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Konzentriert und geballt startet das Schauspielhaus Bochum mit gleich sechs Premieren innerhalb von zwei Wochen in die neue Spielzeit.
Am Freitag, 10. Oktober, hebt sich der Vorhang für William Shakespeares Der Kaufmann von Venedig. Regisseur Elmar Goerden erfüllt sich mit dieser Inszenierung einen lang gehegten Herzenswunsch.
Am Samstag, 11. Oktober, zeigt Regisseurin Lisa Nielebock in den Kammerspielen ihre Inszenierung von Roberto Zucco von Bernhard-Marie Koltès.
Am Sonntag, 12. Oktober, kann das Publikum das erste Mal das umgestaltete Theater unter Tage bewundern. Die sogenannte "Neue Heimat" dient dem Autor und Regisseur Kristo Šagor als Wohn- und Theaterraum. Für fünf Monate wird er dort leben und viele verschiedene Projekte realisieren. Den Anfang macht er mit der Premiere seines eigenen Stückes der Der eigene Raum.
Drei weitere Premieren stehen vom 17. bis 19. Oktober auf dem Spielplan.
Markus Dietz inszeniert Eugene O'Neills Trauer muss Elektra tragen, Tina Lanik führt Regie bei der deutschen Erstaufführung von Justine del Cortes Die Ratte und Kristo Šagor folgt im Theater unter Tage die Premiere der Uraufführung von Jonathan Garfinkels Das Haus der vielen Zungen.

Premieren


William Shakespeare
Der Kaufmann von Venedig »
Regie: Elmar Goerden
Premiere am 10.10.2008

Bernard-Marie Koltès
Roberto Zucco »
Regie: Lisa Nielebock
Premiere am 11.10.2008

Kristo Šagor
Der eigene Raum »
Regie: Kristo Šagor
Premiere am 12.10.2008

Eugene O'Neill
Trauer muss Elektra tragen »
Regie: Markus Dietz
Premiere am 17.10.2008

Deutsche Erstaufführung
Justine del Corte
Die Ratte »
Regie: Tina Lanik
Premiere am 18.10.2008

Uraufführung
Jonathan Garfinkel
Das Haus der vielen Zungen »
Regie: Kristo Šagor
Premiere am 19.10.2008

WMF. Wiedersehen macht Freude »
Regie: Auftrag : Lorey
Premiere am 31.10.2008

Imogen Kogge / Dietmar Loeffler
Madame singt und Monsieur spielt »
Regie: Burghart Klaußner
Premiere am 09.11.2008

Junges Schauspielhaus
Angela Sommer-Bodenburg / Wolf-Dietrich Sprenger
Der kleine Vampir »
Regie: Wolf-Dietrich Sprenger
Premiere am 27.11.2008

William Shakespeare
Komödie der Irrungen »
Regie: Henner Kallmeyer
Premiere am 05.12.2008

Deutsche Erstaufführung
Claudia Dey
Forelle Stanley »

Rio Reiser / Dietmar Roberg
Herr Fresssack und die Bremer Stadtmusikanten »
Regie: Christian Hockenbrink

A Tribute to Quentin Tarantino »
Regie: Hans Dreher
Premiere am 06.02.2009

Der Kaufmann von Venedig

Einen Schuldschein auf ein Pfund seines eigenen Fleisches - ohne Bedenken unterschreibt Antonio diesen existenziellen Vertrag mit dem Juden Shylock. Und verschafft so seinem verschuldeten Freund Bassanio ein Darlehen. Denn sein eigenes Vermögen hat der reiche Kaufmann in Übersee investiert und mit Bedacht auf mehrere Schiffe verteilt. Bassanio will sich mit dem erhaltenen Darlehen als Weltmann präsentieren und
Portia, der Herrin von Belmont, einer exklusiven Adresse auf dem Land, die Heirat antragen. Während sich die Liebeshändel auf dem Land zum Besten wenden, steht in Venedig Shylock vor Antonio, dessen Schiffe in unglückliche Winde geraten sind, und wetzt das Messer. Vertrag ist Vertrag, da kann auch der Doge nicht vermitteln. Nun steht der Jude einsam gegen die Gesellschaft der Handelsmetropole. Selbst seine Tochter Jessica hat sich von ihm abgewendet, von einem christlichen Verehrer entführen lassen und dazu ihrem Vater wertvollen Schmuck gestohlen. Besessen und verbittert ist Shylock entschlossen, sein Pfand einzufordern. Da trifft überraschend ein Doktor der Rechte ein, der die spezielle Aktenlage genau studiert hat…

