10 aus 42: Das Musiktheater im Revier (MiR) wurde von einer Expertenjury für den "Kulturmarken-Award 2008" nominiert. Von 42 Bewerbungen wurden zehn ausgewählt, das Gelsenkirchener Haus ist die einzige Adresse aus dem Ruhrgebiet. Im Mai hatten der KulturSPIEGEL und die Agentur Causales zu einem Wettbewerb um die erfolgreichsten Marketingstrategien von Kulturprojekten im deutschsprachigen Raum aufgerufen.
Es bleibt spannend: Die Entscheidung für den Preisträger wird im Rahmen einer Gala am 7. November in Berlin verkündet. Der Preis wird 2008 zum dritten Mal vergeben. Insgeamt hatten sich bis zum 31. August 96 Projekte in den drei Kategorien Kulturmarke, Trendmarke und Kulturmanager des Jahres beworben. Je zehn Projekte in den drei Kategorien wurden nominiert, von denen jeweils ein Preisträger ausgezeichnet wird.
Weitere Informationen unter www.kulturmarken.de
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vieler Künste:
Das Musiktheater im Revier
Im MiR verschmelzen Architektur und Kunst: Das Musiktheater im Revier gehört zu den bedeutendsten Theaterbauten der Nachkriegszeit. Am 15. Dezember 1959 wurde der neugebaute Komplex nach den Entwürfen der Architektengruppe Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen mit zwei Spielstätten - dem Großen und dem Kleinen Haus - eröffnet. Die damals wie heute sensationelle Integration von Architektur und bildender Kunst gibt dem Theater seinen unverwechselbaren Charakter: In der Bauhütte Werner Ruhnaus arbeiteten der Franzose Yves Klein, der Schweizer Jean Tinguely, der Engländer Robert Adams und die beiden Deutschen Norbert Kricke und Paul Dierkes gemeinsam an der äußeren und inneren Gestaltung des Musiktheaters. Seit 1997 steht das MiR unter Denkmalschutz.
"Es lebe die europäische Situation, es lebe das Theater in Gelsenkirchen!" - Was Yves Klein Ende der fünfziger Jahre in seinen Briefen an den federführenden Architekten des neuen Theaters, Werner Ruhnau, emphatisch zum Ausdruck brachte, liest sich heute wie ein Manifest. Und es ist auch eines, denn die mutige Entscheidung der Politiker und Kulturverantwortlichen in Gelsenkirchen für ein Theater avantgardistischen Zuschnitts erregte internationales Aufsehen.
Jeden Besucher lädt das Musiktheater im Revier ein, stehen zu bleiben, inne zu halten und ein Stück Bau-Kunst oder Kunst am Bau intensiver zu betrachten: Von außen fallen die filigranen Röhrenplastiken von Norbert Kricke auf, die vor dem dunkel gestalteten Kleinen Haus in spannungsvollem Gegensatz zu Robert Adams' weißem "Eingangsklotz" stehen. Betritt man das Große Haus, entdeckt man erst auf den zweiten Blick die kunstvolle Gestaltung der weißen Betonwände, die den Zuschauer- und Bühnenraum von den lichtdurchfluteten Foyers trennen. Höhepunkt des "Aufstiegs" zum oberen Foyer sind für jeden Zuschauer die riesigen blauen Reliefs und Schwammreliefs von Yves Klein. Im Kleinen Haus locken unaufdringlich die grauen Mobiles von Jean Tinguely das Auge des Betrachters, ehe man sich im variablen Zuschauerraum auf das Bühnengeschehen konzentriert.
Gegensätze zwischen hell und dunkel, außen und innen, zwischen strengen rechteckigen Formen und weichen Rundungen, zwischen Farbe und schwarzweiß bis hin zur Farblosigkeit, begegnen uns im Musiktheater im Revier auf Schritt und Tritt. Unvergessen bleibt nach einem Theaterabend das intensive Blau der Yves Klein-Arbeiten im Foyer. Tauchen Sie ein ins MiR!
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des Gelsenkirchener Musiktheaters
Zum Ehrenmitglied hat das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier die Sängerin Eva Tamulénas ernannt. Sie ist erst die zweite Künstlerin, der diese Ehre zuteil wird. Damit werden Tamulénas' Verdienste um das Theater anerkannt, dessen Ensemble sie von 1977 bis 2003 angehörte.
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