktionen der Kooperation zwischen RUHR.2010 und dem FC Schalke 04. Dass Fußball als ein wichtiger Teil der Alltagskultur in der Metropole Ruhr untrennbar zusammengehören, zeigte sich bereits im Oktober 2008 beim UEFA-Cup-Spiel FC Schalke 04 gegen Paris Saint-Germain als in der VeltinsArena in Gelsenkirchen ein 240 Meter lange LED-Bandenwerbung für die Kulturhauptstadt Europas 2010 während der Live-Übertragung zu sehen war. Die RUHR.2010 GmbH ist auch mit den anderen großen Fußballvereinen in der Region im Gespräch, um ähnliche Aktionen zu initiieren. Die Kölner Agentur "Zeitsprung" hatte im Spätsommer 2008 an diversen Plätzen in der Metropole Ruhr gedreht. Der fünfminütige Film stellt mit emotionalen Bildern und schnellen Schnitten alle Facetten des Kulturlebens in der neuen Metropole Europas vor. Die VeltinsArena in Gelsenkirchen wird im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 mehrfach zum großen Schauplatz: Zum Beispiel gleich zum Auftakt bei der abendlichen Eröffnungsveranstaltung am 9. Januar 2010 und beim Finale des Day of Songs am 5. Juni 2010.
Erfolgreicher Auftakt fürs Ruhr Museum: 40.000 Besucher sahen die Ausstellung "Gold vor Schwarz. Der Essener Domschatz auf Zollverein", die erste reguläre Sonderausstellung des Museums, die gestern endete. Damit gehört die Ausstellung zu den erfolgreichsten kulturhistorischen Ausstellungen der letzten Jahre im Ruhrgebiet. Als nächste Ausstellung folgt vom 16. März bis 28. Juni die naturkundliche Präsentation "Living Stones. Die Natur als Künstlerin".
Die weltweit erste Biennale für Internationale Lichtkunst nimmt Gestalt an. Das Kulturhauptstadt-Projekt präsentiert vom 28. März bis 27. Mai 2010 Werke der Lichtkunst in privaten Wohnungen und Häusern der Städte Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna. Unter dem Motto "open light in private spaces" sind rund 60 internationale Künstler eingeladen, die privaten Räume ins rechte künstlerische Licht zu setzen und Kunst zwischen Wohnzimmer und Keller zu inszenieren. Darunter sind u.a. Angela Bulloch, Tracey Emin, Jenny Holzer, Mischa Kuball, Pipilotti Rist, Saburo Teshigawara, Rosemarie Trockel und Jun Yang. Die Biennale für Internationale Lichtkunst soll in Zukunft alle zwei Jahre in NRW stattfinden. Thema und Ort sollen wechseln. Die Tickets für die 1. Biennale für Internationale Lichtkunst sind limitiert. Vorbestellungen sind möglich im Internet unter www.biennale-lichtkunst.de. [mehr] Mit mehr als 2,5 Millionen Euro fördert RWE als einer der RUHR.2010-Hauptsponsoren zahlreiche Projekte der Kulturhauptstadt Europas. Einen Überblick über sein Engagement gab der Energiekonzern heute anlässlich des Baustarts des ersten Ruhr-Atolls, das 2010 auf dem Baldeneysee schwimmen soll und ebenfalls von RWE gesponsert wird. Unter dem Motto "EnergieKulturRuhr" will RWE den Austausch zwischen Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen, z.B. mit dem MUS-E Labor, das zusammen mit der Yehudi-Menuhin-Stiftung auf einem Ruhr-Atoll realisiert wird. Dort lernen und experimentieren Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammen mit Künstlern und Wissenschaftlern. Neben den Ruhr-Atollen bildet die Ausstellung "A star is born" im Folkwang-Museum einen weiteren Schwerpunkt. Die große Sonderausstellung der Fotografischen Sammlung des Museums zeigt rund 250 Objekte zum Thema "Fotografie und Rock seit Elvis Presley". Desweiteren gefördert werden u.a. der Umbau des Dortmunder U für die Kreativ-Wirtschaft, die Schaffung künstlerische Wegmarken auf dem RuhrtalRadweg, das Jugendprojekt "Ruhr Nation" sowie die Dauerausstellung "Virtuelles Wasser" im Mülheimer Museum "Aquarius".
Das Römermuseum in Haltern ist vom 2. März bis zum 15. Mai geschlossen. In dieser Zeit wird das Haus für die Ausstellung "Imperium, Konflikt, Mythos" umgebaut, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe anlässlich des 2.000 Jahrestags der Varusschlacht präsentiert. Die Schau eröffnet am 16. Mai. Schon jetzt ist das Interesse an der Ausstellung groß: 400 Führungen wurden bereits gebucht.
Die Unterschriftenaktion des Betriebsrates für eine gesicherte Zukunft und den Erhalt aller künstlerischen Sparten der Theater und Philharmonie (TUP) erzielte einen enormen Erfolg: Mehr als 8.000 Freunde und Förderer bekundeten bislang durch ihre Unterschrift ihre Solidarität mit der größten Kulturinstitution des Ruhrgebiets.
Vor etwa einer Woche startete der Betriebsrat in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eine Unterschriftenaktion für eine gesicherte Zukunft der TUP und den Erhalt ihrer Sparten (Aalto-Musiktheater, Aalto Ballett Theater, Essener Philharmoniker, Philharmonie Essen und Schauspiel Essen). Schon jetzt ist die Resonanz von Freunden und Förderern, die sich solidarisch zeigen, enorm. Über 8.000 Unterschriften gingen in den vergangenen Tagen im Büro des Betriebsrates ein, und jeden Tag kommen weitere hinzu.
Die gesammelten Stimmen zeigen ein klares Bekenntnis der Bürger der Stadt und der Region zum größten Theaterbetrieb in Nordrhein-Westfalen, das die Mitarbeiter der TUP nun auch von den Politikern insbesondere der Landesbezirksregierung fordern.
Solange von der Bezirksregierung Einsparungen im Kulturbereich beabsichtigt sind, muss die TUP um ihre Zukunft fürchten. Deswegen wird auch nach der Ratssitzung die Unterschriftensammlung fortgesetzt. Interessierte sind weiterhin aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen: Bei den Abendveranstaltungen im Grillo Theater, Aalto-Theater und in der Philharmonie sowie an allen Vorverkaufsstellen der TUP liegen Unterschriftenlisten aus.
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