Regie Elmar Goerden
Bühne Silvia Merlo, Ulf Stengl
Kostüme Lydia Kirchleitner

Besetzung
Shylock Renate Becker
Nerissa Maja Beckmann
Portia Claude De Demo
Solanio Franziska Dannheim
Jessica Elisabeth Hart
Der Doge von Venedig, Tubal / Nathan Manfred Böll
Antonio Benno Ifland
Salerio Marco Massafra
Lanzelot Gobbo Martin Rentzsch
Prinz von Marokko, Prinz von Arragon, Bessanio Christoph Pütthoff
Gratiano Alexander Maria Schmidt
Lorenzo Torsten Kindermann

Termine und Karten
10.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus, Premiere
11.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus
18.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus
27.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus
31.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus

 

Roberto Zucco

Bernard-Marie Koltès
Roberto Zucco

„Roberto Zucco“ ist das letzte Theaterstück des 1989 verstorbenen französischen Dramatikers Bernard-Marie Koltès. Fasziniert von dieser fast mythischen Figur erzählt er von ­einer Welt, in der Gewalt herrscht, die jedoch nicht wahrgenommen, sondern verdrängt wird. Roberto Zucco steht für die Wahrheit dieser alltäglichen Gewalt. Er braucht offensichtlich keinen Grund, um zu töten. Tatsächlich wirkt dieser Zucco bis heute auch in unserer bürgerlichen Welt, in die immer wieder grausamste Verbrecher eindringen, oder besser gesagt: aus deren Mitte sie stammen, wie ein Dionysos aus dem Fegefeuer, ein poetischer Anarchist.

Regie Lisa Nielebock
Bühne Kathrin Schlecht
Kostüme Julia Ströder
Musik Wolfgang Sellner

Besetzung
Mutter, Die Patronne Manuela Alphons
Schwester Jele Brückner
Das Mädchen Marina Frenk
Die elegante Dame Veronika Nickl
Der ungeduldige Zuhälter, Ein Inspektor, Aufseher, Polizist Mark Oliver Bögel
Ein Kommissar, Aufseher, Polizist Henning Hartmann
Bruder, Der Hüne Ronny Miersch
Roberto Zucco Oliver Möller
Der Herr, Der schwermütige Inspektor Klaus Weiss

Termine und Karten
11.10.2008, 19.00 Uhr , Kammerspiele, Premiere
16.10.2008, 20.00 Uhr , Kammerspiele
26.10.2008, 19.00 Uhr , Kammerspiele

 

Der eigene Raum

Uraufführung
Premiere
Kristo Šagor
Der eigene Raum

Christian steht in seinem Badezimmer. Die Wände sind blutverschmiert. Da klingelt es an der Tür. Christian wird besucht von denen, die er liebte. Oder heimgesucht? Welche Begegnung ist real und welche nur Erinnerung?
Der eigene Körper ist der letzte Raum, nachdem alle anderen gegangen sind.

