Geschichte




Geschichte

Geschichte

Das Ruhrgebiet – Eine Einführung

Kulturgebiet aus eigener Kraft

Bürgerliches Kulturleben entstand vor mehr als 100 Jahren durch eigene Anstrengung, denn die adelige Erbmasse fiel bescheiden aus. Das Überlieferte wird um so sorgfältiger behütet, Der Ehrgeiz der bürgerlichen Mäzene, Stadtoberen und Kulturverwalter sorgt(e) dafür, dass (fast) jede größere Stadt ihr Theater, ihr Museum und ihr manchmal ganz spezielles Kunstfestival hat. Und da, wo Mangel empfunden wird, setzt man auch in Zeiten knapper Kassen alle Hebel in Bewegung, um dem abzuhelfen. Wegen ihres dichten und facettenreichen Kulturangebots misst sich die Städteregion Ruhrgebiet gerne mit Paris, London und New York. Ein Vergleich, so nahe liegend wie verführerisch. Unbestritten ist die Anzahl der Kultureinrichtungen hoch, internationale Ausstrahlungskraft wird jedoch noch zu oft schmerzlich vermisst.

Unübersehbar ist die Zahl der Galerien, Kulturzentren, Musikinitiativen, Kunstvereine und -initiativen. Sie alle sorgen dafür, dass „von unten“ kräftig Humus an die Kulturszene des Ruhrgebiets kommt. Viele große Namen verbinden sich mit dem Kulturleben der Region:
Saladin Schmidt, gefeierter Theaterregisseur der 1920er-Jahre, begründete den Ruf des Bochumer Schauspielhauses, den u. a. Peter Zadek, Claus Peymann und heute Matthias Hartmann fortschreiben.
Sein Nachfolger wird ab der Spielzeit 2 005/2006
Elmar Goerden sein, zurzeit Oberspielleiter und Regisseur am Münchner Residenz-Theater.

Der finnische Architekt
Alvar Aalto schuf das Essener Opernhaus, dessen geschwungene, weiße Fassade mit den eleganten Fensterbändern eines der führenden Musiktheater in Europa beherbergt. In Duisburg legten die Werke des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck den Grundstock für die Sammlung des Museums, das seinen Namen trägt

Leuchtturm innerhalb der Industriekultur des Ruhrgebiets ist die Industrielle Kulturlandschaft Zollverein in Essen. Die UNESCO hat die ehemalige Zeche und die mit ihr verbundene Kokerei Zollverein im November 2001 zum Weltkulturerbe erklärt. Die vom Bauhausstil beeinflusste Architektur des Industriekomplexes, die über Jahrzehnte für den modernen Industriebau beispielgebend war, sei von außergewöhnlichem Wert, so das Welterbekomitee .


Weltkuturerbe Zollverein

Weltkulturerbe Zollverein


Route der Industriekultur

Herzstück und wichtige Impulsgeberin für das Bewusstsein vom „neuen Ruhrgebiet“
ist die
Route der Industriekultur, eine ausgeschilderte 240 Kilometer lange Rundtour durchs Revier. Eröffnet 1999 zum Abschluss der Internationalen Bauausstellung im Ruhrgebiet, führt sie an insgesamt 19 Ankerpunkten zu den „Kathedralen der Arbeit“, die mit ihrer beeindruckenden, auch monumentalen Architektur das Gedächtnis der Region für ihre industrielle Vergangenheit bewahren. Herausragende Beispiele sind neben dem Weltkulturerbe Zollverein in Essen der Landschaftspark Duisburg-Nord und die Kokerei Hansa in Dortmund. Die Route der Industriekultur ist ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

__________________________________________________
Die Ankerpunkte der Route der Industriekultur:


Weltkulturerbe Zollverein XII in Essen
Jahrhunderthalle in Bochum
Deutsches Bergbau-Museum in Bochum
Umspannwerk Recklinghausen – Museum Strom und Leben
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg-Waltrop
Zeche Zollern II/IV in Dortmund
Hohenhof in Hagen
Zeche Nachtigall in Witten
Henrichshütte in Hattingen
Villa Hügel in Essen
Aquarius Wassermuseum in Mülheim
Innenhafen in Duisburg
Landschaftspark Duisburg-Nord
Rheinisches Industriemuseum in Oberhausen
Gasometer in Oberhausen
Nordsternpark in Gelsenkirchen
Maximilian Park Hamm
lindenbrauerei

Lageplan Ankerpunkte


Einmal im Jahr feiert das Ruhrgebiet sich und seine Kultur. Zur ExtraSchicht – der langen Nacht der Industriekultur – am 10. Juli 2004 kamen rund 125.000 Besuchern zu 120 Veranstaltungen an 35 Spielorten in 17 Städten. Bereits zum vierten Mal machte ExtraSchicht möglich, was im hellen Licht des Arbeitsalltags vermisst wird. Die Stadtregion Ruhrgebiet wächst verkehrstechnisch zu einer großen Einheit zusammen: Überörtliche Shuttle-Linien von Bus und Bahn machten die Nachtschwärmer mobil und die Ruhrstadt für eine kurze Nacht erfahrbar – im wahrsten Sinn des Wortes.

Im Ruhrgebiet ist Landschaft nicht einfach da. Sie wird genutzt, bebaut, mit Strassen überzogen, aufgerissen.
Heute spricht man von Landschaftsbauwerken, deren Künstlichkeit Herausforderung für Landschaftsarchitekten, Künstler und Naturschützer ist.
Das ästhetische Zusammenspiel von Stadtlandschaft und Kunstberg schafft Landmarken, deren Wirkung durch Kunst, erdacht und gefertigt für diese besonderen Orte, noch betont wird. Ihre mitunter mystische Ausstrahlung und Atmosphäre hat dem Ruhrgebiet neue, auf spezielle Weise typische Orte seiner kulturellen Identität verschafft.

Dieser Text wurde einer Presseveröffentlichung der Presseabteilung des RVR entnommen.

Eine weitergehende Abhandlung über den Ruhrstadt Masterplan von MANFRED BOURRÉE und DIETER NELLEN finden Sie
hier.

Dieser kleine Überblick soll Ihnen Lust machen, etwas spannendes und einmaliges im Ruhrgebiet zu erleben. Und danach schreiben Sie mir ihre Eindrücke, ich werde sie hier veröffentlichen.


Glück Auf
Ulrich Schäfer


Eine Kurze Abhandlung können Sie hier downloaden

Die gleiche Abhandlung in der englischen Version


Spielstätten Eine Übersicht über die Spielstätten im Ruhrgebiet



„ Für die Kultur engagieren“ RAG-Chef Dr. Werner Müller und RuhrTriennale- Intendant Professor Jürgen Flimm diskutieren über Kultur und Geld, Spenden und Steuern, Künstler und Manager. Die Diskussion ist in der Februar--Ausgabe-2006 des RAG-Magazins erschienen.




zum Seitenanfang



(C) 2005 - 2006 Ulrich Schäfer Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken