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Spielplan / Erläuterungen

 



 

stück-werk 08-09


Walter Sittler

Spielzeitheft liegt seit Mitte Juni im i-Punkt aus
stück-werk 08-09 des Marler Theaters / Shakespeare, Goethe, Ilja Richter, Walter Sittler und viele mehr


„Das ganze Schauspiel findet statt, ... weil sie da unten sitzen [...]. Wir würden doch eingehen, wie ne Primel ohne sie.“ So empfing Schauspieler Franz-Joseph Dieken das Publikum im Rahmen der Spielplanpräsentation im Marler Theater. Nun ist das komplette stück-werk 08-09 für das Publikum fertig und erscheint Mitte dieser Woche. Im gewohnten Design führt es das interessierte Publikum dann mit Hilfe einer Navigationsleiste zu den Veranstaltungs-Highlights des Marler Theaters.

stück-werk 08-09, das sind Theaterautoren wie Shakespeare, Goethe, Brecht, Hesse, Kästner und Reza. Aber auch Schauspieler wie Martin Lüttge, Jochen Horst, die Grimme-Preisträger Anna Stieblich und Adnan Maral, Jacqueline Macaulay, Ilja Richter, Walter Sittler, Diana Körner, Maria Sebaldt und viele mehr. Stück-werk 08-09 bietet Musicals wie Johnny Cash und das Phantom der Oper, Tanzproduktionen wie Bollywood-Träume und The Can Can Club, Operetten, Kinder- und Jugendtheater, Kabarett, Comedy, Konzerte und vieles mehr. ... Doch eines haben alle gemeinsam: Sie wollen das Publikum begeistern, unterhalten, faszinieren und zum Nachdenken anregen!

Ab dem 3. Juni sind für alle Produktionen Einzelkarten erhältlich, wobei auch der begehrte stück-mix, bei welchem Preisvergünstigungen ab der Buchung von drei Stücken winken, noch bis Ende August buchbar ist. Bisher erfreuten sich die Veranstaltungen der Boulevardtheater sowie der Reihe „Special guests in Kabarett & Comedy“ großer Nachfrage.

Das Heft ist wie die Karten für die Vorstellungen im i-Punkt im Marler Stern, Montag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Samstag 9.30 bis 13 Uhr, Telefon: 0 23 65/ 99 43 10 erhältlich. Der neue Spielplan liegt ebenfalls an vielen öffentlichen Stellen aus.

unterstützt durch die Kulturkritik-Ruhr

 Copyright: Ulrich Schäfer


 

Gegenwartsdramatik und Klassiker,

Erstaufführung und Literaturbearbeitung
Das Theater Marl präsentiert ein anspruchsvolles Theaterangebot für die neue Spielzeit

Der bekannte William Shakespeare gehört auch in der kommenden Saison zum Repertoire des Sprechtheaterprogramms im Marler Theater. Am 25. September eröffnet das Altonaer Theater aus Hamburg mit der Verwechslungskomödie „Was Ihr wollt“ diese Sparte. Der bekannte ehemalige Tatort-Kommissar Martin Lüttge ist in diesem Reigen erotischer und komischer Verwicklungen als Malvolio mit von der Partie. Vituos spielt Shakespeare mit den überlieferten Rollenbildern und Verhaltensmustern. Wenn die Musik Nahrung der Liebe ist, dann spielt bis zum Exzess, so sagt der liebeskranke Orsino, und die Inszenierung hält sich daran. Der Komponist Florian Schwartz hat für dieses Meisterstück eigens eine musikalische Fassung erstellt.

Auch das neue Jahr beginnt theatral

mit Shakespeare. Gerade die Historiendramen lösen mit ihrer oft ungenierten Mordlust immer wieder eine große Faszination aus. Mit Richard III. schuf der Dichter einen der größten Schurken der Weltliteratur. Für die Produktion des Deutschen Theaters Göttingen am 22. Januar in Marl übernimmt Ilja Richter die Rolle des machthungrigen Königs. Als Jüngster unter den Brüdern Georg, Edmond und König Eduard, hat der Herzog von Gloucester keine Chance auf den Thron von England. Aber er ist skrupellos, kalt und intelligent. Und er durchschaut die Verlogenheit, die mörderische Gewalttätigkeit, auf der die Macht der Regierenden in letzter Instanz beruht. Die Machtmaschinerie in der Zeit der unablässigen Thronkämpfe, die ihre Protagonisten jederzeit zu überrollen droht, weiß er zu bedienen. Er lässt seine Brüder hinterhältig töten und beschleunigt dadurch den Tod des kranken Eduard. Selbst vor dessen Kindern schreckt er in seinem Plan nicht zurück. Der Herzog, kennt weder Gefühle noch Skrupel bei seinem unaufhaltsamen Aufstieg zum Königstitel ‚Richard III.’: Er intrigiert, er stiftet zum Mord an und er heiratet aus Taktik, um an sein Ziel zu gelangen. Richard ist mit allen Wassern gewaschen, spuckt, kratzt und beißt – alles immer verbal, denn die schmutzige Arbeit hinter den Kulissen erledigen die anderen.

Auch Literaturbearbeitungen

für die Bühne gehören zum Spielplan des Marler Theaters. So ist Harry Haller der Hauptprotagonist in Hermann Hesses bekanntem Roman „Der Steppenwolf“. Jochen Horst schlüpft in der Produktion des Stadttheaters Fürth in diese Figur. Haller sehnt sich ebenso nach kleinbürgerlicher Harmonie und Geborgenheit wie er ihre Begrenztheit verachtet. Er hat sich gespalten: in einen zivilisierten, ordnungsliebenden, und in einen zerstörerischen, chaotischen Teil. Beide zerreißen ihn. Er vergleicht sich mit einem heimatlosen Steppenwolf, der auch nicht weiß, wohin er gehört. Erschöpft von dem verzweifelten Kampf beider Wesen und sicher, dass es ihm nicht mehr gelingen wird dem Chaos die Stirn zu bieten, seine wölfische und seine menschliche Seite zu vereinigen und eins mit sich zu werden, steht er am Rande des Selbstmords. Da findet er durch Zufall den Weg ins Magische Theater und erfährt eine neue Lebensperspektive. Dort sind alle lebensfeindlichen Gegensätze aufgehoben, auch der zwischen Wolf und Mensch. Joachim Lux hat den Text für die Bühne eingerichtet. Die Uraufführung wurde 2005 am Wiener Burgtheater stürmisch gefeiert. In Marl wird die Inszenierung von Gil Mehmert am Samstag, den 29. November zu sehen sein.


Bei den Ruhrfestspielen

sorgte das neue Stück von Yasmina Reza „Der Gott des Gemetzels“ für Begeisterung. Am 3. Dezember bringt das Hans-Otto-Theater Potsdam das Schauspiel auf die Marler Theaterbühne. Und darum geht es: Zwei elfjährige Jungen haben sich geprügelt, wobei der eine dem anderen zwei Schneidezähne ausgeschlagen hat. Bei einem Treffen der beiden Elternpaare soll dieser Vorfall nachbereitet werden – in sachlicher, toleranter Atmosphäre, versteht sich. Doch das klärende Gespräch zwischen den Gastgebern, dem Ehepaar Véronique und Michel und ihren Gästen Annette und Alain, gestaltet sich nicht so einfach wie gedacht. Denn welcher der beiden Jungen war nun wirklich der „Schuldige“? Und sind die Ursachen für das problematische Verhalten und die Fehlentwicklung eines Kindes nicht bekanntermaßen bei dessen Eltern zu suchen? Lebens- und Denkkonzepte prallen aufeinander, aus Streiterein werden Täglichkeiten – kurz: die geplante „Friedenskonferenz“ der Erwachsenen gerät zum Desaster, in welchem dem „Gott des Gemetzels“ gehuldigt wird. In der Inszenierung von Bernd Mottl mit dem Hans-Otto-Theater-Potsdam spielen am 3. Dezember u.a. die Grimme-Preisträger Anna Stieblich und Adnan Maral, bekannt aus der Serie „Türkisch für Anfänger“. Ebenfalls mit von der Partie Jacqueline Macaulay und Frank Seppeler.


Aus dem Nachlass einer Freundin

konnte ein bisher als Fragment geltendes Werk von Bertolt Brecht zu einem Stück rekonstruiert werden. Es stammt aus der Zeit des Exils in Finnland (1940/41), die für Brecht eine der produktivsten Phasen seines Schaffens war. Gemeinsam mit der finnischen Schriftstellerin Hella Wuolijokis, auf deren Gut Marlebäck die Familie Brecht drei Monate zu Gast war, verfasste er „Herr Puntila und sein Knecht Mattie“. Hella war es auch, die ihm 1940 das Stück „Tragödie einer Frau. Die Geschichte der Ausländerin Okichi von Yamamonto Yuzo“ vorlegte. Brechts Bearbeitung des japanischen Originals galt lange Zeit als Stückfragment. Im Nachlass Hella Wuolijokis fanden sich jedoch von ihr verfasste Szenen, die zusammen mit denen Brechts ein Ganzes bilden und das Stück als Gemeinschaftsprojekt ausweisen. 2006 brachte der Suhrkamp-Verlag das Stück heraus, am 11.9.2008 gibt es im Wiener Theater in der Josefstadt die Uraufführung. Die deutsche Erstaufführung besorgt das Theater Osnabrück, das mit dieser Produktion am 25. Februar nach Marl kommt. „Die Judith von Shimoda“, so der Titel, zeigt am Beispiel der Geisha Okichi ein typisches Heldenschiksal. Während große Heroen dauerhaft in die Geschichte eingehen, geraten die kleineren schon kurz nach ihrem Einsatz in Vergessenheit. Mit dieser Tradition bricht das Stück bewusst und bringt auch das auf die Bühne, was nach der Tat geschieht. Hans Peter Neureuter rekonstruierte eine Spielfassung, die aus den Bruchstücken Brechts und Wuolijokis ein stimmiges Ganzes werden lässt.


Eine literarisch meisterhafte Rebellion

gegen die öde Vernunft der konformen Welt ist Georg Büchner mit seinem Lustspiel „Leonce und Lena“ gelungen. König Peter vom Reiche Popo will sich zur Ruhe setzen. Sein Sohn, Prinz Leonce, soll sich also endlich standesgemäß verheiraten: mit Prinzessin Lena vom Reiche Pipi. Leonce interessiert das aber nicht im mindesten. Vor Pflicht, Langeweile und Melancholie will er nach Italien fliehen! Eine Zufallsbekanntschaft, der Narr Valerio, wird sein Reisegefährte. Dem steht der Sinn nach den handfesten Dingen des Lebens: Essen, Trinken, Frauen. Auf dem Weg in den Süden begegnen ihnen zwei Damen. Und wie sich herausstellt, ist es ebendiese Prinzessin Lena nebst Gouvernante. In Lena erkennt Leonce eine Seelenverwandte, Heirat nicht ausgeschlossen. Also geht es gemeinsam zurück ins Land Popo, um dort mit Valerio als Staatsminister ohne die Zwänge von Uhr und Kalender ein zeitloses Glück herbeizuführen. Als erste Amtshandlung verbietet Leonce auf der Stelle jegliche Arbeit. Büchners 1836 geschriebenes Lustspiel nimmt mit der Darstellung von Lebensleere, Langeweile und erschreckender Hoffnungslosigkeit ein modernes Lebensgefühl vorweg, zeigt aber auch die Überwindbarkeit von Nihilismus und Fatalismus durch die Kraft der Liebe: Eine literarisch meisterhafte Rebellion gegen die öde Vernunft der konformen Welt. Das Landestheater Detmold ist mit diesem Stoff am 10. März in Marl zu Gast.


Eine turbulente Verwechslungskomödie

hat Carlo Goldoni mit seinem „Diener zweier Herren“ geschaffen. Schnell, rasant und nachdenklich ist auch die Inszenierung Christian von Treskows mit den Wuppertaler Bühnen. Hier kämpft die Hauptfigur mit seinen zwei Arbeitgebern. Er fühlt sich von seiner Dienstherrin Beatrice, die als Mann verkleidet reist, schlecht bezahlt, und heuert kurzerhand bei Florindo, einem aus Venedig geflohenen Edelmann, an. Er ahnt natürlich nicht, dass seine beiden Geldgeber ein Liebespaar auf der Suche nacheinander sind. Damit seine Doppeldienerschaft nicht aufgedeckt wird und er beide Geldquellen am Leben erhalten kann, muss Truffaldino eine Begegnung seiner beiden Herren nach Möglichkeit verhindern. Mit Schwindeleien und halsbrecherischen Kapriolen versucht er sein Doppelspiel aufrecht zu erhalten und verwickelt sich dabei in die haarsträubendsten Situationen. Bis am Ende, kurz bevor das turbulente Verwirrspiel ins Chaos abzugleiten droht, doch noch die Wahrheit ans Licht kommt. Aber wird es dem liebenswerten Diener gelingen ungestraft aus diesen Verwirrungen herauszukommen und obendrein noch das Herz der reizenden Smeraldina zu gewinnen? Am 23. April wird das Rätsel in Marl gelüftet.

Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr!


Das neue Programmheft ist wie die Karten für die Vorstellungen im i-Punkt im Marler Stern, Montag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Samstag 9.30 bis 13 Uhr, Telefon: 0 23 65/ 99 43 10 erhältlich.

 

Spielzeit Boulevard „Das ganze Schauspiel findet statt, ... weil sie da unten sitzen [...]. Wir würden doch eingehen, wie ne Primel ohne sie.“ So empfing Schauspieler Franz-Joseph Dieken das Publikum im Rahmen der Spielplanpräsentation im Marler Theater.

 

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