Regie Kristo Šagor
Bühne und Kostüme Sebastian Kloos

Besetzung
mit Katja Hensel, Maximilian Strestik, Michael Lippold

Termine und Karten
12.10.2008, 19.00 Uhr , Theater unter Tage, Premiere
20.10.2008, 20.00 Uhr , Theater unter Tage
25.10.2008, 20.00 Uhr , Theater unter Tage
01.11.2008, 20.00 Uhr , Theater unter Tage

 

Trauer muss Elektra tragen

Eugene O'Neill
Trauer muss Elektra tragen


Christine und Lavinia Mannon erwarten die Rückkehr des Brigadegenerals Ezra Mannon aus dem gerade beendeten Bürgerkrieg - Lavinia, seine Tochter, ungeduldig und voller Sehnsucht, seine junge Ehefrau Christine dagegen voller Abscheu. Sie plant den Mord an ihrem Gatten, um mit ihrem Geliebten Adam Brant, einem unerwünschten Neffen Ezras, zusammenleben zu können. Lavinia (O’Neills Interpretation der Elektra-Figur) entdeckt Ehebruch und Mord, und als ihr Bruder Orin ebenfalls aus dem Krieg heimkehrt, stiftet sie ihn an zum Mord an Adam Brant. Aus Verzweiflung über den Verlust des Geliebten nimmt Christine sich das Leben, und auch Orin, der den Selbstmord der über alles geliebten Mutter nicht verwinden kann, erschießt sich. Lavinias Rache hat sich am Ende gegen sie selbst gewandt. Sie schließt sich ein im Haus der Mannons - und bleibt zurück, allein mit den Toten.

Die Spirale der familiären Gewalt ist in O’Neills Adaption des griechischen Mythos nicht mehr Verhängnis der Götter, sondern resultiert aus der zwanghaften Wiederholung übernommener psychologischer Muster, aus denen sich die Handelnden nicht befreien können. Eugene O’Neill, der Begründer des modernen amerikanischen Dramas, erhielt für das 1931 entstandene Stück den Literaturnobelpreis.

Regie Markus Dietz
Bühne Mayke Hegger
Kostüme Ines Nadler
Musik Ole Schmidt

Besetzung
Hazel Niles Karin Moog
Christine Christine Schönfeld
Lavinia Louisa Stroux
Ezra Mannon Charles Brauer
Peter Niles Martin Bretschneider
Adam Brant Stefan Schießleder
Orin Marc Oliver Schulze

Termine und Karten
17.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus, Premiere
19.10.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus
28.10.2008, 19.30 Uhr , Schauspielhaus
01.11.2008, 19.00 Uhr , Schauspielhaus

 

Die Ratte

Deutsche Erstaufführung

Justine del Corte
Die Ratte

Die schwangere Isabell und ihr Mann Richard sind auf Urlaub in New York. Ihre Schwester Maria, die mit Freund Nick dort lebt, besteht darauf, dass die beiden keinesfalls in ein Hotel gehen, sondern bei ihnen wohnen. Dabei haben sich die beiden Schwestern noch nie verstanden. Richard ahnt Fürchterliches. Dem Besuch gelingt es nicht, sich rechtzeitig dem Zugriff von Marias minutiöser Freizeitplanung und ihren rigiden Verhaltensempfehlungen zu entziehen. Das Quartett stolpert von einer häuslichen Katastrophe in die nächste, und die Diskussionen über „richtige“ und „falsche“ Tacos, über vor Jahrzehnten entwendete Unterhosen, über verdurstende Wachteln und die Spermaqualität der jeweiligen Partner ziehen ungeahnte Kreise. Die explosive Atmosphäre wird zusätzlich angeheizt durch den Telefonterror der Mutter aus der fernen Heimat. Die Panik ist perfekt, als plötzlich eine Ratte auftaucht…

Justine del Corte, geboren 1966 in Mexiko, ist Schauspielerin, Theater- und Drehbuchautorin. Sie lebt in Berlin. Tina Lanik ist Hausregisseurin am Bayerischen Staatsschauspiel. „Die Ratte“ ist nach „Antigone“ und „Emilia ­Galotti“ ihre dritte Arbeit am Bochumer Schauspielhaus.

