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„ReSonanz & AkzepTanz“

Schulprojekt „ReSonanz & AkzepTanz“ der Philharmonie Essen beim „Preis Soziale Stadt 2008“ ausgezeichnet
Preisverleihung in Berlin: 173 Beiträge eingereicht, 21 Projekte von Bundesminister Wolfgang Tiefensee ausgezeichnet

In vielen Städten gibt es Stadtteile, in denen sich Probleme häufen und die in den Medien oft mit Schlagworten wie „Armut, Hoffnungslosigkeit und Vandalismus“ in Verbindung gebracht werden. Gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche Initiativen, die sich für eine erfolgreiche Integration, bessere Bildungschancen und für ein lebendiges Miteinander in diesen Quartieren einsetzen. Bürger, Wohlfahrtsverbände, Institutionen, Stadtverwaltungen, Wohnungsunternehmen und Vereine können viel erreichen, wenn sie ihre Kräfte bündeln, wie der Wettbewerb „Preis Soziale Stadt 2008“ eindrucksvoll beweist.

Der Wettbewerb wurde zum fünften Mal ausgelobt und ist eine Gemeinschaftsinitiative verschiedener Einrichtungen. Träger sind der AWO Bundesverband, der Deutsche Städtetag, der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft Berlin, die Schader-Stiftung und der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Unterstützt wurde der Wettbewerb durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Mit dem Wettbewerb werden gute Beispiele für die erfolgreiche Arbeit in benachteiligten Stadtteilen bekannt gemacht, um „Nachahmer“ zu finden. Insgesamt wurden 173 Beiträge aus der gesamten Bundesrepublik eingereicht.

Unter den von einer Fachjury ausgewählten 21 Gewinnern ist auch die Philharmonie Essen, die für ihr Schulprojekt „ReSonanz & AkzepTanz“ ausgezeichnet wurde, das von der Philharmonie initiiert und in Zusammenarbeit mit dem renommierten Orff-Institut der Universität Mozarteum Salzburg realisiert wurde: Dozenten und Studierende bringen regelmäßig und kontinuierlich Tanz, Bewegung und Musik in den Unterricht zweier Grundschulen im Essener Norden. Denn Musik und Tanz verbinden Menschen über Sprachgrenzen hinweg, sie wecken Emotionen und stärken soziale Kompetenzen – all dies zeichnet „ReSonanz & AkzepTanz“ aus. Die Grundschüler, die aus sozial schwachen

Familienverhältnissen mit Migrationshintergrund stammen und teilweise kaum deutsche Sprachkenntnisse sowie schlechte kognitive und motorische Fähigkeiten besitzen, werden dabei auf spielerische Weise unterstützt, ihr Körpergefühl und ihr Selbstbewusstsein durch Musik und Spiel, Tanz und Bewegung aufzubauen und zu festigen, ihre Probleme und Ängste emotional zu bewältigen. Und es zeigte sich schnell: Das Projekt ist ein voller Erfolg. Die Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache, freuen sich auf die wöchentlichen Arbeitsphasen – und ganz nebenbei ist die Konzentration der Schüler gestiegen, hat die Aggressivität im Miteinander abgenommen. Konzertbesuche in der Philharmonie, die Gründung eines Schulchores, Blockflötenunterricht sowie Aufführungen von Kinderopern in der Schulturnhalle ergänzen das erfolgreiche Projekt, das 2007 zwei bedeutende Auszeichnungen erhielt: den Jugend-Kulturpreis 2007 der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und den Kulturpreis MIXED UP von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.. Die Auszeichnung beim „Preis Soziale Stadt 2008“ ist nun eine weitere Anerkennung der zukunftsweisenden Arbeit der Philharmonie Essen.

Die Bedeutung dieser und ähnlicher Initiativen betonte Bundesminister Wolfgang Tiefensee bei der Preisverleihung in Berlin: „Diese Städte machen es vor. Diese Initiativen zeigen, dass ein gutes soziales Zusammenleben auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gelingen und immer weiter verbessert werden kann. Wir wollen alle Menschen mitnehmen und keinen zurücklassen. Die Menschen, die sich vor Ort für ihre Mitmenschen engagieren, halten unsere Gesellschaft zusammen. Eine Politik, die solche Initiativen insbesondere in den benachteiligten Stadtteilen unterstützt, ist der richtige Ansatz für eine zukunftsfähige Stadt. Soziale Stadt heißt Chancengleichheit. Es geht um Integration, um Bildung und Beschäftigung, um lokale Demokratie und um ein gesundes Lebensumfeld für alle. Eine soziale Stadtgesellschaft braucht das Engagement vieler Beteiligter. Wir alle sind aufgefordert, unseren Beitrag zu leisten, unsere Städte zukunftsfähig zu gestalten. Die Menschen, die wir ausgezeichnet haben, zeigen: So werden Zukunftschancen geschaffen.“

Die ausgezeichneten Projekte werden in einer Broschüre dokumentiert, um die positiven Erfahrungen weiter zu geben und zur Nachahmung anzuregen. Die Dokumentation ist beim vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. erhältlich. (www.vhw.de).


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