Ein herrlicher Tag in der Nachsaison.
Doch auf dem Campingplatz der "Frischluftfreunde" scheint die Welt nicht ganz in Ordnung zu sein. Prompt wird am nächsten Morgen Platzwart Heribert Grotnik tot aufgefunden. Und damit beginnt der Wahnsinn!
Selbs inschuld heißt die neue Komödie im Mondpalast von Wanne-Eickel. Sie ist ein waschechter Bühnenkrimi mit allen Zutaten: herrlich schräge Charaktere, jede Menge Slapstick und Witz, jede Menge Spannung und ein verblüffender Schluss.
So ganz nebenbei fällt unser Blick noch in die Abgründe der Kleinbürgerseele, die niemals etwas "selbs inschuld" ist, denn Schuld haben immer nur die Anderen.
Selbstverständlich zeichnet sich auch "Selbs inschuld" wieder durch den Mondpalast-typischen Ruhrpottcharme aus, denn schließlich sind wir hier im reviereigenen Volkstheater.
Die nunmehr vierte Mondpalast-Produktion ist dabei wieder ein Vergnügen für alle Unterhaltungswilligen, die Qualität erwarten. Dafür zeichnen – wie bisher – verantwortlich:
Sigi Domke als Autor, Thomas Rech als Regisseur, sowie das begeisternde Mondpalast-Ensemble.
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Sex, Drugs und Gartenzwerge
Agatha Christie und Alfred Hitchcock lassen grüßen: „Selbs inschuld“ – die erste Ruhrgebietskriminalkomödie im Mondpalast – hatte am 18. Mai Premiere
Mördersuche im Mondpalast: Unter dem Titel „Selbs inschuld“ präsentiert Prinzipal Christian Stratmann zum ersten Mal einen waschechten Kriminalkomödie. Der Premierenvorhang zu diesem „Mordsspaß“ um Sex, Drugs und Gartenzwerge auf einem Campingplatz an der Ruhr hob sich am Donnerstag, 18. Mai.
Platzwart Grotnik ist tot – dahingerafft von einem Giftcocktail aus Süßstoff, Haschisch, Moselfusel und Valium! Alle auf dem Campingplatz der „Frischluftfreunde“ haben den fiesen Heribert gehasst, wer aber hat ihn umgebracht? Jeder könnte es gewesen sein – so beginnt in bester „Whodunnit“-Manier „Selbs inschuld“, die erste Krimikomödie im Mondpalast, geschrieben von Mondpalast-Hausautor Sigi Domke und inszeniert von Intendant Thomas Rech. Die Musik stammt vom musikalischen Leiter des Theaters, Uwe Kellerhoff.
Slapstick und Türklapperkomik Agatha Christies Meisterdetektiv Hercule Poirot könnte Sigi Domke über die Schulter geschaut haben, als Domke seinen zerknautschten Kommissar Fred Kaminski auf Motivund Mördersuche schickte – Kaminski ermittelt im kleinbürgerlichen Scheinidyll zwischen Dauerparzelle und Gartenzwerg. Mondpalast-Indendant Thomas Rech – inspiriert vom Hitchcock-Klassiker „Immer Ärger mit Harry“ – inszenierte die Geschichte mit sicherem Gefühl für Timing. Wie die panischen Camper zu Beginn des Stückes Grotniks Leiche entsorgen wollen – so viel Slapstick, so witzige Bühnenturbulenz hat selbst der Mondpalast noch nicht erlebt. Dabei spürt das Publikum die Schauspieler hautnah – ein Steg trägt das Stück erstmals in den Zuschauerraum hinein . Durchgeknallte Charaktere Schauspielerische Qualität, gepaart mit guter Unterhaltung, garantiert das spielfreudige Ensemble des Mondpalasts, das die schrägen Reviercharaktere mit Witz und Schwung auf die Bühne bringt. Glänzend besetzt ist die durchgeknallte Kioskpächterin (Silke Volkner), der Grotnik den Pachtvertrag gekündigt hat. Welches Geheimnis birgt die männermordende Genofeva (Ute Schütgens), die schon drei Ehegatten unter den Torf brachte? Mit seinem Wohnwagen gestrandet ist der holländische Dauerkiffer und Frauenheld (Thorsten Brunow). Ewig streitet und schnäbelt das junge Ehepaar Desiree und Maik Pazotta (Maewa Ferstl und Dirk Emmerich), dabei erträgt die frustrierte „Desi“ ihren Looser-Gatten nur noch dank einer Dröhnung Valium.
Schuld haben immer die anderen Auch die Ordnungshüter sind echte Paraderollen: Axel Schönnenberg – erst als Pfarrer, dann als Bergmann ein echter Spaßfaktor – strapaziert als schusseliger Polizist das Zwerchfell. Martin Zaik gibt den zergrübelten Kommissar Fred Kaminski mit Reibeisenstimme und Columbo-Feeling – klar, dass er zum Schluss eine verblüffende Lösung findet. Und während das Publikum noch kichert, lenken Domke und Rech den Blick in die Abgründe der Kleinbürgerseele. Ihre Botschaft lautet: „Selbs inschuld“ ist in dieser Kleinbürgerwelt niemand, Schuld haben doch immer nur die anderen.
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