Regie Tina Lanik
Bühne und Kostüme Magdalena Gut
Musik Rainer Jörissen

Besetzung
Isabell Therese Hämer
Maria Katja Uffelmann
Nick Janko Kahle
Richard Martin Horn
Ein Kammerjäger Cornelius Schwalm

Termine und Karten
18.10.2008, 19.00 Uhr , Kammerspiele, Premiere
19.10.2008, 19.00 Uhr , Kammerspiele
25.10.2008, 19.30 Uhr , Kammerspiele

 

Das Haus der vielen Zungen

Uraufführung

Jonathan Garfinkel
Das Haus der vielen Zungen


Shemon, israelischer General a. D., und Abu Dalo, palästinensischer Schriftsteller, wollen beide das Haus haben. Dem einen gehört es seit fünfunddreißig Jahren, der Familie des anderen gehörte es zehn Generationen lang. Sie würden sich gegenseitig umbringen, wären da nicht ihre Kinder. Alex, Shemons Sohn, hat gerade das Cunnilingus-Manifest, von dem der Sechzehnjährige sich nicht weniger als den Weltfrieden verspricht. Er meint, in Suha, der Tochter von Abu Dalo, das passende Gegenüber gefunden zu haben, um seine Theorie auszuprobieren. Und dann sind da noch ein redseliges Kamel und das Haus selbst, das hundert Sprachen beherrscht und sich demjenigen verspricht, der im Gegenzug für Babys sorgt. Und für chinesisches Fastfood.

Der kanadische Autor Jonathan Garfinkel hat ein verrücktes Stück geschrieben, ein Stück über Liebe und Krieg, Familie und Schuld.

Regie Kristo Šagor
Bühne und Kostüme Sebastian Kloos

Besetzung
Shemon Bernd Rademacher
Alex Christoph Pütthoff
Abu Dalo Benno Ifland
Das Kamel Manfred Böll
Rivka, Naomi Claude De Demo
Das Haus Dagny Dewath
Suha Maja Beckmann

Termine und Karten
19.10.2008, 19.00 Uhr , Theater unter Tage, Premiere
28.10.2008, 20.00 Uhr , Theater unter Tage
29.10.2008, 20.00 Uhr , Theater unter Tage

 

WMF. Wiedersehen macht Freude

Premiere
WMF. Wiedersehen macht Freude
Sprechtheater für zwölf Schauspieler und zwölf Zuschauer


Koproduktion mit Hebbel am Ufer, schauspielfrankfurt und den Salz­burger Festspielen. Neu eingerichtet für das Schauspielhaus Bochum.

Wo ist man, wenn man nicht ganz bei sich ist? Was bleibt, wenn man sich verloren glaubt? Und was empfindet man, wenn man sich wieder findet? Ist es ein Wiedersehen mit Freude oder eines mit Schrecken? „WMF. Wiedersehen macht Freude“ basiert auf dokumentarischen Berichten über Augenblicke des Kontrollverlustes. Zwölf Schauspieler sprechen vor zwölf Zuschauern von jenen alltäglichen Momenten, in denen beispielsweise ein Tick oder eine Marotte überhand nimmt. Eine Sammlung selbstvergessener Orte in einem Theater von Angesicht zu Angesicht.

Aufgrund der begrenzten Platzkapazität bitten wir vorab um Reservierung.

Regie Auftrag : Lorey
Bühne und Kostüme Gabi Bartels
Lichtdesign Marc Jungreithmeier

Besetzung
mit
Manuela Alphons, Marina Frenk, Veronika Nickl, Katja Uffelmann, Ute Zehlen, Thomas Anzenhofer, Mark Oliver Bögel, Henning Hartmann, Janko Kahle, Klaus Lehmann, Cornelius Schwalm, Klaus Weiss

Termine und Karten
31.10.2008, Kammerspiele, Premiere

 

Imogen Kogge / Dietmar Loeffler

Premiere Madame singt und Monsieur spielt

Am Sonntag, 09. November, um 19.00 Uhr hat der musikalische Abend Madame singt und Monsieur spielt in den Kammerspielen Premiere. Die bekannte Schauspielerin Imogen Kogge entführt als Sängerin ihr Publikum in die Zeit der 20er und 30er Jahre.
Madame hat Großes vor. Plant sie das ‚Konzert‘, welches sie nie verwirklicht hat? Sie hat einen Pianisten engagiert, um mit ihm ihr Repertoire durchzugehen. Es sind die Lieder von früher: Schönberg, Satie, Weill und Lieder der Operette erklingen. Zwischen dem Pianisten und ihr entspinnt sich eine feine, ganz eigene Beziehung. Er ist ihr Begleiter, ihr Partner und ihr Publikum.
Bgleitet wird Imogen Kogge von dem Pianisten Dietmar Loeffler. Am Schauspielhaus Bochum ist Imogen Kogge außerdem als Elisabeth in „Maria Stuart“ und in „Der Gott des Gemetzels“ zu sehen.

Restkarten für die Premiere gibt es an der Abendkasse oder unter 0234 / 3333 - 5555.

Regie Burghart Klaußner
Bühne und Kostüme Katrin Kersten

Termine und Karten
09.11.2008, 19.00 Uhr , Kammerspiele, Premiere
18.11.2008, 20.00 Uhr , Kammerspiele
03.12.2008, 20.00 Uhr , Kammerspiele

 

 

Forelle Stanley

Deutsche Erstaufführung

Claudia Dey
Forelle Stanley
Premiere im Dezember 2008



Die beiden ungleichen Zwillingsschwestern Grace und Sugar leben seit dem Unfalltod ihrer Eltern allein tief im kanadischen Nirgendwo. Provinz-Vamp Grace arbeitet tagsüber als Managerin einer Müllkippe und lässt in ihrer Freizeit nichts als anbrennen, während ihre schüchterne Schwester Sugar schon seit zehn Jahren das Haus nicht mehr verlässt. Da muss erst Forelle Stanley auftauchen, um das festgefahrene Leben der beiden kräftig aufzumischen. Sugar und er verlieben sich ineinander. Grace will sie auseinanderbringen, denn sie traut dem Eindringling, an dem nicht nur der Vorname höchst sonderbar ist, nicht über den Weg. Könnte es sich nicht um den gesuchten Frauenmörder handeln, der bereits eine strippende Scrabblemeisterin auf dem Gewissen hat?

Die Kanadische Autorin Claudia Dey erzählt mit ihren skurril-komischen und zugleich liebenswerten Figuren eine anrührende Geschichte über Lebensangst, Einsamkeit und. Obsession.

 

Herr Fresssack und die Bremer Stadtmusikanten

Rio Reiser / Dietmar Roberg
Herr Fresssack und die Bremer Stadtmusikanten
Premiere im Januar 2009


Die Bremer Stadtmusikanten leben glücklich und zufrieden auf einem Bauernhof. Eines Tages kommt Herr Fresssack, angeblich ein großer Zauberer, der verspricht mit einem dicken fetten Sack voll Geld alle glücklich zu machen. Das Leben auf dem Hof wird sich ziemlich verändern, bis alle gemeinsam erkennen, dass es Wichtigeres gibt als Geld…

In der Küche von Gut Fresenhagen, dem Bauernhof, den Rio Reiser und seine Band-Kollegen von den „Ton, Steine, Scherben“ sich zum gemeinsamen Wohnsitz ausgebaut haben, entstanden eine Reihe linker, anarchischer Märchen-Parabeln. Der Theaterautor Dietmar Roberg hat den Text geschrieben, Rio Reiser die Songs dazu geliefert. Mit dem „Fresssack“ wird das Tut zur Musical-Bühne der anderen Art.

Regie Christian Hockenbrink

 

A Tribute to Quentin Tarantino

A Tribute to Quentin Tarantino
Eine musikalische Spurensuche


„A Tribute to Quentin Tarantino“ ist in erster Linie eine Hommage an die Musik und die Songs in Quentin Tarantinos Filmen. Er ist nicht nur eines der größten Talente als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, das die Filmbranche in den 90er Jahren hervorbrachte, er ist auch stilbildend, was seine Auswahl an Filmmusik betrifft. Und ­diese Songs, die immer auch eine Wiederbegegnung mit den Hits der 60er, 70er und 80er Jahre versprechen, werden an diesem Abend gefeiert. Bevor Tarantino seine ersten Drehbücher zu Papier brachte, lebte er mit seiner Mutter in einem Stadtviertel von Los Angeles, in dem ein breites Spektrum an kulturellen Einflüssen auf ihn einprasselte. Nach seinem Schulabgang im Alter von 17 Jahren, einer Ausbildung als Schauspieler und zahlreichen Gelegenheitsjobs, fand er schließlich in der Videothek „Video Archives“ ein zweites Zuhause. Zusammen mit seinen beiden Kollegen Roger Avary und Jerry Martinez verwandelte Quentin Tarantino die Videothek in eine Art improvisierte Filmschule, in der die drei an ihrem ersten Projekt „My Best Friend’s Birthday“ herumdokterten. In den folgenden Jahren versuchte Quentin Tarantino Geld für seine erste ordentliche Regiearbeit zusammenzukratzen und entschloss sich dazu, seine beiden Drehbücher „True Romance“ und „Natural Born Killers“ zu verkaufen. Jedoch fand er für den Stoff keine Abnehmer und so plante er im Jahre 1992 sein Drehbuch „Reservoir Dogs“ in einer Low-Budget-Produktion umzusetzen. Als Schauspieler Harvey Keitel Wind von dem Projekt bekam und für finanzielle Unterstützung sowie ordentliche Schauspieler sorgte, hatte sich das Blatt gewendet. Der Film wurde beim „Sundance Film Festival“ in den höchsten Tönen gelobt und machte Quentin Tarantino zu einem gefragten Mann. Nun gelang es ihm auch, seine beiden oben erwähnten Drehbücher zu verkaufen. 1994 brachte Quentin Tarantino seine nächste Regiearbeit „Pulp Fiction“ in die ­Kinos, die ihm einen uneingeschränkten Kinoerfolg bescherte. Seitdem folgten Filme wie „ Jackie Brown“, „Kill Bill“ und „Death Proof“. Seine Filme sind nicht nur jeweils eine Hommage an eine bestimmte Filmepoche, sondern auch an die Musik der Zeit.

Regie Hans Dreher
Musikalische Leitung Torsten Kindermann

Termine und Karten
06.02.2009, Kammerspiele, Premiere

 

Das weite Land

Arthur Schnitzler
Das weite Land

Die Wiener Gesellschaft um 1910, die Welt der Fabrikanten, Offiziere, Bankiers, Ärzte, Schriftsteller und Schauspieler. Der Glühlampenfabrikant Friedrich Hofreiter liebt Erna, die Tochter einer Jugendfreundin, und wird von ihr geliebt. Seine Gattin Genia wird geliebt von Otto, einem Marine-Fähnrich. Hofreiter provoziert den Fähnrich und erschießt ihn im Duell; mit ihm erschießt er die Jugend, die er nicht mehr besitzt. Erna schickt er davon und verabschiedet sich von Genia mit einem „Wir ­sagen uns halt Adieu“. Arthur Schnitzler führt in seiner Tragikomödie eine großbürgerliche Wiener Gesellschaft vor, die sich an längst erstarrte Konventionen klammert, die aber niemand mehr für verbindlich hält. Die dramatische Analyse der Entfremdung eines Ehepaares inmitten einer Atmosphäre von Indiskretion trägt im Zentrum die unvergängliche Polarität von Leben und Sterben in sich.

Regie Dieter Giesing
Bühne Thomas Dreißigacker
Kostüme Kathrin Aschendorf
Musik Jörg Gollasch

Termine und Karten
19.03.2009, 19.30 Uhr , Schauspielhaus, Premiere

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